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Anwender äußern sich positiv

GSE diskutiert Linux am Desktop

18.04.2003
Das Thema Linux auf dem Desktop wird innerhalb der Guide Share Europe, der europäischen IBM-User-Group (GSE), kontrovers diskutiert. So auch auf der ersten gemeinsamen Frühjahrstagung der Arbeitsgruppen VM/VSE und Linux in Hannover Anfang April. Von Bernd Kretschmer*

Auf der Tagung erläuterte Holger Lehmann, IBM-Experte im Bereich Software Solutions Architectures, welche Server-, Web- und Portal-gestützten Ansätze sein Haus für plattformunabhängige Client-Strategien verfolgt und welche Business-Szenarien dazu passen sollten. Dazu klassifizierte er Benutzer in die Kategorien Kioske, Point of Sales (PoS), technische und Transaktions-Workstations, Basic Office, Advanced Office sowie Windows-Workstations. Für Benutzergruppen außer den Advanced-Office- und Windows-Workstations-Anwendern könnte das Portal zum Desktop und bislang fette Client-Anwendungen als Lightweight-Komponenten in den Portal-Server wandern.

Von den unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Benutzergruppen ging auch Nat Friedman vom Open-Source-Anbieter Ximian aus. Dabei zog er Parallelen zum Server-Bereich, wo Linux in einzelnen Edge-Servern etwa für File, Print, Proxy und Web gestartet, schnell in den Applikationsbereich vorgerückt und jetzt bereits in Rechenzentren erfolgreich sei. Vergleichbar sei damit der Einsatz von Linux-Desktops zuerst in Randbereichen wie technischen Workstations, Systemadministration und Entwicklung als eine Gruppe, dann am Point of Sales, in der Lagerverwaltung sowie im Zusammenhang mit Business-Appliances als zweite Anwendergruppe und schließlich für allgemeine Knowledge Worker.

Linux sei noch nicht wirklich für den Consumer-Desktop und für den Einsatz auf allen Unternehmens-Frontends optimiert. Anwender sollten es zuerst in den ersten beiden Zielsegmenten nutzen, wo sie mit Linux-Desktops zum Beispiel ihre Software-, Support- und Sicherheitsfolgekosten um 80 Prozent senken könnten. Für die restlichen PC-User, die aufeinander abgestimmte Microsoft-Umgebungen gewöhnt sind, seien Linux-Desktops noch nicht "rund" genug. Die einzelnen Bedienelemente der Desktops und der verschiedenen Anwendungen seien noch zu uneinheitlich. Diese vergleichsweise große Wahlfreiheit irritiere normale Anwender eher, als dass sie ihnen nütze.

Gute Erfahrungen bei Berndes

Lars Kloppsteck vom mittelständischen Edelpfannen-Hersteller Berndes in Arnsberg berichtete dagegen von anderen Client-Erfahrungen. In seinem Unternehmen ohne Windows-Tradition bewähre sich die Kombination von E-Servern der I-Series 270 mit OS/400, geclusterten Linux-, File-, Office-, Kommunikations- und Terminal-Servern mit Debian Woody sowie 80 schlanken Linux-Terminals neben 20 Notebooks und fünf Workstations. Die Linux-Terminals booten von Terminal-Servern und bieten Anwendern einen KDE-Desktop, Star Office, Mozilla als Browser und für den Zugriff auf den Host eine TN-5250-Emulation. Für Spezialanwendungen wie Postetiketten, Microsoft Project und Controlling-Frontends zu Microsoft Excel könnten einzelne Terminals mit einem Citrix-Client auf einen Windows NT 4.0 Terminal Server mit Citrix Metaframe 1.8 zugreifen. Das Unternehmen profitiere von dem offenen System mit seinen Schnittstellen. Zufrieden äußerte sich Kloppsteck über niedrige TCO, hohe Flexibilität, Stabilität und Sicherheit sowie insbesondere über die Unabhängigkeit von Plattformen und Update-Zyklen.

Dies stellte sich für Horst Bräuner vom kommunalen Linux-Vorzeigeprojekt in Schwäbisch Hall genauso dar. Die Stadt mit Unix/Linux-Tradition in der Server-Infrastruktur könne die erheblichen Steuerausfälle durch Einsparungen bei Software und Administration der Linux-Desktops teilweise auffangen. Dabei sei bisher weder der KDE-Desktop noch Star Office eine Hürde für die städtischen Anwender. (ue)

*Bernd Kretschmer ist freier Fachjournalist in Nienburg (bernd@kretschmer.de).