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21.07.1989 - 

DFG finanziert neues Forschungsprojekt:

Grundlagen für die Computerlinguistik

TÜBINGEN (CW) - Einen neuen Sonderforschungsbereich über sprachtheoretische Grundlagen bewilligte die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) für die Universitäten Stuttgart und Tübingen. Das Projekt soll eine Brücke zwischen Sprachwissenschaften und Computerlinguistik schlagen.

Der Sonderforschungsbereich "Sprachtheoretische Grundlagen für die Computerlinguistik", der im Juli 1989 seine Arbeit aufnimmt, bündelt neun Teilprojekte aus Linguistik und Computerlinguistik an den Universitäten Stuttgart und Tübingen. Die beiden Hochschulen erwiesen sich für das Projekt nach DFG- Angaben als besonders geeignet, da beide Fachgebiete hier bereits gezielt gefördert würden.

Mit einem weiteren Projekt ist auch das Institut für wissensbasierte Systeme der IBM Deutschland GmbH beteiligt. Auf eigene Kosten führt IBM in Zusammenarbeit mit den beiden Universitäten computerlinguistische Studien durch. Die IBM-Forschungsergebnisse unterliegen den gleichen Begutachtungsrichtlinien wie die Hochschulresultate.

Forschungsziel ist es, durch die Erarbeitung und Präzisierung sprachwissenschaftlicher Theorien wichtige Voraussetzungen für die Computerlinguistik zu schaffen. Im Mittelpunkt dieses Fachgebietes, das nach DFG-Beobachtung in den letzten zehn Jahren international eine stürmische Entwicklung vollzogen hat, steht die Darstellung menschlicher sprachlicher Fähigkeiten auf dem Computer. Zwei wichtige Anwendungsgebiete sind maschinelle Übersetzungen sowie die natürlichsprachige Datenbankabfrage, die es erlaubt, Datenbanken statt mit einer künstlichen Sprache beispielsweise auf deutsch abzufragen.

In beiden Bereichen wurden bislang vielversprechende Erfolge erzielt. Durch die rasche Ausweitung der Disziplin sowie durch den Zeitdruck, dem die meisten Projekte unterlagen, erwiesen sich, so die DFG, viele Forschungsansätze als zu spezifisch eingeengt und somit als zu wenig allgemein anwendbar.

Abhilfe soll hier die von der DFG geförderte Grundlagenforschung schaffen. Die beiden Schwerpunkte des Sonderforschungsbereichs sind Syntax und Semantik. Im Blick auf die Syntax wurden bislang in der sogenannten Rektions- und Bindungstheorie weitreichende Hypothesen entwickelt, die sich jedoch nur schwer computerlinguistischen Erfordernissen anpassen lassen. In der Semantik liefert indes die sogenannte Diskursrepräsentationstheorie einen flexiblen Rahmen für die Informationsdarstellung in Texten. Die von der DFG bewilligten Mittel betragen 1989 rund 680 000 Mark, für die beiden kommenden Jahre beträgt das Budget jeweils etwa 1,5 Millionen Mark.