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03.08.1984

Gute DV-Papiere schätzen Börsianer als Renner ein Wall Street: Warten auf die Hausse

03.08.1984

LEINEN (CW) - An den meisten bedeutenden Aktienbörsen der Welt war die Tendenz in den vergangenen Monaten nach unten gerichtet. Überdurchschnittliche Kursverluste hat es dabei abermals unter den bereits stark gedrückten Technologiepapieren gegeben. Verschont blieben im wesentlichen nur Aktien dieser Gruppe, denen man unzweifelhaft hohe Qualität beimißt.

Deutlicher denn je ist gegenwärtig zu erkennen, daß die Börsen jede Enttäuschung selbst stark zurückgeschraubter Erwartungen mit beträchtlichen Kurseinbußen "bestraft". Dies zeigen die Reaktionen in Wall Street auf die Geschäftsergebnisse der einzelnen Elektronikunternehmen für das zweite Quartal: Lag ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen, so rührte sich der Kurs der Aktie in den meisten Fällen kaum vom Fleck; entsprach der Gewinn (oder recht häufig auch der Verlust) nicht den allgemeinen Erwartungen so gab der Kurs oft stark nach.

Besonders einschneidende Rückschläge hat es gerade in jüngster Zeit bei japanischen Werten dieser Gattung gegeben. Dort haben sich ausländische Anleger seit dem Beginn des Frühjahrs ganz allgemein massiv von Aktien getrennt. Im Laufe dieses Prozesses nahm der Druck besonders auf die Aktien international bekannter Technologiewerte spürbar zu. Offenkundig breiten sich Zweifel an den überwiegend sehr optimistischen langfristigen Wachtumsprognosen für diese Aktiengruppe aus.

Überall blickt man gerade jetzt wieder gebannt auf Wall Street, wo die Mehrheit der Börsianer schon seit langem eine ansehnliche Sommer-Hausse erwartet. Sollte sie wirklich in Gang kommen, so würden Technologieaktien ohne jeden Zweifel zunächst überdurchschnittlich anziehen. Hoffnungen können sich nach Ansicht wohl der meisten Analytiker dann auch jene Anleger machen, noch auf alten, aus heutiger Sicht viel zu teuer errichteten Positionen sitzen. Grundsätzlich empfiehlt man diesen Investoren, qualitativ fragwürdige Papiere nach den ersten deutlichen Kurssteigerungen zu verkaufen.

Aktien solide finanzierter Unternehmen mit wohlgeordneter Angebotspalette sollten dagegen für langfristige Anlageziele gehalten werden, heißt es vielerorts. Häufig ist der Rat zu hören, daß man jeder Aktie dieser Gattung mit einem Kurs/ Gewinn-Verhältnis von mehr als 20 mißtrauen sollte. Gute Technologieaktien dürften 1985 und 1986, wenn sich die langjährige Hausse in Wall Street nach den Voraussagen vieler Experten fortsetzt, wieder zu den Spitzenreitern zählen.

Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang vor allem, daß viele amerikanische Analytiker den Aktien von Unternehmen, die Rüstungselektronik entwickeln und/ oder herstellen, besondere Chancen einräumen. Man begründet dies mit dem Umstand, daß das amerikanische Rüstungsbudget heute bereits in seinen Grundzügen bis zum Jahr 1988 festliegt und daß sich an diesem Konzept selbst dann nichts wesentlich ändern wird, wenn Präsident Reagan im November abgewählt werden sollte.

Ferner weisen Analytiker darauf hin, daß die meisten führenden Elektronikfirmen dieser Sparte schon heute über einen ungewöhnlich hohen Auftragsbestand verfügen, der 1985 tendenziell wachsen dürfte.