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10.02.1995

Gute Berufsaussichten fuer SAP-R/3-Berater in den USA, aber Der Weg zum grossen Geld ist mit Hindernissen gepflastert

FRAMINGHAM/MUENCHEN (IDG/hk) - Fuer SAP-Spezialisten sind die Moeglichkeiten in den Vereinigten Staaten fast unbegrenzt. Deutsche Experten, die in den USA arbeiten wollen, muessen allerdings ein paar Huerden nehmen. Grosse US-R/3-Anwender beklagen den Mangel an ausgewiesenen Fachleuten. Die Migration in die Client-Server- Datenverarbeitung verlaeuft fuer diese SAP-Kunden weit abenteuerlicher als vorgesehen. "Die Situation ist schwierig, in den Staaten ist ein echter Kampf um R/3-Spezialisten entbrannt", berichtet Jack Spurgeon von der Eastman Chemical Co. in Kingsport, Tennessee. Bewerber mit R/3-Know-how koennten nahezu beliebige Forderungen stellen. Der Personalaufwand werde damit zu einem der groessten Kostenfaktoren. "Wenn das so weitergeht, ist bald ein Punkt erreicht, wo sich Kunden straeuben, die Software einzufuehren", meint Spurgeon.

Mittlerweile haben die Hilferufe der amerikanischen Unternehmen deutsche Personalberater erreicht, die nun ihrerseits dabei sind, SAP-Profis ueber den Teich zu vermitteln. Karl-Heinz Glotz von der GPU aus Peine kann sich ueber mangelndes Interesse deutscher Bewerber nicht beklagen, die gerne eine Zeitlang im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten arbeiten moechten.

Allerdings seien die Anforderungen sehr hoch. "Es werden projekterfahrene Berater gesucht" berichtet Glotz, also Profis, die schon mindestens ein bis zwei SAP-Projekte vorweisen koennen und keineswegs Mitarbeiter, die nur ein paar Kurse besucht haben und keine Praxis besitzen. Letztere gebe es immer mehr, vor allem solche, die arbeitsamtgefoerderte Schulungen absolviert haetten. "Diese Seminare gehen nicht genug in die Tiefe", meint der Personalberater.

Auch die Huber & Leber Consulting, Konstanz, hat die ersten SAP- Berater nach drueben vermittelt. Was Leber anstrengend findet, ist der administrative Teil des Geschaefts. "Bis ein Berater zu arbeiten beginnt, dauert es drei bis sechs Monate", beschwert sich der Konstanzer.

40000 Dollar Strafe fuer illegale Arbeiten

Die Visumsbeschaffung und Erteilung der Arbeitserlaubnis dauere ihre Zeit. Mogeln wuerde sich aber keinesfalls lohnen. Leber kennt Faelle, in denen Berater jeweils fuer einen Monat im Einsatz sind und dann fuer ein paar Tage unterbrechen und zurueck in die Heimat fliegen: "Einer ist erwischt worden und hat 40 000 Dollar Strafe gezahlt". "Wer keinen Hochschulabschluss vorweisen kann, erhaelt kein Visum" berichtet Angelika Jahr von der SPO Consulting GmbH aus Stromberg. Das Beratungshaus hat ein eigenes Buero in den USA, so dass man sich mit der ganzen Abwicklung leichter tue und sich zum Beispiel um den Umzug kuemmere. Die Projekte dauern zwei Monate bis zwei Jahre. Den Tagessatz geben die von der CW befragten Personalberater mit 400 bis 1000 Dollar an. Die Spannweite der Honorare sei sehr breit, abhaengig von Qualifikation und Erfahrung. Begehrt seien, so die einhellige Auffassung der deutschen Vermittler, Experten, die sowohl R/2 als auch R/3 beherrschen. Neben dem Tagessatz stellen die amerikanischen Unternehmen in der Regel Wohnung und Dienstwagen zur Verfuegung.

In den USA leben die Firmen mit der staendigen Angst, dass ihnen die Mitarbeiter abgeworben werden. Mike Capellas, IT-Direktor der Schlumberger Ltd. im texanischen Houston, berichtet von woechentlich zwei bis drei lukrativen Angeboten fuer seine R/3- Projektmitglieder. Er habe jedoch bisher gluecklicherweise nur ein paar Mitarbeiter verloren. Solchen Leuten, die waehrend des Einfuehrungsprojekts einem enormen Stress ausgesetzt seien, muesse man unbedingt einen attraktiven Karrierepfad aufzeigen, empfiehlt Capellas. Fuer einen erfahrenen R/3-Experten zahle man im US-Markt zur Zeit rund 100000 Dollar Jahresgehalt.

Andere Anwender loesen ihr Problem, indem sie den Mitarbeitern in bestimmten Zeitabstaenden einen Bonus zukommen lassen, sofern diese ihre Aufgaben in ueberzeugender Manier bewaeltigen. SAP will die Personalkrise mit der Einrichtung weiterer Trainingszentren und der Ausbildung zusaetzlicher Fachkraefte aus der Welt schaffen. Doch selbst mit Hilfe von Beratungshaeusern kann das Softwarehaus die steigende Nachfrage zur Zeit nicht befriedigen.