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22.05.1998 - 

Kommentar

Haben und Nichthaben

Vor zwei Wochen hat der Verwaltungsrat von Digital seinen Aktionären offengelegt, welche Vorteile die Verschmelzung mit Compaq für Anteilseigner haben wird. Nicht zufällig wuden just zur gleichen Zeit Informationen über den mit der Fusion zu gewärtigenden Arbeitsplatzabbau lanciert: Mindestens 15000 vornehmlich DEC-Firmenangehörige werden ihre Arbeit verlieren. Digitals Betriebsrat fürchtet, daß in einer zweiten Welle weitere 10000 Jobs wegrationalisiert werden.

Der Zynismus kapitalistischen Wirtschaftens will es, daß solch eine Nachricht auch noch als positives Signal für Anteilseigner gilt. Den Aktionären von Digital will man den Compaq-DEC-Deal mit 30 Dollar in bar pro DEC-Anteil sowie 0,945 Compaq-Anteilen pro DEC-Wertpapier schmackhaft machen. Digitals Führungsriege, die einen Gutteil der Aktien hält, zahlt sich überdies einen eventuellen Verlust des Arbeitsplatzes in goldener Münze heim.

Zehntausende aber werden mit mehr oder weniger leeren Händen dastehen. Fragen, wem gigantomanische Fusionen eigentlich nützen, beanwortet Amerikas Systemkritiker und Linguist Noam Chomsky in seinem Buch "Haben und Nichthaben": nur egoistisch operierenden Industriellen, die längst an der Politik vorbei die Geschicke der Menschen reglementieren.