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28.03.1986 - 

Franzosen hatten lange Durststrecke zu überstehen:

Gruppe Bull wieder in schwarzen Zahlen

HANNOVER (bk) - Die französische Bull-Gruppe sprang 1985 nach langjährigen Verlusten erstmals wieder in die Gewinnzone. Rund 110 Milliarden Franc (etwa 35 Millionen Mark) konnte der Konzern an Gewinn verbuchen. Noch im Vorjahr verzeichneten die Franzosen ein Minus von rund 489 Millionen Franc (etwa 156 Millionen Mark).

Laut Bull-Generaldirektor François Lorentz steigerte sich der Gewinn um 18,5 Prozent auf insgesamt 116,1 Milliarden Franc. Mit diesem Ergebnis habe der Konzern über dem Branchendurchschnitt gelegen. Um 35 Prozent auf 1,5 Milliarden Franc stiegen gar die Investitionen.

Lorentz führt das gute Geschäftsergebnis darauf zurück, daß sich der krisenbeladene US-Markt für Europa noch nicht negativ ausgewirkt habe. Gegenüber einem Wachstum von einem bis 13 Prozent der US-Hersteller konnten europäische Unternehmen durchschnittlich um 15 bis 16 Prozent zulegen. Vor allem aber, so Lorentz, seien die Produkterweiterungen (zum Beispiel DPS 7) und -neueinführungen (Mikrocomputer Micral 30) vom Markt positiv aufgenommen worden.

Große Hoffnung setzten die Franzosen vor allem in ihr im September 1985 in Frankreich eingeführtes Konzept für den Aufbau des Büroinformationssystems "BlueGreen" . Zielsetzung des Systems soll sein, die Mitarbeiter in den Unternehmen (vom Topmanagement bis hin zum Sachbearbeiter) mit allen Informationen (Daten, Texte, Grafiken) zu versorgen. BlueGreen, betonte Lorentz, stelle die Grundlage für den Einstieg in die moderne Bürokommunikation (..)ar.

Dem laufenden Geschäftsjahr stehen die Franzosen abwartend gegenüber. 1986 sei in Frankreich Wahljahr, so daß bei den Kunden durchaus mit einem restriktiven Verhalten gerechnet werden müsse. Auch erwartet Lorentz aufgrund der schlechten Marktsituation in den Vereinigten Staaten und wegen des schwachen Dollarkurses eine verstärkte Konkurrenz auf dem europäischen Markt mit den US-Herstellern. Dies werde mit Sicherheit auch zu Preis kämpfen führen. Dennoch wolle man versuchen, im Umsatzwachstum wieder etwas über dem Durchschnitt zu liegen. Beabsichtigt sind ferner Investitionen um 1,7 Milliarden Franc.

Auch die größte Auslandsgesellschaft der französischen Bull-Gruppe, die Honeywell Bull AG, Köln, gab Ihre Geschäftsergebnisse 1985 bekannt. So wurde laut Vorstandsvorsitzendem Franz Scherer ein Umsatzplus von elf Prozent auf 437 (1984: 394,6) Millionen Mark erzielt. Dabei habe der Anteil des Dienstleistungsgeschäfts mit Kundendienst, Beratung und Softwareentwicklung zirka 190 Millionen Mark betragen, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 15 Prozent entspreche. Dieses Ergebnis, betonte Scherer, zeige, daß man sich durchaus auf dem Weg vom produkt- zum lösungsorientierten Anbieter befände. Der Gewinn belief sich auf 21 Millionen Mark.

Zufrieden äußerte sich der Kölner Vorstand mit dem neuen Messekonzept. "Für uns", frohlockte Horst Gellert, Vertriebschef der Honeywell Bull AG, "hat sich diese Maßnahme rentiert". Das habe allein die vierfache Präsenz (unter anderem mit einem CAD/CAM- und einem Mini-/ Mikrocomputer-Partnerstand) auf der CeBIT gezeigt. Auf dem Hauptstand in Halle 1 demonstrierte Bull übrigens exemplarisch zwei Büroinformationssystem-Lösungen mit "BlueGreen".