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29.08.2003 - 

Network Attached Storage im Test

Gut, aber nicht perfekt: EMCs NS600-Speicher

MÜNCHEN (IDG) - EMCs Mittelklassespeicher "Celerra NS600" kann mit deutlich teureren Konkurrenzprodukten mithalten. Zu diesem Ergebnis kommt das US-amerikanische Test- und Beratungshaus Miercom.

EMC positioniert den Network-Attached-Storage-(NAS-)Speicher NS600 als ideales System zur Konsolidierung von File-Servern und der gleichzeitigen Verbesserung von Service-Levels. Dies ergebe sich aus den Highend-Funktionen, die der Hersteller dem Mittelklassegerät eingebaut habe, so die Tester. Sie bescheinigen ihm, dass er bei einem Listenpreis von 162000 Dollar für eine Kapazität von 1 TB "eine Alternative zu Wettbewerbsprodukten darstellt, die mehr als 250000 Dollar kosten". Er biete ähnlich viel redundant ausgelegte Hardwarekomponenten wie ein Highend-Gerät und erreiche auch entsprechende Hochverfügbarkeits-Testergebnisse.

Zweigeteilte Architektur

Das Frontend des NS600 lagert im "Data Mover Enclosure" (DME), das aus zwei unabhängigen Servern oder Data Movers besteht. Jeder Server arbeitet mit zwei Intel-Prozessoren (mit einer Taktrate von 2 Gigahertz) und dem proprietären Unix-basierenden Betriebssystem "Data Access in Real Time" (Dart). Jeder Data Mover unterstützt sechs Netzanschlüsse für Geschwindigkeiten von 10, 100 oder 1000 Mbit/s.

Der zweite wichtige Bestandteil des File-Servers ist das "Storage Processor Enclosure" (SPE), das das angeschlossene Clariion-Subsystem als Backend verwaltet. Auch das SPE besteht aus zwei Speicherrechnern, die der Leistung der DME entsprechen. Die räumliche Trennung von DME und SPE in zwei verschiedenen Einschüben hat den Vorteil, dass beim Ausfall einer Festplatte im Raid-System die SPE den Datensatz liefern kann, mit dem sich die Disk wiederherstellen lässt, ohne dass der Data Mover in seiner Arbeit beeinträchtigt wird. Fibre-Channel-Leitungen (mit 2 Gbit/s) verbinden die Frontend- mit den Backend-Komponenten.

Für die kontinuierliche Datensicherung ist es wichtig, dass ein NAS-Speicher sowohl interne als auch externe Störungen und Komponentenausfälle verkraften kann. "Fail Safe Networks" (FSN) nennt sich die Funktionalität, die dies bei den Data Movers sicherstellen soll. Die Netzanschlüsse der DME lassen sich unterschiedlich konfigurieren, so dass beispielsweise eine Ausweichverbindung über eine separate Netzkarte geschaltet wird und der Ausfall des ersten Netzadapters oder eines externen Switchs oder Routers das Gerät nicht lahm legt. Andere Konfigurationen, auch die Aggregation mehrerer Leitungen (Link Aggregation oder Ethernet Port Trunking) sind möglich.

Um die wichtige FSN-Funktion zu testen, wurden die Data-Mover-Anschlüsse 0 und 1 als erste und zweite Netz-Schnittstelle über ein Pull-down-Menü konfiguriert. Beim Ziehen des Steckers von Port 0 erfolgte die Übergabe der Arbeitslast an Port 1 ohne Zeitverzögerung. Allerdings dauerte es danach 49 Sekunden, bis Port 0 wieder als Primäreingang aktiviert war. "Das dauert zu lange, denn Daten, die während dieser Zeit an das Gerät zwecks Speicherung geschickt werden, gehen verloren", bemängelten die Tester. Für sie ist das ein Fall, um den technischen Support zu bemühen.

Die Data Movers des NS600 können als "primary/primary" oder "primary/standby" geschaltet werden. Im ersten Fall sind beide Data Movers aktiv und verdoppeln den Durchsatz. Allerdings fehlt dem zweiten System dann das Backup, und die Daten müssten im Fall eines Fehlers manuell auf das verfügbare System umgeleitet werden. Wird der Speicher im Primary-Standby-Modus betrieben, arbeitet nur ein Data Mover, und der zweite übernimmt bei Ausfall des ersten. Im Test ergab sich beim Failover vom ersten zum Standby-System eine Verzögerung von 90 Sekunden - erneut ein hoher Wert. Zwar gingen keine Sessions verloren, aber der Schreibvorgang verzögerte sich.

Leistungstests

Die Testumgebung im Miercom-Labor erlaubte keine Aussagen über die maximale Kapazität. Die Tester nahmen stattdessen zwei Messungen vor: eine mit Datenblöcken von 8 KB und eine mit 16-KB-Datensätzen. Die I/O-Blöcke bestanden aus emuliertem File-Server-Datenverkehr mit 20 Prozent Schreibleistung und 80 Prozent Leseaufgaben. Angeschlossen waren acht Doppelprozessor-Rechner "Proliant" von HP, die jeweils zwei Clients simulierten. Beim 8-KB-Test ergab sich eine Verzögerung (latency) von zehn Millisekunden und ein Durchsatz von knapp 80 MB/s. Laut Miercom liegt der Durchsatz eines Windows-basierenden Einsteiger-NAS für diesen Test bei rund 7,67 MB/s.

Schneller Datendurchsatz

Keine Überraschungen erbrachte der Test mit 16-KB-Datenblöcken: Die Verzögerung war mit 14 Millisekunden etwas höher und die Durchsatzrate mit 9017 I/Os in der Sekunde etwas niedriger als beim Arbeiten mit den kleineren Datenblöcken. Dafür stieg der Durchsatz - wie erwartet - auf 140 MB/s.

Da Netzgeräte vielfältigen Sicherheitsanforderungen genügen müssen, wurde der NAS-Speicher zwei Angriffen ausgesetzt: Eine Denial-of-Service-Attacke auf die Data Movers verlangsamte die Durchsatzrate nur um drei Prozent. Einen "Jolt-2"-Angriff schluckte das Gerät mit nur vier Prozent Leistungseinbuße. Allerdings wirkte sich eine "SYN-Flood"-Belagerung auf den Microsoft-Anschluss (Port 445) heftig aus - 42 Prozent weniger I/Os in der Sekunde. Immerhin kam das Gerät bei allen drei Angriffen nie zum Stillstand.

Wizard hilft bei der Installation

EMC lieferte das Gerät fertig verkabelt und installiert zum Test, es musste nur angeschlossen und über den "Installations-Wizard" eine IP-Adresse vergeben werden. Die Software liefert eine Browser-basierende Kommunikation für die Inbetriebnahme. Verwaltet wird der NS600 über den "Celerra Web Manager", der mit Baumstrukturen arbeitet. Zusätzlich liefert EMC den "Celerra Monitor" mit, der eine tiefere Einsicht in die Management-Daten erlaubt und "fast zu viel Informationen darstellt". (kk)

Abb: Testergebnis

NS600 heimste durchwegs sehr gute Noten ein, nur bei den Features liefert er Durchschnittliches. Quelle: Miercom