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09.12.1994

"Gupta steht nicht zum Verkauf"

CW: Oracle war im vergangenen Sommer daran interessiert, Gupta zu uebernehmen. Galt das Interesse in erster Linie dem Produkt "SQL Windows"?

Gupta: Oracle war sowohl an den Tools als auch an unserer Datenbank interessiert. Sie wollten unsere Datenbank zu einer Art "Oracle lite" machen, weil sie kein Produkt besitzen, das klein und einfach zu handhaben ist und zudem gut funktioniert. Ausserdem benoetigten sie wohl Tools, weil sie mit ihrem Cooperative Development Environment (CDE) nur maessig erfolgreich waren.

CW: War es Ihr Wunsch, dass der Oracle-Deal zustande kam?

Gupta: Ich wollte eine strategische Allianz, das hatte ich Oracle- CEO Larry Ellison vor einiger Zeit vorgeschlagen, als ich ihn zufaellig in einem Flugzeug traf. Mir schwebte ein aehnliches Abkommen wie mit Novell vor: Oracle sollte einen bestimmten Prozentsatz unserer Aktien erwerben, doch wir wuerden ein unabhaengiger Anbieter bleiben. Unser Aktienkurs stand ziemlich niedrig, und ohne dass ich davon wusste, entschied sich Oracle dafuer, einige unserer Anteile aufzukaufen.

Schliesslich kam Ellison auf mich zu und meinte: "Vergiss die strategische Allianz, wie waer's, wenn wir Euch kaufen wuerden?" Die Diskussion verlief sehr harmonisch, in der Presse wurde das oft falsch dargestellt. Dort war von einer unfreundlichen Uebernahme die Rede. Ich habe Ellison mitgeteilt, dass ich nicht interessiert bin.

Als boersennotierte Company waren wir jedoch in einer schwierigen Situation. Auf der einen Seite wollten wir die Uebernahme vermeiden, andererseits kann man nicht einfach nein sagen, weil man eine bestimmte Verantwortung gegenueber den Aktionaeren hat. Wir luden Oracle-Repraesentanten zu einem Gespraech mit unserem Verwaltungsrat (Board of Directors) ein. Sie unterbreiteten uns ein Angebot, auf das wir allerdings nicht eingingen. Daraufhin verkaufte Oracle seinen Aktienanteil wieder. Unser gutes Verhaeltnis wurde durch die Uebernahmegespraeche keineswegs getruebt.

CW: Heisst das, eine strategische Partnerschaft mit Oracle ist noch immer denkbar?

Gupta: Auf jeden Fall. Wir werden weiterhin kooperieren, wenngleich ich Ihnen hier nichts Aktuelles von einer neuen strategischen Allianz berichten kann.

CW: Was verspricht sich Gupta von der Zusammenarbeit mit dem Marktfuehrer?

Gupta: Wir moechten einen engeren Kontakt zur Oracle-Kundenbasis. Dort besteht einerseits das Interesse, Anwendungen zu entwickeln, die dazu beitragen, die Investitionen in Oracle-Produkte zu sichern. Andererseits sind diese Kunden wenig geneigt, die CDE- Umgebung von Oracle zu verwenden, weil die Tools nicht so geeignet sind wie beispielsweise unsere. Eine enge Kooperation wuerde uns gestatten, in diesen Markt hinein zu verkaufen, ohne auf die Gegenwehr der Oracle-Verkaeufer zu treffen.

CW: Werben andere Hersteller um die Gunst von Gupta? Gupta: Das moechte ich hier nicht kommentieren. Fakt ist: Gupta steht nicht zum Verkauf.

CW: Wie standen Sie im vergangenen Quartal finanziell da? Gupta: Wir haben eines der schwierigsten Uebergangsjahre unserer Firmengeschichte hinter uns gebracht, sind aber dennoch recht zufrieden: Im letzten Quartal konnten wir im Vergleich zum vorletzten ein 70prozentiges Umsatzwachstum verbuchen. Allerdings mussten wir in letzter Zeit viel Geld ausgeben. Dahinter steckt eine strategische Entscheidung. Wenn es unser Ziel ist, eine sehr grosse Company zu werden, koennen wir nicht davor zurueckschrekken, kraeftig zu investieren.

CW: Sie haben vor einiger Zeit gesagt, Vertrauenswuerdigkeit sei das A und O in Ihrem Geschaeft...

Gupta: ...absolut richtig.

CW: Verlieren Sie aus Sicht Ihrer Kunden mit zunehmenden Finanzproblemen nicht an Glaubwuerdigkeit?

Gupta: Bis Ende 1993 hatte die Gupta Corp. in ihrer zehnjaehrigen Geschichte Wachstumsraten von durchschnittlich 75 Prozent vorzuweisen. In den besten Jahren wuchsen wir um 100 Prozent, in den schlechteren noch immer um 50 Prozent. Acht von zehn Jahre haben wir Geld verdient. Fast jeder, der in unsere Firma investierte, hat Gewinn gemacht, laesst man einmal das letzte Jahr unberuecksichtigt. Diese Fakten sprechen wohl fuer sich.

Umang Gupta, Chairman und Gruender der Gupta Corp., Menlo Park, Kalifornien, im Gespraech mit dem IDG-Korrespondenten Rob Guth in Tokio.