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13.02.2004 - 

Herstellertrio arbeitet an selbstkonfigurierendem Funknetzverbund

Günstiger Weg zum Enterprise WLAN

MÜNCHEN (IDG/hi) - Geht es um WLAN-Lösungen für unternehmensweite Funknetze, so geben momentan Cisco, Proxim und Symbol den Ton an. Dass es auch günstigere Ansätze gibt, wollen nun Netgear, Bluesocket sowie Propagate Networks gemeinsam beweisen.

Werden heute Funknetze im Enterprise-Stil geplant, führt kaum ein Weg an Herstellern wie Cisco, Proxim oder Symbol Technologies vorbei. Mit Features wie ausgeklügelten Management-Funktionen oder der Switching-Technik für Funknetze haben sich diese Hersteller als feste Größe im Wireless-Enterprise-Business etabliert. Funktionen, die der Anwender allerdings fürstlich zu bezahlen hat: Die Unternehmenslösungen kosten in der Regel ein Vielfaches des Preises eines einfachen Access Points.

Alternative zum WLAN-Switching

Im lukrativen Geschäft mit den Enterprise-Kunden wollen nun Netgear, Bluesocket und Propagate Networks mitmischen, indem sie ihr unternehmensspezifisches Know-how zu einer Lösung verbinden. Der Ansatz ist dabei die Idee, kostengünstige Access Points über ein Security Gateway zu verbinden, das Ganze fast vollautomatisch über eine darüber liegende Software zu steuern und so eine zentralisierte WLAN-Infrastruktur aufzubauen. Diese, so die Pläne des Trios, sollen die Anwender errichten können, ohne zahlreiche WLAN-Switches zu benötigen. Ferner soll sich ein solches Funknetz zu deutlich niedrigeren Kosten als mit den Komponenten von Cisco realisieren lassen. Keine falsche Bescheidenheit an den Tag legend, rechnet Propagate vor, dass eine solche Verbundlösung in der Anschaffung 50 Prozent günstiger sei und im laufenden Betrieb 70 Prozent weniger Kosten verursache.

Dazu setzen die drei Bündnispartner auf einen Produktmix, der aus den folgenden Komponenten besteht: Netgear liefert die Access Points, von Bluesocket kommt ein Management- und Security-Gateway, und von Propagate stammt die Software "Autocell". Diese erlaubt es den Clients und Access Points, untereinander automatisch die Radiosignale und verwendeten Funkkanäle anzupassen, um Interferenzen zu vermeiden und damit die Bandbreite bestmöglich auszunützen.

Die Lösung im Detail

Auch wenn Netgears CEO und Chairman Patrick Lo in der Vergangenheit nicht müde wurde, zu betonen, dass seine Company mit ihren WLAN-Produkten nur Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern adressiere, hoffen die Partner nun mit dieser Kombination auch größere Unternehmen zu gewinnen. Ihr Kalkül ist dabei, dass das Netgear-Equipment in dieser Kombination auch für die Enterprise-Klientel attraktiv ist. Bislang hatte Netgear nämlich mit einem Manko zu kämpfen: Man führte zwar neue WLAN-Standards wie 802.11g (54 Mbit/s Übertragungsgeschwindigkeit) oder das verbesserte Sicherheits-Feature WPA (Wifi Protected Access) schnell in den Produkten ein, bot jedoch wenig an Konfigurationsoptionen und Management-Tools für das Enterprise-Umfeld.

Gerade die Kombination aus Netgear-Produkten der Prosafe-Reihe und dem Bluesocket-Gateway dürfte deshalb für größere Unternehmenskunden interessant sein, da die Netgear-Produktschwächen in Sachen zentralisiertem Management und Sicherheit durch Bluesockets Gateway ausgebügelt werden. In diesem Szenario soll nämlich das Gateway viele Access Points bündeln und so den Administrator in die Lage versetzen, diese zentral zu konfigurieren und zu managen. Als dritte Komponente kommt dann die Propagate-Software Autocell ins Spiel, die vereinfacht ausgedrückt die Kommunikation zwischen Client und Access Point regelt.

