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19.07.2007

"Grüne" Standards gefordert

Das "grüne" Bewusstsein ist bei vielen Herstellern seit Jahren verankert und schlägt sich in umweltschonenden Produktionen und Geräten nieder. ChannelPartner hat nachgefragt, was der Handel braucht, um diese Produkte nun auch dem Kunden schmackhaft zu machen.

Von Ulrike Goreßen

Die Hersteller von Weißer Ware haben es vorgemacht: Das einheitliche Energielabel "Kategorie A" zeigt Fachhandel und Kunden, dass die Waschmaschine Strom spart. Kaum jemand greift noch zu Geräten der B-Kategorie.

Doch im IT-, CE- und TK-Umfeld kennzeichnen nach Meinung des Handels noch zu wenige Hersteller ihre Produkte als umweltschonend und/oder Strom sparend. Hinzu kommt eine Vielzahl an ,grünen‘ Logos statt eines standardisierten Aufklebers, dessen Sinn Handel und Käufer kennen und bei entsprechendem grünen Verständnis fordern.

Was die einzelnen Distributoren und Fachhandelsorganisationen von "Green IT" halten und was sie von den Herstellern erwarten, lesen Sie hier.

Actebis Peacock

"Der Trend geht generell zu Strom sparenden Geräten und umweltfreundlichen Komponenten. Viele Unternehmen haben umfangreiche Umweltstatuten oder Nachhaltigkeitsberichte wie zum Beispiel Kyocera (Blauer Engel).

IT- und CE-Hersteller, die speziell damit in die Werbung gehen, gibt es wenige. Philips wirbt zum Beispiel mit Strom sparenden Monitoren. FSC bietet mit der Fujitsu Siemens AMD Energy Saving Edition einen PC an, der sowohl im B2B- als auch im B2C-Segment sehr gut angenommen wird.

Nicht nur die Akzeptanz bei Großprojekten wie beispielsweise Behörden und Krankenhäusern ist groß, auch Endverbraucher zeigen sich interessiert. Die richtigen Gamer dagegen brauchen Leistung, und dementsprechend hoch ist der Stromverbrauch - für sie ist der Spaßfaktor wichtiger als das Energiesparen."

Ingram Micro

"Umweltschutz - und dazu gehört auch das große Thema Stromsparen - ist ein Thema, dem sich die IT-Branche nicht verschließen darf. Mit WEEE wurde beispielsweise ein europaweiter Standard zur Elektroverschrottung geschaffen, an den sich die Branche halten muss.

Aber der Umweltschutz fängt bereits bei der Produktion der Geräte an. Hier sehen wir derzeit unseren Partner FSC als führend an. Mit seinem Esprimo-Energy-Saving-Modell setzt er klar auf Energiesparen: Wer sich diese Geräte anschafft, kann bis zu 50 Prozent seiner bisherigen IT-Stromkosten senken. Wir bei Ingram Micro haben bereits die erste Version des Green-PCs Anfang 2005 fast flächendeckend für die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter angeschafft."

ElectronicPartner

"Zum Thema Green IT senden wir einen Aufruf an die Hersteller: ElectronicPartner steht im Hinblick auf das Thema Green IT bereit, um mit marktgerechten Green-IT-Lösungen die Endkunden zu begeistern.

Green IT ist ein Schlagwort, das insbesondere in den USA wiederbelebt wird. Wir wünschen uns ganz besonders im Hinblick auf das Thema Umweltschutz und Stromersparnis auch im IT-Bereich Standards, wie sie heute beispielsweise bei den Kühlgeräten schon Usus sind. Leider gibt es diese bislang in diesem Produktbereich noch nicht.

Wir beobachten derzeit einige interessante Entwicklungen im Hinblick auf das Thema Akku-Laufleistung. Die Kunden wollen eine lange Akku-Laufleistung. Technologien wie SSD beziehungsweise innovative Festplatten- und Speicherchipsysteme ermöglichen eine deutliche Energieersparnis, die Akku-Laufleistungen bis 16 Stunden erwarten lassen."

Synaxon

"Unsere PC-Spezialist- und Microtrend-Partner bieten insbesondere im Bereich der PC-Systeme ,grüne‘ Produkte nach individuellen Wünschen und Vorstellungen der Kunden an. Im eigenen Werkstatt- und Servicebereich werden PC-Systeme mit besonders Strom sparenden Netzteilen und Komponenten verbaut. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel des Kunden.

