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14.09.1990 - 

Anschluß der GUUGeast noch nicht entschieden

GUUG-Tagung wuchs gegenüber dem Vorjahr um vierzig Prozent

WIESBADEN (qua) - "Mit dem Bekenntnis zu offenen Systemen ist es nicht getan; dahinter steht der Kehrt-Schwenk-Marsch-Befehl für eine ganze Vertriebsmannschaft." Dieser von GUUG-Pressesprecher Ralph Treitz formulierten Maxime gehorchend, waren die Anbieter in diesem Jahr zahlreicher auf der Tagung der German Unix User Group vertreten als je zuvor.

Die Zahlen sprechen für sich: Mit 6945 gegenüber 4934 Besuchern und 191 gegenüber 134 Ausstellern war die in diesem wie im vergangenen Jahr in Wiesbaden stattfindende Tagung heuer um rund zwei Fünftel größer als beim letzten Mal. Die Ausstellungsfläche wuchs mit 38 Prozent etwa proportional zur Anzahl der ausstellenden Unternehmen.

Einer übermäßigen Präsenz einzelner Hersteller hatte der Ausstellerbeirat dadurch einen Riegel vorgeschoben, daß er die Obergrenze für die Standgröße bei 72 Quadratmetern festlegte. Dazu Klaus Jansen, Geschäftsführer der für die Organisation zuständigen Network GmbH, Hagenburg: "Wir wollen nicht auf Quadratmeter gehen; wir wollen die Vielfalt von Unix zeigen". Die maximale Standgröße wurde in diesem Jahr lediglich von der IBM Deutschland GmbH, Stuttgart, ausgeschöpft, die mit vier Referenten auch im Konferenzteil der Tagung ausgesprochen gut vertreten war.

Eines der meistdiskutierten Themen war die voraussichtliche Vereinigung der GUUG mit ihrem DDR-Ableger GUUG/ east. Eine diesbezüglich Entscheidung steht allerdings noch aus. Wie der GUUG-Vorsitzende Anton Gerold erläutert, ist hierfür eine Satzungsänderung notwendig, die wiederum einer beschlußfähigen Mitgliederversammlung bedarf In Wiesbaden waren jedoch, so Gerold, lediglich sechs bis sieben Prozent der mittlerweile 1000 GUUG-Mitglieder anwesend. Nach Erhebungen des Marktforschungs-Unternehmens IDC Deutschland GmbH, Kronberg, müssen in der DDR innerhalb der nächsten drei Jahre DV-Bestände im Wert von von 6,6 Milliarden (Ost-)Mark ausgetauscht werden. Der kurzfristige Bedarf liege bei 2,5 Milliarden Mark.

Wie die GUUG annimmt, werden besonders kleine und mittlere Betriebe diesen Bedarf mit Unix decken.

Die Akzeptanz des Betriebssystems werde dadurch gefördert, daß Unix-ähnliche Betriebssysteme in der DDR bereits eine gewisse Verbreitung hätten. Die Diebold Deutschland GmbH, Eschborn, zählte 12 000 Rechner des Typs P 8000 mit der Unix-Variante Wega und 48 000 16-Bit-PCs, die teilweise unter dem System-V-Derivat Mutos laufen.

Lothar Koch, Vorsitzender der 60 bis 70 Köpfe zählenden GUUG/east und Leiter des Rechenzentrums der Technischen Hochschule Leipzig, bestätigte die positive Einschätzung der Unix-Akzeptanz. Die Anwender in der DDR seien keineswegs bereit, sich mit dem vielzitierten "Schrott" abzufinden, der ihnen oftmals angeboten werde. Vielmehr reagierten sie sehr sensibel auf Gebrauchtmaschinen und "Auslaufmodelle".

Allerdings räumte Koch ein, daß er selbst in seinem Institut den vormaligen ESER-Rechner durch eine IBM-Maschine ersetzt habe. Seine Begründung: Der Einsatz von Unix-Maschinen würde den Großteil seiner 50 Mitarbeiter arbeitslos machen.