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27.10.1995

Haertere Konkurrenz fuer Intel Nexgen-Uebernahme verstaerkt die Technologiebasis von AMD

MILPITAS (CW) - Die Advanced Micro Devices Inc. (AMD) beabsichtigt den Kauf des Wettbewerbers Nexgen Inc. Jedes der beiden Unternehmen stand gegen den Marktfuehrer Intel auf schwachen Beinen. Die Fusion koennte die jeweiligen Defizite abbauen und die Marktposition staerken.

Die Nexgen-Aktionaere, darunter ASCII, Olivetti und Compaq, befuerworten den Kauf. Die offizielle Genehmigung steht noch aus. Die Anleger erhalten fuer eine Nexgen-Aktie 0,8 AMD-Anteile. Der Wert der fuer Anfang naechsten Jahres geplanten Uebernahme liegt bei 840 Millionen Dollar.

Nexgen wird sich als hundertprozentige AMD-Tochter um die Weiterentwicklung der sechsten Prozessorgeneration "Nx686" kuemmern, die leistungsstaerker sein soll als die neueste Intel- Variante Pentium Pro. AMD setzt die Arbeit am K5-Prozessor fort, verzichtet jedoch auf einen eigenen Chip der sechsten Generation. Mit Zahlen konnte zuletzt keiner der beiden Intel-Cloner glaenzen: AMD musste im dritten Quartal gegenueber dem Vorjahr einen Umsatzrueckgang von 36 auf 590 Millionen Dollar hinnehmen.

Der Gewinn betrug 56 Millionen Dollar, waehrend im zweiten Quartal noch 92 Millionen Dollar uebriggeblieben waren. Nexgen kuendigte fuer das erste Quartal des aktuellen Geschaeftsjahres einen hoeheren Quartalsverlust an als die von den Analysten erwarteten 27 Cent pro Aktie.

Bei AMD resultiert der Einbruch aus dem fehlenden Pentium- Geschaeft, das bei Intel eigenen Angaben zufolge im dritten Quartal erstmals den Absatz der 486er CPU ueberstieg, mangels Alternativangebot aber spurlos an dem Cloner vorueberging. AMD ist mit einem Prozessor der Pentium-Klasse schon lange ueberfaellig. Der "K5"-Chip, der im Oktober 1994 angekuendigt wurde und in diesem Jahr verfuegbar sein sollte, wird voraussichtlich erst im zweiten Quartal 1996 in Stueckzahlen ausgeliefert.

Nexgen hat zwar technologisch den Anschluss nicht verpasst, kam aber Branchenkennern zufolge finanziell in Bedraengnis - wozu nicht zuletzt die von Intel eingeleiteten Preissenkungen bei den Pentium-Prozessoren beitrugen, denen das Unternehmen aus Milpitas, Kalifornien, folgen musste. Als Handikap Nexgens bezeichnen Marktbeobachter zudem die fehlenden Fertigungskapazitaeten. Der Chiphersteller, der bereits an einer Alternative zum Pentium-Pro arbeitet, laesst seine Prozessoren von IBM fertigen.

Da AMD ueber eigene Fabriken verfuegt - das Unternehmen erwaegt zum Beispiel gerade den Bau einer Fertigungsstaette in Dresden - und Nexgen technologisch up to date ist, stehen Analysten der Uebernahme positiv gegenueber. Insider raeumen dem Duo gute Chancen ein, Intel Marktanteile abzunehmen.