Sofern vom Hersteller angegeben, stehen in den Geschäften unserer Partner außerdem für andere Produktbereiche Geräte mit besonders hoher Energieeffizienz.

Bestimmte Kundengruppen im Consumer-Markt sind heute schon bereit, dafür entsprechende Aufpreise zu entrichten. Neben dem Aspekt des Stromsparens spielt auch die Geräuschentwicklung eine wesentliche Rolle. Viele Kunden fragen heute im Fachhandel besonders leise Bauteile und zusätzliche Maßnahmen zur Geräuschdämmung ihrer Notebooks und PCs nach. Klar, dass auch hier unsere Partner attraktive Angebote haben.

Das ,grüne‘ Angebot richtet sich in erster Linie an Privatkunden. Hier ist das entsprechende ökologische Bewusstsein schon klar erkennbar und verankert. Der Konsument möchte immer öfter Produkte und Lösungen mit Green-IT-Charakter kaufen.

Im gewerblichen Bereich gewinnt die ,grüne‘ IT erst langsam an Relevanz. Mit Durchsetzung der CSR-Richtlinien (Corporate Social Responsibility) auch im deutschen Markt wird sich dies aber in den nächsten Jahren dauerhaft ändern. Wir gehen noch im Jahr 2007 proaktiv mit unseren gewerblich orientierten Partnern daran, spezielle Angebote und Serviceleistungen anzubieten."

Euronics

"Es gibt bisher nicht viele Produkte auf dem Markt, die den Begriff Green IT rechtfertigen würden. Eine einheitliche Kennzeichnung zum Vergleich des Stromverbrauchs existiert ja auch nicht. Die Hersteller halten sich daher noch genauso zurück wie die meisten Verbraucher. Während bei der Weißen Ware wie zum Beispiel bei Waschmaschinen Klassifizierungen nach Umweltgesichtspunkten eingeführt sind, fehlt den Verbrauchern eine solche Orientierungshilfe bei der Braunen Ware gänzlich.

Wir sind jedoch überzeugt, dass dieses Thema künftig an Bedeutung gewinnen wird. Das Umweltbewusstsein nimmt in Deutschland kontinuierlich zu. Ergänzend werden die permanent steigenden Strompreise dafür sorgen, dass sich die Sensibilität der Verbraucher weiter verstärkt.

Euronics versucht, seine Mitglieder hinsichtlich dieser Thematik zu schulen, da wir davon überzeugt sind, dass dieses Thema die Verbraucher interessiert. So weisen wir die Kunden in unseren Märkten darauf hin, dass Stand-by-Geräte unnötig Strom fressen oder neue Technologien meistens sparsamer sind als alte. So verbrauchen alte TV-Röhrenmonitore wesentlich mehr Strom als neue TV-Generationen und Desktops mehr als Laptops. Bei PCs gilt: Je leistungsstärker eingebaute Prozessoren oder Grafikkarten sind, desto energiehungriger sind sie.

Die Frage ist also: Braucht der Kunde solche Prozessoren oder Grafikkarten für seine Bedürfnisse? Diese Fragen können nur in einem intensiven Beratungsgespräch geklärt werden. Man muss also nicht warten, bis die Politik ein Öko-Siegel für Braune Ware wie bei der Weißen einführt. Wer informiert ist, kann bereits heute sehr umweltbewusst einkaufen. Euronics sieht die Aufgabe des Handels vor allem darin, dem Verbraucher die dafür notwendigen Informationen durch eine gute Beratung zu liefern."

Expert

"Die Experten bieten grundsätzlich alle ,grünen‘ Produkte an, die die Industrie auf den Markt bringt. Dabei muss man deutlich sagen, dass die Hersteller zunehmend auf die Forderung der Verbraucher nach Energie sparenden Geräten reagieren. Deshalb erwarten wir - auch ausgelöst von der Klimaschutzdebatte - für die nächsten Monate neue Produkte mit geringerer Stromaufnahme. Wichtig dabei ist, dass die verringerte Stromaufnahme durch Zertifikate nachgewiesen wird. Darauf achten die Verbraucher zunehmend.

Dringend erforderlich sind nach unserer Meinung Geräte, bei denen der Stand-by-Modus ausgeschaltet werden kann. Die Verbraucher erkennen vor dem Hintergrund steigender Strompreise immer deutlicher, welche Einsparungen sich dadurch erzielen lassen, und verlangen nach entsprechenden Angeboten."