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16.03.2006

Gute Zeiten für Berater und Vertriebler

16.03.2006
Vom Umsatzplus ihrer Firmen profitierten 2005 vor allem Mitarbeiter in Vertrieb und Beratung. Ihr variables Gehalt stieg im Gegensatz zu den Grundgehältern überdurchschnittlich an.
Alle Berufsgruppen konnten sich über eine Gehaltserhöhung freuen.
Alle Berufsgruppen konnten sich über eine Gehaltserhöhung freuen.

Überdurchschnittlich gut kann in der IT mittlerweile nur noch verdienen, der ein hohes variables Gehalt akzeptiert. Wenn die Leistung des Einzelnen und die Umsätze des Unternehmens stimmen, fällt die Vergütung umso höher aus, wie die aktuelle Entgeltanalyse der IG Metall zeigt. Die macht einen allgemeinen Aufwärtstrend für alle Einkommen aus, angefangen von der Softwareentwicklung über Marketing und Vertrieb bis hin zu Rechenzentrum und Anwendersupport. Um wie viel Prozent sich das Gehalt erhöhte, war im vergangenen Jahr vor allem eine Frage des variablen Anteils. Je größer dieser war, um so kräftiger konnten die Mitarbeiter am Ende kassieren. Darum konnten sich Mitarbeiter in Vertrieb und Beratung über die größten Zuwächse freuen.

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Der Untersuchung hat die Gewerkschaft 30 000 Daten aus 53 Unternehmen, darunter Softwareanbieter, IT-Dienstleister, Berater und Ausrüster, zugrunde gelegt. Da in den Firmen keine einheitlichen Arbeitszeitregelungen bestehen, hat die IG Metall die 35-Stunden-Woche als Basisarbeitszeit und Bezugsgröße für die Gehälter genommen. "Wer aber 40 Stunden in der Woche arbeitet, muss 14,3 Prozent zu den Werten dazurechnen", gibt Ingrid Mai von der IG Metall eine Lesehilfe zur Studie, die im Internet zu beziehen ist.

Auch Einsteiger profitieren

Insbesondere für die Vertriebler hat sich das vergangene Jahr ausgezahlt: So verdiente ein Vertriebsbeauftragter 2005 im Firmendurchschnitt gut 80 000 Euro und damit 25 Prozent mehr als noch 2004. Auch die Key-Account-Manager, die in erster Linie Großkunden betreuen, bekamen mit gut 92000 Euro um 17 Prozent mehr als im Vorjahr, nachdem sie 2004 Abstriche machen mussten. Das satteste Plus verbuchten aber die Vertriebsleiter, die mit durchschnittlich 125000 Euro 29 Prozent mehr verdienten als im Vorjahr. Für die Einsteiger im Vertrieb geht es auch aufwärts. Zwar haben sie mit aktuell 53500 Euro die Spitzengehälter der Boomjahre (61000 Euro) noch lange nicht erreicht, verdienen aber fast 4000 Euro mehr als im Vorjahr.

Auch Chefberater, die Projekte fachlich leiten und verantworten, gehören mit gut 108000 Euro zu den Spitzenverdienern der Branche wie Manager im Beratungsbereich, die laut IG-Metall-Studie durchschnittlich 110000 Euro im Jahr und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahr kassierten. Die Junior Consultants starten dagegen mit knapp 46000 Euro im Jahr. Allerdings können die Einsteiger im Beratungsbereich noch mit einem vergleichsweise hohen Fixgehalt und niedrigen variablen Anteil (etwa zehn Prozent der Gesamtvergütung) kalkulieren, während der variable Anteil mit steigender Verantwortung und Position einen immer größeren Raum einnimmt - bei Führungskräften im Beratungsbereich macht er mehr als ein Viertel der Vergütung aus.

Über höhere Anfangsgehälter konnten sich auch die Softwareentwickler freuen. System- und Anwendungsentwickler steigen mit durchschnittlich knapp 44000 Euro ein (Vorjahr: 40000 Euro), während sich mit zunehmender Erfahrung die Vergütung auf knapp 58000 Euro im Jahr erhöht. Ein Plus von neun Prozent gab es auch für erfahrene Softwareingenieure (65000 Euro) und leitende Softwarespezialisten (76000 Euro), während sich die Projektleiter im Bereich Softwareentwicklung auf dem hohen Niveau von etwa 830000 Euro stabilisierten.

Licht und Schatten gab es bei den Marketing-Mitarbeitern. Während die Führungskräfte und erfahrenen Marketing-Spezialisten zum zweiten Mal in Folge in Sachen Gehalt kräftig zulegten, musste der Marketing-Spezialist, der Marktanalysen und Benchmarks erstellt sowie Promotionsveranstaltungen organisiert, Abstriche hinnehmen.

Verlierer holen auf

Im Hardware-Umfeld waren Mitarbeiter in der Vergangenheit deutlich schlechter bezahlt als in Vertrieb, Beratung oder Softwareentwicklung. Jetzt holen Rechenzentrumsexperten wie Systemoperatoren, Planer, aber auch Netzwerkadministratoren und Teamleiter auf. So kommt ein Anwendungs- oder Systemspezialist im Rechenzentrum auf durchschnittlich knapp 58000 Euro (Vorjahr 46000 Euro) und liegt damit gleichauf mit einem Anwendungsentwickler nach einigen Jahren Berufserfahrung. Dank eines hohen variablen Anteils ziehen auch die Leiter der Rechenzentren mit anderen Führungskräften gleichauf. Während sich der RZ-Leiter 2005 mit knapp 79000 Euro bescheiden mussten, verdiente er 2005 99000 Euro.

Traditionell schlechter bezahlt sind auch die Tätigkeiten in Service und Support. Hier startet der Junior-Techniker mit etwa 38 5000 Euro (Vorjahr: 31000 Euro), der Erfahrene bekommt 49000 Euro und der ausgewiesene Supportspezialist, der auch Leiter des Kundendienstes sein kann, erreicht im Schnitt 68000 Euro.