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18.10.1996 - 

Viele Unternehmen mit Investitionsplänen

H.323-Videonorm für LANs lockt die Anwender aus der Reserve

In der Spefikation H.323 definiert die International Telecommunication Union (ITU) Standards für Videokonferenzen im LAN, so daß die Interoperabilität zwischen den beteiligten Geräten und Applikationen verschiedener Hersteller gewährleistet ist. Als Resultat können IS-Manager nun beruhigter in derartige Techniken investieren. Auch der Übergang vom LAN in das ISDN-Netz verbessert sich durch H.323.

Eine Studie der Infonetics Research Inc., San Jose, Kalifornien, belegt die Auswirkungen der standardisierten Übertragung im lokalen Netz. 59 Prozent der LAN-Manager mit leistungsstarken Installationen haben Pläne in den Schubläden liegen, im Laufe des Jahres 1997 Videokonferenzsysteme zu implementieren. Rund 26 Prozent wollen eine derartige Installation sogar noch in diesem Jahr realisieren.

An einen durchgehenden Einsatz der Kommunikationstechnik im gesamten Unternehmen denken jedoch nur wenige. Die Mehrheit, so erläutert Greg Howard, Senior Analyst bei Infonetics, das Ergebnis der Studie, wolle nur bestimmten Anwendern die Videokommunikation zugänglich machen.

Der Standard beseitigt nicht die noch vorhandenen Hürden, die der Technik auf dem Weg zur Marktdurchdringung entgegenstehen. Zu den Hindernissen zählen heute noch die oftmals mangelnde Bandbreite in den lokalen Installationen und die Übertragungsqualität. Zudem ist der Mehrwert für die Qualität und Effizienz der Geschäftprozesse oftmals nicht erkenntlich.

Bevor Videokonferenzsysteme in den Unternehmen eingeführt werden können, ist demnach die Migration zu schnelleren Netzwerken, etwa 100Base-T oder 100VG-Anylan, erforderlich, so Howard. Entscheidend für die Einführung des Kommunikationsverfahrens ist jedoch die verbesserte Akzeptanz unter den Entscheidungsträgern. In den oberen Etagen sollten die Systeme nicht als Spielerei, sondern als wichtiges Werkzeug zur Förderung der Gruppenarbeit eingestuft werden.

Nicht minder bedeutsam sind Videokonferenzsysteme für öffentliche und Sozialorganisationen. Als Beispiele nennen die Marktforscher die Schulen beziehungsweise Erziehungseinrichtungen, Gesundheitsversorgung und Finanzämter. Auch dort läßt sich der Aspekt der Gruppenarbeit via Video, etwa beim Telelernen, sowie der Kommunikation auf Basis von Bewegtbildern nutzen. Ebenso könnten Unternehmensberatungen und die Mediziner von der visualisierten Kommunikation profitieren.

Die verabschiedete Norm läßt auch die Hersteller nicht unberührt. Die Marktforscher erwarten künftig eine Vielzahl neuer Applikationen. Die Belebung des Angebotes um interoperable Produkte vereinfacht den Käufern die Entscheidungsfindung, so daß der Markt wiederum wachsen dürfte, so die Infonetics-Prognose.

"Alle PC-Anbieter werden Videokonferenz-Tools als Paket mit neuen PCs verkaufen. Unternehmen wie Microsoft und Net- scape werden ihre Browser um diese Systeme erweitern", schätzt Ellen Recko, Product Marketing Manager bei Intel, die Entwicklung ein. Mit dieser Technik erreichen die Hersteller zunächst die Endanwender. Sind die User mit einigen Grund-Features auf den Geschmack gebracht, so das Kalkül der Anbieter, werden sie die Netzadministratoren drängen, die Systeme im gesamten Netz zur Verfügung zu stellen.

Die Videonormen

Standards der International Telecommunication Union (ITU)

H.320 - definiert Videokonferenzen für Desktop-Systeme über ISDN. Unterstützt werden Videoformate wie Phase Alternation Line (PAL) und National Television Standards Committee (NTCS).

H.323 - gewährt die Interoperabilität zwischen Vidoekonferenzlösungen im Ethernet.

H.32P - ist eine Norm zur Übertragung von Bewegtbildern über analoge Telefonleitungen.

H.324 - ist ein neuer Standard, der ebenfalls die Übertragung von Videosignalen über analoge Leitungen definiert.

Standards der Internet Engineering Task Force (IETF)

RTP - definiert die Videoübertragung im Internet. RTP ist noch nicht verabschiedet, wird aber bereits von vielen Herstellern verwendet.