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03.12.1998 - 

Studie der IHK München

Hälfte aller Newcomer überlebt die ersten fünf Jahre nicht

MÜNCHEN (CW) - Firmengründer im Raum München und Oberbayern haben gute Aussichten. Zu diesem Ergebnis kommt die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) in ihrer dritten Gründerstudie. Dennoch steht immer noch rund die Hälfte aller Startups nach spätestens fünf Jahren vor dem Aus.

Die Kultur der Selbständigkeit hat Auftrieb. Das dürfen sich insbesondere auch bayerische Unternehmensgründer auf ihre Fahnen schreiben. Mit einer Selbständigenquote von 11,8 Prozent liegt Bayern im Ländervergleich an der Spitze (bundesweit 9,5 Prozent). In ihrer dritten Gründerstudie, die die IHK München gemeinsam mit dem Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München erarbeitet hat, wurden insbesondere die Jahre 1993/94 untersucht. Insgesamt wurden dabei rund 150 000 im IHK-Bezirk München und Oberbayern angesiedelte Firmen unterschiedlicher Branchen ausgewertet. Die Ergebnisse stellte nun IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Dörfler der Presse vor.

Dicke Kapitaldecke einer der Erfolgsgaranten

Für Newcomer ist demnach, was nicht weiter überrascht, zunächst die allgemeine konjunkturelle Lage entscheidend. Fällt der Startschuß einer Neugründung in einer Boomphase, wie etwa in den Jahren 1990/91, sind die Überlebenschancen und Erfolgsaussichten größer als während des wirtschaftlichen Einbruchs der Jahre 1993/94.

Unabhängig davon weisen, so Dörfler, die in den bisherigen Studien untersuchten unterschiedlichen Gründungszeiträume (1985/ 86, 1990/91 und 1993/94) ähnliche Entwicklungstendenzen auf. So sind beispielsweise fünf Jahre nach Gründung nur noch zwischen 50 und 60 Prozent der eingetragenen Firmen aktiv. Interessant ist ferner: Zwischen dem neunten und zwölften Monat nach der Gründung erreichte die Zahl der Firmenpleiten jeweils ihren Höhepunkt.

Nicht ganz unbedeutend für die Überlebensfähigkeit von Newcomern ist dem IHK-Hauptgeschäftsführer zufolge auch die gewählte Rechtsform. Kapitalgesellschaften, insbesondere GmbHs, haben bessere Karten als Einzelgesellschaften. Generell gilt: Je dicker die Kapitaldecke, desto größer die Erfolgsaussichten. Wie aus der Studie weiter hervorgeht, hängt die Zukunft von Startups auch stark von der jeweiligen Branche ab. Im verarbeitenden Gewerbe und bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen lag beispielsweise der Anteil der "Survivors" nach fünf Jahren mit rund 60 Prozent am höchsten.

Um Unternehmern in spe den Sprung in die Selbständigkeit zu erleichtern, bietet die IHK München ein umfassendes Informationsangebot an. Neben regelmäßig stattfindenden Seminaren und Gründertagen steht Interessenten seit kurzem ein Existenzgründerbüro offen. Anfang Januar 1999 soll zudem ein Call-Center für Fragen rund um das Thema Selbständigkeit eingerichtet werden. Intensivieren will die IHK München dabei vor allem ihr Beratungsangebot im Bereich High-Tech.