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01.02.2002 - 

Pixars neuer Animationsfilm "Monster AG" jetzt im Kino

Haarsträubende Animationen

MÜNCHEN (ave) - Software spielt nicht nur für Geschäftsabläufe in Unternehmen eine wichtige Rolle - sie ist auch aus der Produktion von Kinofilmen nicht mehr wegzudenken. Besonders animierte Filme kommen ohne entsprechende Tools nicht aus. Was momentan Stand der Technik ist, zeigt Pixars neuer Film "Die Monster AG".

Sully, Mike und Boo heißen die Hauptfiguren des neuesten Animationswunderwerks aus dem Hause Pixar. Doch die beiden Monster und das kleine Kind wären nicht denkbar ohne die wahren Stars des Films. Die heißen "Renderman", "Deep Shadowing", "Gepetto" oder "Fizt" und sind Programme, die auf Hochleistungs-Workstations in den Pixar-Studios laufen. Sie helfen Regisseur Pete Docter und seiner Mannschaft in mehreren Stufen dabei, ihre Visionen in die Bilder umzusetzen, die das Publikum dann letztlich auf der Leinwand sehen kann.

Es ist ein aufwändiger Prozess, in dem die komplexen Figuren entstehen, die die Geschichte bevölkern. Ausgehend von Zeichnungen werden Modelle angefertigt, die gescannt und somit digital weiterverarbeitet werden können. Manchmal entstehen die Figuren auch direkt im Rechner. Sie bilden die Grundlage für Drahtgittermodelle, die von den Animatoren am Computer bewegt und später mit Texturen überzogen werden.

3,2 Millionen HaareDann müssen natürlich die Hintergründe gestaltet und im Rechner erzeugt werden. Dabei spielen besondere Effekte wie Licht, Schatten oder Rauch eine wichtige Rolle, um einer Szene die richtige Glaubwürdigkeit zu geben. Am Schluss werden alle Computerdaten gerendert, also zu einem Filmbild umgesetzt. Damit der Eindruck einer flüssigen Bewegung entsteht, werden mindestens 24 Einzelbilder pro Filmsekunde benötigt.

Die größte technische Herausforderung stellte das Fell der Hauptfigur Sully dar. Regisseur Docter erzählt, dass es aus 3,2 Millionen einzelnen Haaren besteht, die mit Hilfe der speziell entwickelten Software Deep Shadowing in Bezug auf Licht, Schatten und Bewegung korrekt animiert werden mussten.

"Am Anfang hatten wir keine Ahnung, wie wir diese ganzen Haare bewegen sollen. Wenn wir die Animateure nach einer Lösung hätten suchen lassen, würden wir wahrscheinlich immer noch auf eine Antwort warten", erzählt Docter. Das Studio beschloss dann, die Animatoren mit einer "nackten" Version von Sully arbeiten zu lassen. Sämtliche Gesten und andere Bewegungen erstellten sie auf diese Weise. Erst danach kam die Szene zur Simulationsabteilung von Pixar. Dort wurde das Fell hinzugefügt, das auf die darunter liegenden Bewegungen reagiert.

Auf diese Weise ließ sich das Problem elegant lösen, ohne die Animatoren zusätzlich zu belasten. Docter erzählt: "Es gibt etwa 600 bis 800 Schlüsselhaare, die über Sullys Körper verteilt sind. Für die berechneten wir die Bewegungen, die sie an die darum herum liegenden Haare vererben." Noch vor drei Jahren wäre es laut Docter unmöglich gewesen, das blaue Fell des Monsters so zu animieren, wie man es jetzt im Film bewundern kann. "Allein wegen der Menge des dafür benötigten Computerspeichers", erklärt der Regisseur.

Außerdem bedarf es einer ungeheuren Rechenleistung, damit die animierten Bilder laufen lernen. Für die Monster AG kam die von über 250 "Sun Enterprise 4500", die in den Pixar-Studios zu Render-Farmen miteinander verbunden sind. Trotz dieser geballten Computerpower dauerte es jedesmal mindestens drei Stunden, um ein einzelnes Bild von Sully zu rendern. Nichts für Ungeduldige.