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28.10.2005

Gute Noten für Java-Applikations-Server

Der IT-Serviceanbieter Pentasys GmbH hat fünf Server bewertet.Websphere, Weblogic und Jboss verdienen ihre Marktführung, während Netweaver und Extend lediglich in Teilbereichen glänzen.
SAPs und Novells Applikations-Server zeigen Schwächen.
SAPs und Novells Applikations-Server zeigen Schwächen.

Applikations-Server sind das Herzstück einer kompletten Softwareplattform, in der es Techniken wie Connectivity, Portale und Cluster zu berücksichtigen gilt. Pentasys hat im Auftrag der Software-Initiative Deutschland die fünf gängigsten J2EE-Server unter die Lupe genommen: Websphere 5 (IBM), Weblogic 8.1 (Bea), Jboss 4.0.0 (Jboss), Netweaver Release ’04 (SAP) sowie Extend 5.2 (Novell). Die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass Jboss, Weblogic und Webshere zu Recht den Markt dominieren, Netweaver und Extend dagegen nur in Teildisziplinen an diese Konkurrenten heranreichen.

Die Java-Server und ihre Highlights

Bea Weblogic

• Ausgereift;

• sehr gute Administration;

• gute Portallösung.

IBM Websphere

• Sehr gute MQ-Anbindung;

• sehr gute Administration;

• gute Portallösung

Jboss

• Open Source, keine Lizenzkosten;

• flexibel erweiterbar durch Open-Source-Produkte;

• über Partner direkter Zugriff auf Jboss-Core-Developer.

Novell Extend

• Gute Portalunterstützung;

• Composer zur Anbindung von Legacy-Systemen.

SAP Netweaver

• SAP-Kopplung;

• gute Portalunterstützung.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

567617: Open-Source-Portale;

566258: Portale für den Mittelstand - manchmal ist weniger mehr.

Die Studie

Die komplette Studie lässt sich unter www.softwareinitiative-deutschland.de/index.php herunterladen.

Grundsätzlich werden allen Testkandidaten Stärken und Schwächen bescheinigt. So liegt es nahe, dass die zu einer größeren Produktfamilie gehörenden Server sehr gut mit dieser verzahnt sind. Hinzu kommen herstellerspezifische Erweiterungen, die einerseits die Schwächen der vorhandenen Standards beseitigen sollen, andererseits jedoch den Benutzer an die gewählte Lösung bin- den. Die Berater weisen allerdings darauf hin, dass solche Erweiterungen sinnvoll und in der Praxis auch oft notwendig sind. Der mit Standardkonfor-mität begründete Austausch eines Applikations-Servers gegen einen anderen sei jedoch meist nur theoretisch möglich und fast immer problematisch.

Connectivity

Die Applikations-Server wurden unter mehreren Aspekten bewertet, einer davon war die Connectivity. Pentasys versteht darunter den Verbindungsaufbau zu Datenbanken, die Unterstützung von Java Message Service (JMS) und Web-Services, die Verbindung zum .NET-Framework und E-Mail-Applikationen sowie die Kopplung mit Legacy-Systemen (Cics, IMS etc.). Die Stärken von Jboss, Bea und IBM liegen demnach in den häufig benötigten Connectivity-Bereichen wie Datenbanken, JMS und Web-Services. Netweaver besticht durch das Zusatzprodukt "SAP .NET Connector" bei der .NET-Anbindung, so die Tester, während der Extend Server mit seinem "Composer" bei den zusätzlichen Verbindungen (3270, Cics, Siebel, Peoplesoft, R/3 etc.) klar im Vorteil ist. Prinzipiell könne über ein so genanntes Resource Archive (RAR) auf fast alle Systeme zugegriffen werden, Pentasys warnt jedoch vor dem möglichen Mehraufwand dieses Wegs.

Hochverfügbare Lösungen in Form von Clustern müssen Failover- und Load-Balancing-Mechanismen unterstützen. Im Fall der Applikations-Server wurden deshalb Kriterien wie Cluster von JMS, Enterprise Javabeans (EJBs), Session Fail Over und Farming getestet. Auch das automatische Erkennen neuer Server im Cluster-Verbund war ein Aspekt. Pentasys kommt zu dem Ergebnis, dass zum Aufbau eines Clusters ohne Bedenken auf die Server von Jboss, Weblogic oder Websphere zurückgegriffen werden kann.

