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04.07.2003 - 

Neue Liste der 500 schnellsten Supercomputer

Günstige Power-Cluster sind gefragt

MANNHEIM (CW) - Die 21. Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt belegt den unverändert großen Leistungshunger der Anwender. Dass die Kunden gleichzeitig zu sparen versuchen, zeigt der inzwischen hohe Anteil von preiswerten Clustern.

Wie im Vorjahr ist der von NEC gebaute "Earth Simulator" am gleichnamigen geowissenschaftlichen Rechenzentrum in Yokohama mit 53,86 Billionen Fließkomma-Operationen pro Sekunde (Tflops) nach Linpack-Test der schnellste Rechner der Welt. Mit deutlichem Abstand folgt auf Platz zwei mit 13,88 Tflops der Server "Asci Q", den Hewlett-Packard ans Los Alamos National Laboratory geliefert hat. Dies zeigt die neue Liste der 500 leistungsstärksten Rechner der Welt, die auf der vom Mannheimer Professor Hans Meuer initiierten jährlichen internationalen Supercomputerkonferenz (ISC) vorgestellt wurde.

7,63 Tflops leistet das drittplatzierte System vom Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL). Es handelt sich um ein Intel-basierendes Cluster aus 2304 Prozessoren, auf denen Linux läuft. Auch auf den Plätzen sechs und acht finden sich Cluster. Auf die achte Stelle hat es ein Neuzugang von HP gebracht, das schnellste System auf Basis der Intel-CPU Itanium 2. Auf der Liste sind 149 Server als Cluster gekennzeichnet, im November letzten Jahres waren es noch 93. Im Rahmen dieses Cluster-Trends und im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Intel-basierenden Superrechner auf 119 mehr als verdoppelt.

Gewinner im Cluster-Segment ist Dell mit 15 Nennungen, wobei sie vier Installationen in die Top 50 gebracht haben. Größter hardwareunabhängiger Cluster-Integrator ist Linux Networx mit sechs Nennungen. 23 der Cluster (vorher 14) sind Eigenbauten der Anwender.

HP und IBM an der Spitze

Marktführender Lieferant von Supercomputern ist Hewlett-Packard mit 159 Systemen (zuvor 137). Nur einen Server weniger hat IBM geliefert (158, früher 131). Auf Platz drei folgt SGI mit 54 Rechnern. Aber Big Blue kann für sich in Anspruch nehmen, die größte akkumulierte Rechenpower in der Top-500-Liste installiert zu haben: 130,87 Tflops leisten die Rechner mit dem blauen Label. HP-Systeme kommen auf 90,37 und NEC-Computer auf 43,87 Tflops.

Die Gesamtleistung der 500 schnellsten Rechner der Welt ist von 293 auf 375 Tflops gestiegen. Um in die aktuelle Supercomputerliste aufgenommen zu werden, bedurfte es einer Leistung von 245,1 Gflops, vor sechs Monaten hätten noch 195,8 Gflops gereicht. 59 Systeme schaffen inzwischen eine Leistung von 1 Tflops. Für eine Platzierung in den Top Ten sind knapp 4 TFlops Pflicht.

51 Prozent der Supercomputer sind "Made in USA" und 55 Prozent auch dort in Betrieb. Deutschlands schnellster Rechner, eine IBM P690 bei der Max-Planck-Gesellschaft MPI/IPP in Garching, steht auf Platz 24 der Supercomputerliste. Auf den Plätzen 29, 33 und 36 finden sich die nächsten schnellen Computer Deutschlands, nämlich beim Leibnitz Rechenzentrum, München, beim Deutschen Klimarechenzentrum, Hamburg, und beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Die meisten Supercomputer betreibt hierzulande BMW; bei den elf Nennungen in der Liste handelt es sich durchweg um HP-Systeme, vorwiegend vom Typ "Superdome".

Einstiegspreise sinken

Der Löwenanteil der Superrechner entfällt auf Großforschungseinrichtungen und Universitäten. Bei Letzteren fällt die zunehmende Verbreitung von Clustern auf. Auch immer mehr Unternehmen nutzen die preiswerteren Cluster, um ihrem Rechenbedarf zu genügen. Ein bekannter Fall ist MTU Aero Engines (siehe CW 7/03, Seite 32), deren erstes Linux-Cluster mit 128 CPUs auf Platz 291 kam. Nach dem Ausbau auf 300 Nodes wird in der nächsten Supercomputerliste ein Sprung nach vorn feststellbar sein. Der Ölkonzern Saudi Aramco erweitert gerade ein 32-CPU-Cluster auf 1820 Pentium-III-Prozessoren. In den beiden Installationsfällen heißt der Hardwarelieferant Dell. (ls)

Abb: Cluster im Highend

Die Zahl der Cluster unter den 500 schnellsten Rechnern der Welt ist in den letzten beiden Jahren drastisch gestiegen. Quelle: Dell