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17.09.1982 - 

Für die verbilligte Umrüstung auf das K-Modell setzt IBM ein enges Zeitlimit:

H-User nach 3081 D-Ableben unter Upgradedruck

STUTTGART - Das Auslaufen des Systems 3081 D und IBMs "Upgrade-Bonbon" zur K-Version (CW 37 vom 10. September '82) zwingen H-Benutzer, ihre Hardwarestrategie neu zu überdenken. "D"-Anwender wissen nicht, ob sie das Angebot zur Umrüstung wahrnehmen oder zunächst in Warteposition gehen sollen. Denn der K-Prozessor ist vielen eine Nummer zu groß. Immerhin- muß allein für den Bausatz eine runde Million Mark hingeblättert werden.

Daß sich die IBM für die Einstellung der 3081 D-Produktion ein "psychologisch geradezu geniales" Ablenkungsmänover hat einfallen lassen, gesteht sogar die PCM-Konkurrenz ein. So hebt der Marktführer zu dem Announcement der 3081 G, die nunmehr das D-Modell ersetzt, den Discount-Preis für einen Bausatz hervor, der die derzeitigen D-User auf eine K-Version bringen soll. Aber so billig, wie der Systemwechsel zunächst scheinen mag, stellt er sich für einen Großteil der Benutzer nicht dar. Die meisten der inzwischen auf etwa vierzig geschätzten 3081 D-Anwender, dies wollen Beobachter der IBM-Großrechnerszene wissen, könnten mit ihrer kürzlich installierten Maschine noch gut zwei Jahre auskommen.

Gleichwohl verhilft Big Blue der Verblichenen (3081 D) durch die reduzierte K-Umrüstung noch zu unverhoffter Attraktivität. Erklärt 3081 D-User Siegfried Regenberg von der Nürnberger Quelle AG: "Fur 3081 D-Benutzer mit Kapazitätsengpässen gibt es mittelfristig kaum eine bessere Möglichkeit, zu einer größeren Maschine zu kommen."

In dieselbe Kerbe haut Reinhold Grenz, Kapazitätsplaner des Rechenzentrums Süd-West in Stuttgart. Sein Unternehmen hatte bis vor kurzem noch geplant, zur derzeit installierten D-Maschine eine weitere hinzuzustellen. Momentan werde diskutiert, inwieweit es sinnvoll sei, das Angebot zur K-Aufrüstung anzunehmen. Unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema will Grenz indes bei Anwenderkollegen registriert haben.

So würden einige DV-Manager momentan eine Systemerweiterung scheuen, weil sie erst kürzlich rund zehn Millionen für eine Maschine ausgegeben hätten. Problematisch sei es nun, vor allem die Vorstände von einer erneuten Investition zu überzeugen.

Upgrade-Überlegungen werden dem Vernehmen nach momentan auch bei 3081 D-Anwendern wie Thyssen, Hoesch, SKF, den Nürnberger Lebensversicherungen und den R+V Versicherungen in Wiesbaden angestellt. Konstatiert Diether Eichhorn, Leiter der R+V-Systemplanung: "Wir müssen nunmehr unsere Rechnerstrategie gänzlich neu überdenken. Die neuen IBM-Announcements machen uns dabei eine Entscheidung sicherlich nicht leichter." Als "tröstlich" empfindet Eichhorn es jedoch, daß die Stuttgarter mit der 3084 Q-Ankündigung eine Langfristperspektive innerhalb der H-Serie aufgezeigt hätten.

Ob jedoch eine K-Aufrüstung für die derzeitigen D-Benutzer das "Alleinseligmachende" ist, wird von Marktstrategen stark angezweifelt. Grund: Inzwischen habe sich herumgesprochen, daß ein Upgrade von der D zur K eine komplizierte und langwierige Angelegenheit sei, die nicht ganz problemlos vonstatten gehe. So bestätigt die Hamburger ICC GmbH, die nach eigenen Aussagen bereits mehrere K-Umstellungen durchgeführt hat, daß bei einem Umbau der D, wegen der unterschiedlichen TCMs (Thermal Conduction Modules) der Maschine, geradezu "sämtliche Eingeweide herausgekratzt" werden müßten.