Jboss und Weblogic sind darüber hinaus die einzigen Testkandidaten, die ein Auto Discovery für neue Server anbieten. Zum Teil erhebliche Abstriche in Sachen Cluster-Fähigkeit muss man dagegen bei Netweaver und Extend machen. Auf einer Skala von "Null" (Funktion nicht vorhanden) bis "Sechs" (Funktion sehr gut implementiert) bewegen sich diese auf einem mittleren bis unteren Level.

Administration

Im Bereich Administration haben die Experten bewertet, ob die Server über das Internet mit einer Web-Konsole erreichbar sind, wie umfassend die zentrale Administrationskonsole ist und ob sie sich über APIs erweitern lässt. Zusätzlich sollten die Java Management Extensions (JMX) unterstützt werden, um den Server mit Tools freier Wahl administrieren zu können. Stark sind in all diesen Bereichen die Systeme von Bea und IBM, so das Urteil. Jboss hat dagegen bis auf eine hervorragende JMX-Unterstützung noch einigen Nachholbedarf. Auch die Produkte von Novell und SAP konnten lediglich bei der Administrationskonsole und den Server-APIs Punkte sammeln.

Portale als Zusatz

Alle hier genannten Applika- tions-Server warten über Zu- satzprodukte mit einer Portal- lösung auf. Hier gilt es eine ganze Reihe von Kriterien zu beachten:

- Verwaltung der Benutzerinformationen in Rollen und Gruppen,

- Sicherheit und Zugriffsregelung auf Drittsysteme,

- Suchfunktionen,

- Content-Management,

- Präsentation sowie Einhaltung der Portlet-Spezifikation,

- Qualität der enthaltenen Entwicklungswerkzeuge,

- Anzahl verfügbarer Portlets (frei oder kommerziell) und

- Kosten des Portalsystems.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Lösungen von Bea, IBM, Novell und SAP etwa gleichauf liegen, wobei das Websphere-Portal und das SAP Netweaver Portal durch ihre vielen verfügbaren Portlets besonders auffallen. Weblogic konnte aufgrund der Werkzeuge von "Workshop" bei der Portlet-Entwicklung in Führung gehen. Jboss und sein Zusatz "Nukes" hielt dagegen mit den kommerziellen Produkten nicht mit. Der quelloffene Server schwächelte besonders in der Disziplin Entwicklung, auch die geringe Anzahl der verfügbaren Portlets führte zu Abstrichen.

Entwicklungswerkzeuge

Als Kriterien zur Beurteilung der Entwicklungs-Tools wurden die EJB-Entwicklung, das Deployment sowie die Durchgängigkeit des Entwicklungsprozesses herangezogen. Ein Augenmerk galt auch der Ant-Integration und der Erweiterbarkeit der Werkzeugkästen. Nahe lag ebenso, die Features zur Portlet-Entwicklung sowie die der Aspect-orientierten Programmierung (AOP) heranzuziehen.

Drei der Produkte, nämlich die Jboss IDE, IBMs WSAD und SAPs Developer Studio, basieren auf der verbreiteten und sehr stabilen Eclipse-Plattform. Damit ist laut Pentasys bereits eine hervorragende Ant-Integration und aufgrund des unterstützten Plug-in-Mechanismus ein hohes Maß an Erweiterbarkeit gewährleistet. Große Unterschiede gab es in den Bereichen AOP und Portalentwicklung. So rangierte die Jboss IDE bei AOP ganz vorne, ist aber bezüglich der Portalentwicklung niedrig zu beurteilen. Novells Director und das Developer Studio haben in Sachen AOP nichts aufzuweisen.

Support

Da Applikations-Server oft hochverfügbar für unternehmens- kritische Anwendungen eingesetzt werden, ist Support wichtig. Hier zählen Aspekte wie Supportverfügbarkeit, Reaktions- zeiten sowie Kompetenz beziehungsweise Know-how des Supportteams. Nicht zu unterschätzen ist auch die Verfügbarkeit von Entwicklerforen, Newsgroups und Mailing-Listen. Gerade Letztere sind bei den hier betrachteten Anbietern relativ gut und nahezu gleich ausgeprägt. Als das beste und umfangreichste Developer-Forum hat sich das von IBM herauskristallisiert. Auch in den übrigen Disziplinen schneiden die Hersteller gut ab. Dass Jboss den Bereich Know-how anführt, lässt sich damit begründen, dass Anwender über die Jboss-Partnerfirmen einen direkten Zugriff auf die Systementwickler haben. (ue)