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07.04.2014 - 

Keine unprofitablen Geschäfte mehr

Gustavo und die schöne Also-Braut

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Auf der Also-Hausmesse Channel Trends & Visions hat das Management seine Marschroute für die kommenden Jahre dargelegt.
'Eine schöne Braut will man nicht verkaufen, die will man heiraten', Gustavo Möller-Hergt, CEO der Also Holding AG.
'Eine schöne Braut will man nicht verkaufen, die will man heiraten', Gustavo Möller-Hergt, CEO der Also Holding AG.

Voll besetzt war die große Tribüne in der Jahrhunderthalle in Bochum, als Also-Konzernchef Gustavo Möller-Hergt in seiner Keynote über seine Pläne mit dem Distributor sprach. Der Manager aus dem Stall des Also-Mehrheitseigners Droege, tritt vehement Gerüchten entgegen, Droege habe sich bei dem Grossisten nur engagiert, um ihn gewinnbringend schnell wieder los zu werden: "Manche sagen, die wollen die Braut nur hübsch machen um sie dann zu verkaufen. Aber warum sollte man eine schöne Braut verkaufen wollen? Die will man doch heiraten!", so die Logik des Konzernlenkers.

So gibt sich auch das deutsche Management optimistisch: "Wir sind zufrieden mit mit dem Ergebnis und der Entwicklung", äußert sich der Sprecher der Geschäftsführung der Also GmbH, Reiner Schwitzki. Auch wenn Also sich mittlerweile auf vielen Geschäftsfeldern betätigt, ist der klassische Broadline-Bereich immer noch ein Herzstück des Unternehmens. Hier sei man im zweistelligen Prozentbereich gewachsen, ergänzt sein für das Broadline-Geschäft zuständige Geschäftsführerkollege Stefan Klinglmair. So habe man das schwächere Notebook-Geschäft durch mobile Geräte wie Tablet "deutlich kompensieren" können. "Wir haben uns in Q1 von zahlreichem unprofitablem E-Tail und Retail-Geschäft getrennt", erklärt Klinglmair das Erfolgsrezept.

Broadliner will noch breiter werden

Auf der anderen Seite schaue man auch recht und links des traditionellen IT-Geschäfts wie 3D-Druck, Lighting oder Wearables. "Wir wollen uns in die Breite entwickeln", bekräftigt der Broadline-Chef. Dabei gelte aber das Motto. "Keine unprofitablen Geschäfte mehr". Unter anderem zähle dazu "der größte Onliner im klassischen PC-Geschäft".

Matthias Lorz, in der Also-Geschäftsführung für Service zuständig, hat es sich zur Aufgabe gemacht, von der "endgerätelastigen Sichtweise" zur Lösung zu kommen und verkaufbare und vermarktbare Pakete zu entwickeln. Eine positive Bilanz zieht er auch aus den Übernahmen der letzten Zeit unter anderem aus den Bereichen Electronic Software Distribution mit Atomblock, AV mit Medium, Managed Print Services mit Druckerfachmann.de oder jüngst mit dem Cloud-Dienstleister Nervogrid. "Die Distribution muss offener sein, viel früher Prozesse und Trends aufgreifen und nicht nur auf die Industrie warten", fordert Lorz. Man müsse die Scheuklappen abnehmen, ergänzt Klinglmair. "Das wird uns in fünf bis zehn Jahren den Vorsprung sicher, den wir jetzt schon haben", meint er.

Dazu zählt Also auch das Service-Geschäft der Tochtergesellschaft Cora aus Berlin. Gerade in diesen recht neuen Betätigungsfelder läuft Also auch Gefahr, im direkten Geschäft mit Endkunden die Händler zu verärgern. "Wir machen kein Geschäft, wo wir in Konkurrenz mit unseren Händlern treten", bekräftigt Klinglmair. So bestreiten die Protagonisten auch vehement, dass in dem zu Cora gehörenden Endkunden-Webshop PreiswertePC.de Neuware verkauft werde. Diese Produkte seien allesamt "refurbished". Ein Blick in den Shop zeigt jedoch ein anderes Bild: Unter dem Reiter Neuware finden sich entsprechende Angebote, derzeit beispielsweise ein Apple iPad Air für 444 Euro. (Update: Also hat inzwischen die missverständliche Rubrik "Neuware" aus dem Webshop entfernt).

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