Hierzu stellt Autocell etliche Funktionen zur Konfiguration der Funkfrequenzen bereit, die in den meisten Gateway-Produkten serienmäßig nicht implementiert sind. Wird die Software etwa in die Access Points und ClientAdapter eingebettet, können die Funkteile dieser Geräte miteinander kommunzieren und die optimalen Einstellungen automatisch aushandeln, um so ein klares und starkes Signal für die Datenübertragung zu gewährleisten. Konkret wäre der Administrator damit von der leidigen Aufgabe entbunden, in größeren WLAN-Netzen von Hand die Funkkanäle so einzustellen, dass sich die Access Points nicht gegenseitig stören. Die Funktionsweise von Autocell beschränkt sich jedoch nicht auf die Access Points und Clients, wenn Gateway-Hersteller wie Bluesocket, Riveedge oder Chantry Networks das API der Software ebenfalls nutzen. Dann kann nämlich beispielsweise über die Bluesocket-Management-Applikation festgelegt werden, dass ein Access Point den Clients nur dann Netzverbindungen erlaubt, wenn diese mit mindestens 1 Mbit/s funken. Interessant an diesem Ansatz ist, dass zwar die Regel einmal im Gateway festgelegt wird, ihre Überwachung aber später im Access Point selbst erfolgt und nicht etwa wie beim WLAN-Switching an zentraler Stelle.

Erste Erfahrungen

Dass dieses Konzept bereits in der Praxis funktioniert, zeigt Propagate in seinen eigenen Büros. Dort wurden relativ nahe beieinander mehrere Netgear 802.11a Access Points mit 54 Mbit/s installiert. Über Autocell handeln nun die Access Points untereinander die geeigneten Funkkanäle aus. Glaubt man den Propagate-Mitarbeitern, so haben sie es auf diese Wiese geschafft, dass jedem Notebook die maximale Nettotransferrate von 22 Mbit/s auch wirklich zur Verfügung steht.

Überzeugt vom gemeinsamen Ansatz der drei Partner, glaubt Eric Janszen, President und CEO von Bluesocket, dass das automatische Management der Funkkanäle bald eine Selbstverständlichkeit ist. Anwender würden künftig verstärkt Kombinationslösungen nachfragen, die eine enge Interaktion zwischen drahtlosem Client und Access Point beinhalten, da nur so die Sicherheit, das Management und eine effiziente Nutzung der Funkkanäle bei steigender Verbreitung der WLANs in den Griff zu bekommen seien.

Die Konkurrenz zum Verbundansatz

Wettbewerber wie etwa Symbol Technologies sehen dem Vorstoß des Trios gelassen entgegen. "Letztlich beweist der Ansatz von Netgear und Co, dass wir mit dem WLAN-Switching auf dem richtigen Weg sind, aber einen Entwicklungsvorsprung von einem Jahr haben, kommentiert Yangmin Shen, Technical Director bei Symbol, lächelnd die Konkurrenzlösung. Zwar hält Shen die Grundzüge des Konzepts für richtig, sieht aber in der Realisierung des Trios einen großen Pferdefuß: "Gibt es eine größere Änderung der WLAN-Standards, so muss der Anwender alle intelligenten Access Points austauschen. Und das wird teuer."

Symbol selbst setzt deshalb beim Aufbau intelligenter WLAN-Infrastrukturen auf das WLAN-Switching in Verbindung mit "dummen" Access Points - vom Hersteller auch als "Access Ports" bezeichnet. Diese sind bei Symbol, vereinfacht ausgedrückt, reine Sende- und Empfangsteile. Die ganze Intelligenz für die Benutzerauthentifizierung, Verschlüsselung etc. sitzt dagegen im zentralen Switch. Laut Shen ist es mit diesem Ansatz einfacher, etwa auf neue WLAN-Standards zu reagieren, da diese nur einmal im zentralen Switch eingespielt werden müssten, während beim Ansatz des Triumvirats jeder Access Point ein Update benötige.

Pro und Kontra

+ Mehr Sicherheit als bei reinen Access Points,

+ bessere Ausnutzung der Funkkanäle,

+ automatische Konfiguration der Funkfrequenzen,

+ effizientere Konfiguration,

+ mehr Management-Optionen,

+ Verwendung gängiger Access Points, keine speziellen Funkteile wie bei Symbol.

- Komplexe Access Points,

- nicht standardisierter Ansatz,

- neue Standards erfordern Updates an allen Access Points,

- Änderungen an der Funkübertragung erfordern neue, teure Access Points.