Guter Wiederverkaufswert der D fraglich

Werner Fuchs, Deutschland-Verkaufschef der schweizerischen Leasingfirma COS AG, meint, daß bei "anwendungsempfindlichen Betrieben" ein durch den Umbau entstehender Ausfall zu einem erheblichen Risiko werden könne. Stehe eine Maschine hier für mehrere Tage still, sei dies in der Regel teurer als die von IBM angeführte Umrüste-Ersparnis von rund 600 000 Mark. Andererseits sieht der eidgenössische Großrechnerexperte einige zwingende Gründe, warum 3081 D-Benutzer die preisgünstige Aufrüstung zur K wahrnehmen sollten: Während das D-Modell zwar kurzfristig an Attraktivität gewinne, sei noch nicht abzusehen, wie sich die Gebrauchtpreise für diesen Rechner entwickeln würden, wenn erst die neue G-Version im Markt etabliert sei. Durch die Ankündigung der 3084 Q sei jedenfalls bei der 3081 K eine lange Lebensdauer gewährleistet. Beziehe man den Preisnachlaß beim K-Upgrade ein, so könne der User auch noch in zwei bis drei Jahren von einem akzeptablen Wiederverkaufswert ausgehen.

Upgrade-Euphorie fehl am Platz

In der gleichen Richtung denkt auch der für den MVS-Bereich der Nürnberger Lebensversicherungen zuständige Systemplaner Jürgen Trautwetter. Er sehe ein Problem darin, die 3081 D zu einem späteren Zeitpunkt wieder loszuwerden, denn ab 1. Januar 1983 müsse ein D-Benutzer für das K-Upgrade wieder rund 1,6 Millionen Mark löhnen. Für viele bleibe dann nur noch die Möglichkeit, ihre Maschine so lange zu fahren, bis sie steuerlich abgeschrieben werden könne.

IBM-Kritiker können die derzeitige "Upgrade-Euphorie" nicht teilen. Wenn jemand heute überstürzt den Umbau zur K vornehme, obwohl er kapazitätsmäßig nicht erforderlich sei, tätige er eine überflüssige Investition. D-Käufer hätten schließlich diesen Rechner bestellt, um damit mindestens zwei Jahre über die Runden zu kommen. Damit sich die durch den Umbau zur K entstehenden Kosten amortisierten, müsse der Prozessor mindestens vier Jahre gefahren werden. Innerhalb dieses Zeitraumes, so spekulieren die Skeptiker dieses Konzeptes, würde der Marktführer jedoch bereits wieder neue Produkte ankündigen, die eine 3081 K zu einem "alten Hobel" machten.

Für D-Benutzer, die die goldene Brücke zur K derzeit nicht beschreiten wollen oder können, stellt sich augenblicklich aber vielmehr die Frage, was künftig der Umbau ihres Jumbos zu einer G-Version kosten werde. Diese von der IBM mit geringfügigen Performanceverbesserungen gegenüber der D angekündigte Maschine wird nach Ansicht einiger Broker ab 1983 einen höheren Gebrauchtwert erreichen als ihr Vorgängermodell. IBM-Vertriebsbeauftragte sollen nach Aussagen von Anwendern zu diesem Thema bisher noch geschwiegen haben.

Daß man in Stuttgart nunmehr Anstalten macht, den Modellwechsel von der D zur K - obendrein durch Kauf - zu beschleunigen, damit halten selbst offizielle IBM-Stellen nicht hinter dem Berg. Über die dabei angewandten Methoden sind die User freilich nur wenig erfreut. Erhöhte Miet- und Wartungspreise bei der 3081 D sowie die nur in einen minimalen Zeitraum gepreßte Ausbaumöglichkeit zwingen den IBM-Kunden jetzt zu einer schnellen Entscheidung, heißt es an der Benutzerfront. Verärgert seien auch die K-Anwender, denen vor allem das Upgrade-Bonbon etwas säuerlich im Munde schmecke. Durch die Ermäßigung hätten sie jetzt für ihren Rechner eine halbe Million mehr bezahlt, weil sie - zum Teil abgeschreckt von den Performanceproblemen der D - von vornherein eine größere H-Version wählten.

3081 D "quicklebendig"

Im Frühjahr schrieb die IBM Deutschland GmbH diesen Leserbrief (erschienen in CW 19 vom 7. Mai 1982):

Der IBM-Kenner, den Sie in der COMPUTERWOCHE mit der Aussage zitieren, "Die 3081 D ist tot", kann kein Kenner der IBM sein. Die IBM 3081 D ist nämlich nicht tot, sondern so quicklebendig, wie sie nur sein kann, weil sie weiterwachsen kann zur IBM 3081 K. Der Kunde, der sich für die IBM 3081 D entscheidet, ist daher auf einem klaren Wachstumspfad. Einen weiteren Wachstumspfad stellen die neu angekündigten IBM 3083-Modelle dar, die sowohl untereinander als auch zum System IBM 3081 K hochgerüstet werden können. Aus unserer Sicht erfüllen wir damit alle wichtigen Kundenanforderungen.

Dr. P. Burkert IBM-Presseabteilung