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21.06.1996 - 

Der Softwarelieferant wehrt sich entschieden

Händler fahren schwere Geschütze gegen die DB-Soft AG auf

"Die DB-Soft-Produkte sind nicht zu verkaufen, und dafür werden wir auch noch zur Kasse gebeten", beschwert sich 3S-Chef Christian Dittrich. Als "Knebelvertrag" bezeichnet er die Vereinbarung, wonach er eine Vollversion des DB-Soft-Pakets für rund 20 000 Mark bezahlen soll, falls er nicht binnen sechs Monaten einen Umsatz von 7000 Mark erwirtschaftet. Daß ihm dies nicht gelungen ist, lastet er dem Hersteller an. So sei insbesondere die Version 6.1 der DB-Soft-Auftragsbearbeitung fehlerhaft gewesen.

Softwarefehler sind behoben

Von einem Knebelvertrag kann laut Gabriele Kiel, Vorstandsmitglied der DB-Soft AG, nicht die Rede sein. Sie hält diese Art der Geschäftsbeziehung für gängig. Auf diese Weise würden die Händler motiviert, die Software engagiert zu verkaufen. Gleichzeitig werde verhindert, daß Unberechtigte zu günstigen Produktversionen kämen.

Die Softwarefehler der Version 6.1, das muß auch Dittrich einräumen, sind inzwischen behoben. Das ändere aber nichts daran, daß diese mangelhafte Ausführung seinen Verkaufserfolg geschmälert habe.

Der Händler ärgert sich jedoch vor allem über eine Windows-Version des Hausverwaltungs-Moduls von DB-Soft, das für unmittelbar nach der CeBIT '96 angekündigt worden war. Nachdem er einen Interessenten für das Produkt gefunden hatte, erhielt er von seinem Lieferanten eine DOS-Version zu Demonstrationszwecken. Als diese jedoch Fehler aufwies, verweigerte die im Februar dieses Jahres mit zwei Mitarbeitern für 17 000 Installationen besetzte Supportabteilung von DB-Soft jede Hilfestellung mit der Begründung: "Demoversionen werden nicht gewartet." Abgesprungen sei der Kunde allerdings erst, als ihm Dittrich im April mitteilen mußte, daß DB-Soft mit der Programmierung noch nicht begonnen habe.

"Es stimmt, die Version verspätet sich", räumt Kiel ein. Man habe auf einige Wünsche von Händlerseite Rücksicht genommen und daher die Fertigstellung der neuen Finanzbuchhaltung vorgezogen. Die Supportprobleme seien inzwischen behoben. Mit den sechs Mitarbeitern könne man eine Antwort innerhalb von 24 Stunden garantieren.

Als Grund für die Probleme vermuten die Geschäftsführer von 3S und Nonius finanzielle Probleme bei DB-Soft. Tatsächlich hat das Unternehmen einen Halbjahresverlust von 850000 Mark ausgewiesen. Daher wollten sich die Händler nicht auf den DB-Soft-Vorschlag einlassen, 10000 Mark als Deckung für sogenannte Abrufaufträge zu hinterlegen. Diese Summe sollte mit den von den Händlern georderten Produkten verrechnet werden. Dittrich verstand dieses Ansinnen als Aufforderung, dem Hersteller einen zinslosen Kredit einzuräumen.

"An den Verlusten ist nichts zu deuteln, aber von Finanzproblemen kann nicht die Rede sein", widerspricht Vorstandsmitglied Kiel. Die Eigenkapitaldeckung von 73 Prozent sei eine solide Grundlage, außerdem habe man keine Bankverbindlichkeiten. Auf zinslose Kredite sei man daher nicht angewiesen.