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05.09.1975

Haben Sie den neuesten Führerschein ?

In keiner Branche schlägt sich das Wissen so schnell um wie in der EDV. Seit Jahren wird - insbesondere in Gewerkschaftskreisen - der Bildungsurlaub gefordert. Wer sich umhört, was Firmen in die EDV-Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, der ist versucht, als Realität zu nehmen, was sonst noch Wunschgedanke ist. Denn die meisten der in der EDV Beschäftigten - seien es nun Operatoren, Programmierer, Systemanalytiker und RZ-Leiter - drücken wenigstens fünf Tage im Jahr die "Schulbank", um sich in ihrem Beruf weiterzubilden. Im Ausbildungskonzept vieler Firmen sind sogar zwei Wochen Schulung im Jahr für jeden Mitarbeiter der EDV-Abteilung vorgesehen. Und Spezialisten sind nicht selten bis zu vier Wochen von ihrer eigentlichen Tätigkeit "befreit".

Das ist mit Sicherheit kein "Zuviel" an Ausbildung, denn die Entwicklung ist rasant,- nicht so sehr bei der Hardware aber dafür um so mehr bei der System- und Anwendungs-Software. Wer hier mithalten will, muß sich spezialisieren: Auf Datenbanken oder auf Teleprocessing, oder oder oder.

Das ist nicht so nebenbei zu bewältigen. Zumal die Tagesarbeit den "ganzen Mann" verlangt: In irgendeinem Projekt steckt man immer drin. Das Management drängt, Termine müssen eingehalten werden,- gerade kann der Jahresurlaub wunschgemäß genommen werden.

Die Angst des EDV-Mannes vor der Zukunft

Ganz unbestritten ist die eigene Position im Unternehmen auch nicht. Die Jugend drängt nach, graduiert, promoviert, bereit, für weniger Geld zu arbeiten. Das ist die eine Seite. Aber auch zuviel Wissen kann für die Karriere schädlich sein. Jede Firma kennt die "Unentbehrlichen". Wehe, wenn sie sich befähigt fühlen, andere, höherwertige Tätigkeiten anzunehmen, die Ihnen die eigene Firma nicht bieten will oder nicht bieten kann.

Gar nicht so selten ist auch - besonders im Middle-Management - die Meinung anzutreffen, daß die EDV-Mitarbeiter gerade nur soviel Ausbildung brauchen, wie notwendig ist, das installierte System in den Griff zu kriegen, - vielleicht noch ein bißchen mehr, weilman sich davon verspricht, die Leute länger halten zu können. Andererseits: "Auf den Entscheidungsprozeß, welche Anlage die bestehende ablösen soll, hat ein Programmierer ohnehin keinen Einfluß", wird argumentiert, "also ist es auch nicht erforderlich, daß er stets über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden ist". Auch wenn er sie für seine Tagesarbeit nicht braucht, wird sich ein Programmierer das Wissen Über die neuesten Programmiertechniken aneignen müssen.

Auch wenn nicht alles Gold ist: In keinem Bereich wird so viel für die Ausbildung getan wie in der Datenverarbeitung.

Alternative zur Hersteller-Schulung gesucht

Dafür sorgen schon die Hersteller. Sie sind daran interessiert, optimal ausgebildete Kunden zu haben, - sagen sie

jedenfalls. Das Angebot an Seminaren und Kursen ist groß. Ausbildungsziel ist - so steht es wörtlich in einer Werbebroschüre eines großen Herstellers -, "ein Fundament zu schaffen, das einen umfassenden Erfahrungsaustausch unter qualifizierten Gesprächspartnern möglich macht". Über die Ausbildung läßt sich nämlich gut verkaufen. Jeder VB weiß, daß es keine bessere Methode gibt, einen Kunden an den Hersteller zu "ketten", als ihn möglichst viele Seminare besuchen zu lassen. Man ist unter sich, unter Gleichgesinnten, knüpft neue Verbindungen: die echte Alternative zu den Herstellerschulungen muß erst noch gefunden werden. Denn solange Computer gebaut werden, die untereinander nicht verträglich sind, ist es eben erforderlich, den Computerführerschein Klasse IBM, Univac, Honeywell Bull etc. zu machen, je nachdem welches System eingesetzt werden soll. Erste Anzeichen sind da, daß sich hier etwas ändert. Doch noch ist das Zukunftsmusik. Und solange ist es gut, gut ausgebildet zu sein. de