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Europäische Studie untersucht Auswirkungen


26.11.1999 - 

Gruppenarbeit wird trotz Vorteilen zu wenig praktiziert

MÜNCHEN (CW) - Intensive Gruppenarbeit steigert die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen. Nach einer Studie der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, Dublin, praktizieren jedoch nur vier Prozent der europäischen Firmen diese Arbeitsform.

Für die Studie, an der auch das Institut für Arbeit und Technik (IAT), Gelsenkirchen, mitwirkte, wurden 5800 Manager in zehn europäischen Ländern befragt. Demnach praktizieren 81 Prozent der deutschen Unternehmen irgendeine Form der Mitarbeiterbeteiligung. Doch nur 31 Prozent dieser Betriebe delegieren auch Verantwortung an die Beschäftigungsgruppen. Der europäische Durchschnitt liegt bei 36 Prozent. Weniger als vier Prozent der deutschen Unternehmen sind "gruppenarbeitsorientiert", was ungefähr dem europäischen Wert entspricht.

Deutschland schneidet schlecht ab

Insgesamt gesehen ist Gruppenarbeit in Schweden und den Niederlanden am stärksten ausgeprägt. Frankreich und England liegen über dem europäischen Durchschnitt, Dänemark, Irland und Deutschland knapp darunter. Die Plazierung von Schweden entsprach durchaus den Erwartungen der Forscher. Erstaunt waren sie indes über das schlechte Ergebnis in Deutschland, wo die Debatte nach Beobachtung des IAT besonders intensiv geführt wird.

Wirtschaftliche Gründe sind laut Studie das Hauptmotiv für die Einführung von Gruppenarbeit im Unternehmen: Angefangen von der Verringerung der Produktionskosten und Durchlaufzeiten über Qualitätsverbesserungen bis hin zur Erhöhung der Produktivität. Neben den wirtschaftlichen Effekten verbesserten sich die Anwesenheitszeiten: In Unternehmen mit hochentwickelter Gruppenarbeit ging der Krankenstand bis zu 50 Prozent zurück. Die wirtschaftlichen Vorteile waren laut Studie um so größer, je intensiver Gruppenarbeit praktiziert wurde.

Die Studie registriert unterschiedliche Formen der Gruppenarbeit. Im Durchschnitt war die Hälfte der Arbeitsgruppen in die Entscheidungen mit Blick auf die Arbeitsteilung und die Verbesserung der Arbeitsabläufe eingebunden. Etwas mehr als ein Viertel hatte Entscheidungsbefugnisse für die An- und Abwesenheitskontrolle sowie wechselnde Arbeitstätigkeiten.

Meist entschied das Management über die Gruppensprecher und über die Zusammensetzung der Teams. Nur bei 15 Prozent bestimmten die Gruppenmitglieder, wer dazugehörte. Gruppenarbeit erfordert von den Beschäftigten zusätzliche Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Studie zeigt allerdings, daß die Unternehmen Qualifizierungsmaßnahmen nur in bescheidenem Umfang vorsehen: Weniger als ein Drittel der Beschäftigten wird weitergebildet. Laut Studie erhalten die Manager mehr Training als ihre Mitarbeiter.