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08.11.1991 - 

Philips-Akquisition verzögert sich weiter

Günstiger Dollarkurs verhilft deutscher DEC zu mehr Gewinn

MÜNCHEN (bk) - Weiter im Umbruch befindet sich die Digital Equipment GmbH, München. Im Gegensatz zum Vorjahr aber, als die Umstrukturierungen nahezu den gesamten Gewinn der Vertriebsgesellschaft verzehrten, weisen die Münchner für 1990/91 wieder einen Profit von rund sechs Millionen Mark aus. Maßgeblich trug allerdings der günstige Dollarkurs dazu bei.

"Das zurückliegende Geschäftsjahr war ein Jahr der Weichenstellung", konstatierte Jörg Rieder, Vorsitzender der Geschäftsführung der Digital Equipment GmbH gegenüber der Presse in München. Der gesamte Konzern sei im Eilschritt unterwegs, sich von einem ein- zu einem multidimensionalen DV-Anbieter zu entwickeln. Dies zeigten nicht nur die zurückliegenden Übernahmen und Beteiligungen, mit denen die Unternehmensbasis qualifiziert erweitert worden sei, sondern auch die verstärkten organisatorischen Änderungen mit dem Ziel, mehr Kundennähe zu erzielen und als Systemintegrator voranzukommen.

Aus den durch die Corporation in den vergangenen Monaten getätigten Firmen-Akquisitionen konnte die deutsche Vertriebsgesellschaft allerdings noch keinen unmittelbaren Nutzen ziehen. Da sich der Kauf der Computerdivision von Philips, der eigentlich zum 1. Oktober 1991 abgeschlossen sein sollte, weiter hinauszögert, sehen sich die Münchner zwar konzeptmäßig gewappnet, mit der Implementierung konnte jedoch nur teilweise begonnen werden. Laut Rieder ist geplant, die deutschen Philips-Aktivitäten der Digital-Kienzle Computersysteme GmbH & Co. KG, Villingen, anzugliedern, die für DEC seit der mehrheitlichen Übernahme der Kienzle-Datentechnik von Mannesmann durch die Corporation das Mittelstandsgeschäft betreibt. Von dieser Regelung ausgenommen werde der Finanzwirtschaftssektor (Banken) sein, den man auf die Digital Equipment GmbH übertragen wolle.

Zu der geschäftlichen Entwicklung von Digital-Kienzle wollte sich Rieder nicht äußern. Es handele sich hierbei um eine von der GmbH völlig getrennt operierende Gesellschaft, die sich um den typischen Mittelstandskunden kümmere - allerdings mit einer Einschränkung: Seien die Mittelständler Tochtergesellschaften von Konzernen, falle die Betreuung in den Zuständigkeitsbereich der GmbH.

Zum Ergebnis des Geschäftsjahres 1990/91, das am 30. Juni endete, erklärte Rieder, es entspreche den Erwartungen. Zufrieden zeigte er sich vor allem angesichts der Verbesserung der Profitabilität - der Gewinn stieg von 153 000 Mark im Vorjahr auf knapp 6,1 Millionen Mark, wozu der günstige Dollarkurs aber kräftig mithalf. Den Umsatz konnte die GmbH nur unwesentlich steigern: um zwei Prozent von 1,75 auf 1,79 Milliarden.

Bei der Vorstellung der Jahreszahlen mußte Rieder erstmals auf seinen langjährigen Finanzchef Hans-Joachim Nowak verzichten. Der 50jährige Diplom-Kaufmann hatte das Unternehmen Ende September überraschend verlassen. Rieder erklärte dazu, Nowak wäre mit "einem lachenden und einem weinendem Auge" gegangen und in eine andere Branche gewechselt. In Insider-Kreisen wird indes gemunkelt, daß Nowak regelrecht das Handtuch geworfen habe, weil er angesichts der Geschäftspolitik, die der Konzern betreibe, eine weitere finanzielle Talfahrt auf das Unternehmen zukommen sehe.

Nowaks Posten wird laut Rieder nicht neu besetzt. Für die Finanzen bei der GmbH ist nunmehr Jean-Philippe Rickenbach im Rahmen seiner Verantwortung als Finanzdirektor für den deutschsprachigen Raum kurz D.A.CH (für Deutschland, Österreich und die Schweiz) genannt - zuständig.