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Perkin-Elmer Corporation

Gute Aussichten trotz flauer Vergangenheit

07.10.1983

Bei der Aktie von Perkin-Elmer zeigen die längerfristigen Trendlinien nach oben. Mit einem Wert von 0,5 ist das Kurs-/Gewinn-Verhältnis im Vergleich zur erwarteten Gewinnwachstumrate für die nächsten fünf Jahre von jeweils 30 Prozent nach wie vor vergleichsweise niedrig, meint das Brokerhaus Merrill Lynch. Vor diesem Hintergrund ist man sich unter den Analytikern einig, was die langfristigen Anlagechancen dieses Titels betrifft, und rät massiv zum Kauf.

Konkret rechnet man für das Geschäftsjahr 1984 mit einem Gewinn zwischen 1,60 und 2,25 Dollar je Aktie. Die Einstufungen unter kurzfristigen Gesichtspunkten weichen jedoch erheblich voneinander ab. Während Prudential-Bache einen Umtausch der Aktien von Perkin-EImer empfiehlt, ist Dean Witter der Ansicht, daß man bestehende Positionen in diesem Titel aufrechterhalten sollte. Merrill Lynch rät dagegen, sich auch unter kurzfristigen Gesichtspunkten massiv zu engagieren.

Zu den wichtigsten Produktgruppen des Unternehmens zählen Instrumente zur chemischen und physikalischen Analyse, elektrooptische Systeme, kleinere und mittlere Rechner, Instrumente für die Luft- und Raumfahrt sowie Micralign-Systeme zur Herstellung von Halbleitern. Die teilweise zurückhaltende Einschätzung der Anlagechancen dürfte auf die enttäuschenden Ergebnisse in den letzten zwei Jahren zurückzuführen sein. Nachdem im Verlauf von 25 Jahren der Gewinn beständig gestiegen war, kam es im Geschäftsjahr 1982 zu einem Rückgang um 24 Prozent.

Pionierarbeit geleistet

Dieser Trend wird sich, wenn auch in geringerem Ausmaß, wohl noch im Jahr 1983 fortgesetzt haben, das am 31 Juli endete. Die Abnahme könnte im Bereich von 17 Prozent gelegen haben, so daß mit einem Gewinn zwischen 1,10 und 1,20 Dollar je Aktie zu rechnen ist. Die Verantwortung für diese ungünstigen Ergebnisse schreibt man allgemein einer zu späten Einführung von Nachfolgern des Modells 200 der Reihe Micralign zu. Konkurrierende Verfahren konnten eine Menge an Boden gut machen. Zudem haben die Halbleiterhersteller angesichts der rückläufigen Konjunktur ihre Kapitalausgaben beträchtlich eingeschränkt.

Von der Vergangenheit sollte aber nicht auf die Zukunft geschlossen werden, meint Merrill Lynch. Besonders in den Hauptgeschäftszweigen des Unternehmens haben sich die Aussichten in der jüngsten Zeit wesentlich verbessert. Die Aufträge der Halbleiterindustrie sind deutlich gestiegen und man rechnet im dritten und vierten Quartal 1983 mit Zuwachsraten von 40 Prozent. Die Akzeptanz des Modells Micralign 500 mit neuen kostengünstigen Merkmalen fiel sehr ermutigend aus.

Die allmähliche Einbeziehung neuer "Wafer"-Technologien in die Geräte zur Halbleiterproduktion dürfte die Wettbewerbsposition wesentlich verbessert haben. Der Ersatz von bereits installierten Geräten durch Modelle der Reihe 300 und 500 könnte ebenfalls in den nächsten Jahren für beachtliche Wachstumschancen sorgen. Aber auch der Trend hin zu VLSI-Chips und Hochgeschwindigkeitsschaltkreisen (VHSIC) dürfte den kommerziellen Einsatz neuer Techniken bei der Produktion wie etwa der Röntgenlithographie fördern und zum Wachstum von Perkin-Elmer beitragen, das auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet hat.

Auch die Aussichten in dem zweiten wichtigen Geschäftsbereich der Gesellschaft, nämlich den Analysegeräten, zeigen eine deutliche Besserung. Die wachsende Bedeutung, die der Genforschung und -technik zukommt, und die zunehmende Automation des Laborbetriebs könnten die Zuwachsraten bei entsprechenden Analyseeinrichtungen in diesem Jahrzehnt auf 13 bis 15 Prozent erhöhen, verglichen mit zuvor zehn bis 13 Prozent. Der frühzeitige Einsatz von Mikroprozessoren in diesen Geräten hat Perkin-Elmer hier einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten verschafft.

Daneben kann das Unternehmen auf eine umfangreiche Bibliothek von mehr als 100 Softwarepaketen für derartige Anwendungen verweisen. Außerdem bietet Perkin-Elmer auch ein Management-Informationssystem für Laboranwendungen (LIMS) an. Die weitreichenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im biotechnischen, chemischen und pharmazeutischen Bereich lassen für die kommenden Jahre auf ein umfangreiches Marktpotential schließen. Die hohe Stellung, die auch die Konkurrenz diesem Bereich einräumt, läßt sich an dem jüngst zwischen Varian Associates und Digital Equipment geschlossenen Abkommen, ebenfalls ein entsprechendes Informationssystem zu entwickeln, erkennen.

Gute Ausgangsposition

Daneben sollte der Bereich Datensysteme nicht vergessen werden. Perkin-Elmer hat sich hier besonders auf die Entwicklung von Super-Minicomputern spezialisiert. Von den Wachstumschancen von 40 Prozent, die man diesem Markt allgemein zugesteht, dürfte das Unternehmen, das sich hier sowohl mit preisgünstigen Workstations als auch mit leistungsfähigen Super-Minicomputern der Produktreihe 3200 (bis zu 21 MIPS) eine gute Ausgangsposition verschafft hat, ebenfalls Nutzen ziehen.

Perkin-Elmer hat bereits seine gesamte Minicomputer-Palette auf 32-Bit-Architektur umgestellt und verwendet das bekannte Betriebssystem Unix. Die Übergangsprobleme von 16 auf 32 Bit, die der Konkurrenz teilweise noch bevorstehen, dürften somit bereits überstanden sein. Das Unternehmen verspricht sich zudem viel von dem neuen 16-Bit-Arbeitsplatzrechner, der den Motorola-68000-Mikroprozessor verwendet.