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09.07.1999 - 

Im Vorfeld der Verlegung des zentralen Domain-Servers

Hacker lenken Internet-Verkehr von Network Solutions zu Icann um

MÜNCHEN (CW) - Hacker haben am Freitag letzter Woche die Websites des Domain-Anbieters Network Solutions Inc. (NSI) angegriffen und sämtliche Anfragen zum Konkurrenten Core und zur Regulierungsinstanz Icann umgeleitet. Daraufhin brachen sowohl die NSI- als auch die Icann-Server für Stunden zusammen.

Beide Parteien streiten seit längerem um die Zuständigkeiten im Domain-System. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) soll in absehbarer Zeit vom Ex-Monopolisten Network Solutions Inc. auch den Betrieb des "Authorative Domain Name Root Server", quasi das Nervenzentrum des Internet, übernehmen. Solange NSI den zentralen Root-Server betreibt, kann de facto keine Politik gegen das vom US-Handelsministerium noch immer protegierte Unternehmen gemacht werden. Icann hat dennoch bereits mehrere Konkurrenten benannt, die in einer kürzlich bis zum 16. Juli verlängerten Testphase neben NSI ebenfalls die Top-Level-Domains ".com", ".org" und ".net" registrieren dürfen.

NSI wäre wohl die Nachricht vom Zusammenbruch der Icann-Server gerade recht gekommen - wenn durch den Hacker-Angriff vom vergangenen Freitag nicht auch die eigenen Seiten vom Netz gegangen wären. NSI dürfte mehrere tausend Dollar Umsatz eingebüßt haben. Icann hat hauptsächlich einen Vertrauensverlust zu beklagen, brach doch ausgerechnet der sogenannte L-Server bei der University of Southern California zusammen, der nach den Vorstellungen der Organisation bald die Wurzelinstanz (A-Server) von NSI beheimaten soll.

Dabei geht es nicht um eine physische Verlegung, sondern in erster Linie um eine Anweisung an die weltweit 13 "Root-Zone"-Betreiber, die alle Internet-Adressen unter den genannten Endungen verwalten, ihre Updates künftig vom L-Server der Icann zu beziehen. Nach den Abmachungen mit dem US-Handelsministerium soll die Übergabe bis zum September 2000 erfolgen. Einer früheren Verlegung stehen aber weder die Statuten noch die Technik im Wege, sondern einzig und allein politische und wirtschaftliche Interessen.