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03.05.1991 - 

Analysten: Vor Zukunftsprognosen IBMs OS2-Aktivitäten abwarten

Gutes Quartal für Softwaregrößen trotz schwieriger Branchenzeiten

MÜNCHEN (CW/vwd) - Die renommiertesten PC-Software-Unternehmen der USA sind von dem allgemeinen Abwärtstrend der DV-Branche nicht betroffen. Gerade im vergangenen von Branchenbeobachtern als besonders hart bezeichneten Quartal legten Borland, Microsoft und auch wieder Ashton-Tate kräftig zu. Die Ergebniskurve von Lotus verlief dagegen nach einer Akquisition nach unten.

Die Microsoft Corp., Redmont, wird nach Prognosen von Analysten ihr selbstgestecktes Umsatzziel von 1,8 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr erreichen. Nach drei Quartalen steht der Kontozeiger auf gut 1,3 Milliarden Dollar und damit um 56 Prozent höher als nach den ersten neun Monaten des Vorjahres. Besonders mit dem Umsatz des dritten Quartals kann der PC-Softwareriese mehr als zufrieden sein: Nach einem Plus von 57 Prozent betrug dieser 487 Millionen Dollar.

Auch die Profite der MS-DOS und Windows-Company haben sich positiv entwickelt: Im dritten Quartal stiegen sie um 65 Prozent auf 124 Millionen, während der ersten neun Monate um 63 Prozent auf 324 Millionen Dollar. Analysten applaudieren Microsoft in erster Linie wegen der Ausweitung des Angebotes bei grafischen Benutzeroberflächen. Marc Schulman von UBS Securities Inc. bezeichnet Microsoft gar als das mächtigste Unternehmen der Computerbranche, denn durch die Beherrschung der Standards beeinflusse man in erheblichem Maße das Tagesgeschäft und die Strategien anderer Anbieter.

Charlotte Walker von Labe, Simpson Inc. verdunkelt mit ihrer Zukunftseinschätzung die Microsoft-Perspektive allerdings ein wenig: Ein zu erwartender neuer IBM-Vorstoß zur Unterstützung von OS/2 werde letztlich doch an der Dominanz von Windows 3.0 und MS-DOS und damit an der gegenwärtigen Position der Software-Company rütteln. Gleichzeitig könnte dies Walker zufolge den Unternehmen neue Chancen eröffnen, die in der Entwicklung von OS/2-Applikationen aktiv seien.

Die Analystin nannte - neben Microsoft selbst - Lotus und die Borland International Inc.

Ashton-Tate konnte die Ausgaben senken

Letzteres Unternehmen hat ohnehin ein sehr gutes Finanzjahr 1990/91 hingelegt: Von einem auf 227 Millionen Dollar verdoppelten Umsatz blieben 27 Millionen Dollar Gewinn, 127 Prozent mehr als 1989/90. Auch im vierten Borland-Quartal konnten sowohl der Umsatz (71 Millionen) als auch der Profit (8,4 Millionen Dollar) verdoppelt werden.

Die in jüngster Zeit einigen Wechselbädern ausgesetzten Aktionäre der Ashton-Tate Corp. können sich gegenwärtig ein wenig entspannen. Der Dbase-Anbieter weist für das abgelaufene Geschäftsquartal wieder ein positives Ergebnis in Höhe von 3,1 Millionen Dollar aus, gegenüber Verlusten von knapp einer Million Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch der Umsatz stieg, wenn auch moderater, um zehn Prozent auf 63 Millionen Dollar im Quartal. Die Datenbankprogramme des Anbieters, insbesondere Dbase IV, davon ist Ashton-Tate-Präsident Bill Lyons überzeugt, hätten mit ihrem gutem Absatz wesentlich zu der Erholung beigetragen. Überdies sei die Kostenschraube erfolgreich zurückgedreht worden.

Als Kontrast zu den Wachstumsmeldungen der Konkurrenz mußte die Lotus Development Corp. bei ihren Verlautbarungen zum vergangenen Quartal leisere Töne anschlagen: Nur fünf Prozent mehr Umsatz (174 Millionen Dollar) und einen um gut 70 Prozent auf 6,6 Millionen Dollar zurückgegangenen Nettogewinn weist der Bericht aus. Allerdings hatte die Company aus Massachusetts die Übernahme des Softwarehauses cc:Mail zu verkraften, wie Lotus-Chef Jim Manzi betonte.