Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.01.1994

Gute Titel als Stecknadeln im Heuhaufen Literaturtips zu Theorie und Umsetzung von DV-Controlling Von Martin Weinert*

Wer sich zum Thema DV-Controlling kundig machen will, trifft auf eine erdrueckende Menge an Titeln, die mit kompletten Konzepten locken. Bei der Auswahl ist jedoch Vorsicht geboten. In kaum einem Themengebiet wird so vehement an dem eigentlichen Problem vorbeigeschrieben und mit Schlagwoertern um sich geworfen.

Selbstverstaendlich gibt es Ausnahmen; mit etwas Geschick laesst sich die Spreu vom Weizen trennen. Paulo Haufs plaediert in DV- Controlling - Konzeption eines operativen Instrumentariums aus Budgets, Verrechnungspreisen, Kennzahlen (Physica-Verlag, Heidelberg 1989, 166 Seiten, 55 Mark) dafuer, den Rueckstand im Management des Produktionsfaktors Information endlich aufzuholen. Er entwickelt auf Basis des Zielsystems einer Unternehmung den theoretischen Bezugsrahmen fuer ein konkretes Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsystem. Darauf aufbauend entwirft Haufs ein konsistentes Instrumentarium fuer ein operatives Controlling der Datenverarbeitung.

Das ewige und in fast jedem Fachbuch angesprochene Dilemma zwischen Controlling als strategischem Instrument zur Unternehmensfuehrung auf der einen und als operativem Element des Rechnungswesens auf der anderen Seite umgeht der Autor, indem er beide Funktionen nebeneinander darstellt. Die operative Komponente indes bildet den Schwerpunkt des Buches.

Haufs erklaert die betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumente Budgetierung, Bildung von Verrechnungspreisen und Entwicklung spezifischer Kennzahlen als zentrale Elemente eines DV- Controllings. Er beschreibt jedes Instrument anhand seiner aus der Theorie bekannten konzeptionellen Merkmale und untersucht anschliessend dessen Brauchbarkeit fuer konkrete Anwendungsbereiche im Controlling. In einem dritten Schritt gestaltet der Verfasser jeweils ein konkretes Verrechnungspreis-, Budgetierungs- und Kennzahlensystem.

Die Ergebnisse beziehen sich ausschliesslich auf die Steuerung und Kontrolle einer Inhouse-Loesung; nach aussen vergebene DV-Auftraege lassen sich mit dem Instrumentarium nicht bewerten.

Controlling-Papst Horvcth fasst zusammen

Der Begriff Controlling - auch in Verbindung mit dem Zusatz DV - ist in Deutschland fest mit dem Namen Peter Horvcth verbunden. Der Verfasser des Standardwerks "Controlling" hat den Titel Das Controlling-Konzept - Der Weg zu einem wirkungsvollen Controllingsystem (Beck Verlag, Muenchen 1991, 250 Seiten, 14,80 Mark) geschrieben, der den Extrakt seines Schaffens wiedergibt. Wer keine Zeit hat, sich von der Pieke auf in die ebenso umfangreiche wie komplizierte einschlaegige Theorie einzulesen, findet in diesem Taschenbuch eine konkrete Handlungsanweisung fuer Aufbau und Einfuehrung eines Controlling-Systems.

Mit Bezug auf das Ziel, ein fuehrungsorientiertes Controlling im Unternehmen zu implementieren, erlaeutert Horvcth neun konkrete Vorgehensschritte: Ausgehend von der Diagnose des gegenwaertigen Rechnungswesens und der Unternehmensplanung definiert er das Anforderungsprofil des angepeilten Planungs- und Steuerungssystems. Darauf aufbauend zeichnet er die Entwicklungsschritte vom Rechnungswesen ueber das Management- Accounting, die Jahresbudgetierung und die Mehrjahresplanung bis hin zur strategischen Planung. Ihr folgt der Aufbau eines umfassenden Informationsversorgungssystems und schliesslich eine umfassende Controlling-Organisation. Der Titel ist die theoretische und konzeptionelle Ergaenzung zu Buechern, die sich mit der konkreten operativen Ausgestaltung des Controllings befassen. Praktische Beispiele machen schwierige Zusammenhaenge deutlich.

Was Horvcth fuer die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas ist, stellt Albrecht Deyhle fuer die Praxis dar. In dem gemeinsam mit Johann Risak herausgegebenen Titel Controlling - State of the Art und Entwicklungstendenzen (Gabler Verlag, Wiesbaden 1991, 405 Seiten, 118 Mark) wird das Thema in dreizehn verschiedenen Beitraegen beleuchtet. Der Grossteil befasst sich mit Fragen des strategischen Kosten-Managements, Standardinstrumenten wie der Analyse der Wertschoepfungskette und dem Zusammenspiel zwischen Controlling einerseits und den Komponenten Unternehmensstrategie, -struktur und -kultur andererseits. Speziell zum DV-Controlling liefert der Aufsatz "PC-gestuetzte operative Controlling- Anwendungen" Informationen ueber DV-Loesungen, die - im Gegensatz zu Spreadsheet-Programmen - Daten und Verarbeitungslogik trennen, beschreibt den Funktionsumfang spezifischer Softwarepakete und erlaeutert DV-Loesungen in der Praxis von Gross- und mittelstaendischen Betrieben. Zusaetzlich liefert er ein umfangreiches Verzeichnis weiterfuehrender Fachliteratur zu Spezialfragen.

Leicht zu lesen, weil eingaengig geschrieben ist der Titel Controlling und EDV aus der FAZ-Reihe "Blick durch die Wirtschaft" (Burkhard Huch, Wolfgang Behme, Katja Schimmelpfeng, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt 1992, 322 Seiten, 38 Mark)

Das Buch eignet sich zur Einfuehrung in die verschiedenen Gesichtspunkte der immer enger verzahnten Bereiche DV und Controlling. In dem Hardcover finden sich in 20 Aufsaetzen Definitionen und Beschreibungen der diversen Komponenten eines Controlling-Systems, die Unterschiede zwischen blosser Datenverarbeitung und einem integrierten Informations-Management, die Aufgabenbeschreibung eines "Information Centers" als Umschlagplatz von Wissen sowie eine Uebersicht gaengiger BWL- und DV-Werkzeuge.