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30.01.2004 - 

IT in Versicherungen/Versicherungsbranche sucht mit angezogener Handbremse

Gute Zeiten nur für erfahrene Spezialisten

MÜNCHEN (hk) - Auch die Assekuranzkonzerne haben schon bessere Zeiten gesehen. In den IT-Abteilungen steht das Thema Konsolidierung und Standardisierung auf der Tagesordnung. Dafür benötigen die Unternehmen erfahrene Spezialisten und Projektleiter.

Die Versicherungswirtschaft ist zur Normalität zurückgekehrt. Nach Jahren des kräftigen Wachstums sind die Beitragseinnahmen der Mitgliedsunternehmen im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zuletzt nur langsam im unteren einstelligen Bereich gestiegen. Wie in vielen anderen Branchen auch, werden die Sparpotenziale ausgeschöpft, aber auch die Erprobung neuer Vertriebswege und der Ausbau des internationalen Geschäfts stehen auf der Tagesordnung. Einige osteuropäische Länder zählen dabei durch die Aufnahme in die EU ebenso zu den wichtigen künftigen Märkten wie der südostasiatische Raum und Südamerika.

Zur Expansion im Ausland kommt der Ausbau des Produktspektrums hinzu. Wachstumspotenziale sehen die Unternehmen im Vorsorge- und Finanzbereich. Zur Strategie vieler Gesellschaften gehört außerdem, Spezialtarife für bestimmte Kundengruppen anzubieten.

Projekterfahrung erwünscht

All das wirkt sich auch stark auf die Informationstechnik aus, etwa indem die Versicherer daran arbeiten, ihr Produktangebot via Internet auszubauen. Aber auch hier ist die Hochphase der Personaleinstellungen vorbei. Schenkt man den Statistiken von EMC/Adecco Glauben, so ist die Zahl der IT-Mitarbeiter in der Assekuranzbranche stark zurückgegangen. Die Hamburger Marktforscher werten 40 Tageszeitungen inklusive der COMPUTERWOCHE auf IT-spezifische Stellenanzeigen aus. Im Jahre 2001 hatten die Versicherer noch 1246 freie Positionen offeriert, ein Jahr darauf waren es schon fast 60 Prozent weniger, nämlich 528 Stellen. 2003 ging es weiter bergab. Die Firmen schrieben lediglich 157 IT-Jobs aus. Relativierend muss allerdings hinzugefügt werden, dass die Firmen Mitarbeiter immer weniger via gedruckte Anzeigen suchen und stattdessen stark die eigene Homepage sowie die Online-Jobbörsen zur Rekrutierung nutzen. Angesichts der schwierigen Situation für Bewerber am Arbeitsmarkt erhalten die Betriebe außerdem zahlreiche Initiativbewerbungen und sehen oft keine Notwendigkeit, aktiv zu suchen.

Wirft man einen zweiten Blick auf die Adecco/EMC-Zahlen, lässt sich feststellen, dass die Versicherungsbranche in erster Linie Offerten für Anwendungs- und Softwareentwickler inseriert hat. Ihnen galt 2003 fast ein Drittel aller IT-Stellenangebote. An zweiter Stelle werden Systemspezialisten gesucht. Auf sie entfällt etwa ein Fünftel des Angebotes. Begehrt sind SAP-Profis, wie die Allianz und die Münchener Rück angeben, aber nach Angaben der R+V Versicherung aus Wiesbaden auch immer noch Fachleute im Großrechnerumfeld. Auch Sicherheitsexperten können sich beispielsweise bei der Münchener Rück bewerben.

Der allgemeine Kostendruck geht auch an der Datenverarbeitung nicht spurlos vorbei. Projekte werden geschoben und gestreckt sowie auf ihre Bedeutung und Rentabilität untersucht. Die betriebswirtschaftliche Sichtweise rückt immer stärker in den Vordergrund, unter anderem mit der Konsequenz, dass genau untersucht wird, welche und wie viel externe Dienstleistung noch notwendig ist.

Chancen haben vor allem IT-Experten, die die Arbeit bereits beherrschen. Die R+V-Versicherung von den Kandidaten in erster Linie "praktische Erfahrung und Routine in der Projektarbeit", wie Sprecherin Rita Jakli betont. Weiterhin soll der Bewerber "kommunikativ stark sein", im Projekt eigenverantwortlich arbeiten, sich fachlich flexibel zeigen sowie "idealerweise" über Branchenerfahrung verfügen.

Für Regine Kaiser von der Münchener Rück spielt SAP- und Microsoft-Wissen auch in Zukunft eine Rolle: "SAP-Themen sind stark im Wachsen, da wir unsere Kernsysteme in der Rückversicherungsadministration von Eigenentwicklungen auf SAP-Standardprodukte umstellen." Auch wenn ihr Unternehmen genügend .NET-Kenntnisse aufgebaut hat, "werden Microsoft-Themen weiterhin erheblichen Weiterbildungsbedarf erzeugen", ist Kaiser überzeugt. Unter den so genannten weichen Inhalten sieht sie einen Bedarf auf den Gebieten Projekt-Management sowie Arbeiten in Netzwerken.

Wegen der zunehmenden Internationalisierung des Geschäfts erwartet die Münchener-Rück-Sprecherin von Bewerbern gute Englischkenntnisse. Die Allianz geht noch einen Schritt weiter, wie Victoria Kranz versichert. Der Wunschkandidat, so die Sprecherin des Münchner Konzerns, solle Auslandsaufenthalte oder zumindest eine Tätigkeit in einem internationalen Team vorweisen können.