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02.08.1996 - 

Unregelmäßigkeiten im Börsengeschäft bestritten

Gupta läßt sich Einigung mit Aktionären Millionen kosten

In den beiden letzten Quartalen des Jahres 1993 und den beiden ersten des Folgejahres sei Gupta seiner Pflicht zur Offenlegung börsenwirksamer Informationen nicht nachgekommen, lautete der Vorwurf. Wie in solchen Fällen üblich, wurde eine Gemeinschaftsklage gegen das Unternehmen und einige seiner Manager eingereicht die Börsenaufsichtsbehörden leiteten entsprechende Voruntersuchungen ein.

Zu einer Anklage seitens der Security Exchange Commission kam es jedoch nicht, weil beide Parteien nach zweijährigem Ringen einer Einigung zustimmten. Danach wird Gupta drei Millionen Dollar in bar zahlen und 1875000 Aktien in einen Fond geben, den sich die Mitglieder der Klägerseite teilen. Bis zu 625000 weitere Aktien wird das Unternehmen abgeben, sofern der Kurs ein festgelegtes Limit unterschreitet.

Helmut Wilke, Vice-President Europe, ist mit dieser Regelung einverstanden, zumal die gegnerische Partei ihre Forderung von 50 Millionen Dollar nicht durchgesetzt habe. In der Softwarebranche seien Vorgänge dieser Art nicht ungewöhnlich, weil die oft extremen Kursschwankungen das Mißtrauen der Anleger hervorriefen. Die Aufsichtsbehörden hätten nach ihren Untersuchungen letztlich keine Beweise in Händen gehabt.

Wilke selbst mußte ebenfalls in den Zeugenstand treten. Die Klägerseite argwöhnte, er habe im Zusammenhang mit dem Konkurs einiger Distributoren, darunter die AKA-EDV GmbH, Bochum, Informationen vorenthalten.

Auf die Frage, warum ein Unternehmen rund 17 Millionen Dollar zahlt, wenn es nichts zu verbergen hat, entgegnet der Gupta- Manager: "Solche Gerichtsverhandlungen sind sehr lästig. Sie binden Kräfte und halten auf, weil ständig irgendwelche Anhörungen stattfinden und Unterlagen herangeschafft werden müssen." Außerdem wolle man nicht riskieren, daß sich in einem Prozeß die Geschworenen schon aus Sympathie zugunsten der Aktionäre und gegen das "Big Business" entschieden.

Nicht nur mit ihren Aktionären, auch mit ihren Wirtschaftsprüfern hatten die Softwerker Probleme. Die Auditoren von Arthur Andersen, die das Unternehmen von 1993 bis 1995 betreut hatten, warfen nach den Querelen um die angeblichen Unregelmäßigkeiten am Aktienmarkt das Handtuch. "Wir wissen nicht, warum das passiert ist", so Wilke. Möglicherweise hätten die Rechnungsprüfer Sorge gehabt, einer unkorrekten Vorgehensweise bezichtigt werden zu können.

Auf jeden Fall zog Andersen seine Statements für die Jahre 1993 bis 1995 zurück und überließ dem Nachfolger Price Waterhouse die nochmalige Bearbeitung der alten Accounts.

Folge war eine Verzögerung der 95er Bilanz, die inzwischen jedoch nachgereicht wurde. Als Restrukturierungskosten sind dort unter anderem auch die Summen aufgeführt, die Gupta für den Vergleich mit seinen Aktionären aufbringen mußte.

Die Softwerker meldeten einen Verlust von 44,1 Millionen Dollar - bereits im Vorjahr waren rote Zahlen in Höhe von 31,8 Millionen Dollar geschrieben worden. Der Umsatz stieg 1995 auf 65,7 Millionen Dollar (Vorjahr: 56,5 Millionen Dollar). Nach umfassenden Sanierungsmaßnahmen - 16 Prozent der Mitarbeiter wurden entlassen, diverse Sales- und Marketing-Büros geschlossen und die Produktlinie gestrafft - ist nun Licht am Ende des Tunnels in Sicht: Im ersten Quartal wurde ein Profit von 321000 Dollar ausgewiesen, wenngleich der Umsatz von 17,4 auf 15,4 Millionen Dollar schrumpfte. Wilke rechnet dennoch für 1996 mit schwarzen Zahlen.