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02.08.2002 - 

.NET Myservices gehen in Collaboration-Produkten auf

Hailstorm-Reste wandern in .NET Server

MÜNCHEN (wm) - Im Frühjahr hat Microsoft seine Pläne für .NET Myservices begraben. Die gehosteten Web-Service-Komponenten, die zuvor unter dem Codenamen "Hailstorm" firmierten, sollen nun in verschiedenen .NET-Server- und Client-Produkten Verwendung finden. Auch die Groupware "Groove" und Microsofts "Sharepoint" rücken näher zusammen.

.NET Myservices waren als Anwendungskomponenten gedacht, die als Web-Services über das Internet in Programme integriert werden sollten - quasi als modulare Anwendungsbausteine im Web. Zu den zentralen Komponenten dieser Sammlung zählten Dienste wie .NET Calendar, .NET Inbox oder .NET Alert. Als Dreh- und Angelpunkt für die Personalisierung und Authentifizierung war Passport vorgesehen.

Nachdem Microsoft mittelfristig offenbar keine lukrativen Vermarktungsmöglichkeiten erwartet hatte, wurde das Projekt noch vor Fertigstellung und den Tests in Data-Centern abgeblasen. Zwischenzeitlich hieß es, die .NET Myservices sollten statt als öffentliche Web-Services als interne Komponenten für Unternehmen vermarktet werden, doch nun haben die Redmonder die Marschrichtung neu festgelegt. Der Markenname wurde fallen gelassen, die Rede ist nun ganz allgemein von XML-Schema- und Datenzugriffs-Technologien, die in .NET-Anwendungen, Servern und Client-Systemen zum Einsatz kommen.

Das Ende des anfänglich lautstark propagierten Projekts Hailstorm scheint manchen in den Redmonder Chefetagen ganz gelegen zu kommen, wie den Worten von Gordon Mangione, Vice President SQL, zu entnehmen ist: "Sollten wir es nun als die Fortsetzung von Hailstorm bezeichnen? Keinesfalls, denn das Ganze spielt sich schlicht und einfach unter dem Dach von Web-Services und .NET ab." Laut Mangione hat es viele Überschneidungen mit bestehenden Technologien seines Unternehmens gegeben: "Wir waren dabei, viele Wege für den Zugriff und das Speichern von Daten oder Kontakten zu entwickeln. Das gibt keinen Sinn."

Die neuen Pläne jenseits von .NET Myservices stehen im Zusammenhang mit einer umfassenderen Strategie, die zukünftig die Datenverwaltung innerhalb der gesamten Microsoft-Plattform auf eine einheitliche Basis stellen soll. Neben den genannten Web-Services spielen dabei die Groupware-Plattform Sharepoint und ein auf dem SQL-Server-Nachfolger "Yukon" basierendes universelles Dateisystem (siehe CW 30/02, Seite 22) eine zentrale Rolle.

Microsofts erklärtes Ziel ist es, die Collaboration-Fähigkeiten seiner Produkte auszuweiten. In der aktuellen Version wird die Sharepoint-Technologie in zwei Varianten angeboten: Als "Team Services" für kleine Arbeitsgruppen, die mit Office, einer Team-Website und einer SQL-Datenbank arbeiten, sowie für größere Unternehmen als "Portal Server", der unter anderem Dokumenten-Management erlaubt.

Zukünftig werden die verbesserten Möglichkeiten der Datenverwaltung einem breiten Anwenderkreis zur Verfügung stehen. So soll beispielsweise das für Mitte 2003 angekündigte Office 11 eng mit dem angekündigten nächsten Release Sharepoint 2.0 integriert werden. Ebenso werden die für Anfang 2003 versprochenen .NET Server die Team Services enthalten und somit systemweit anbieten können. Laut Jeff Raikes, Group Vice President bei Microsoft, wird die Rolle von Office dabei neu definiert: "Die zukünftige Arbeit im Office-Bereich wird sich dahin bewegen, dass man es mit einem Smart Client zu tun hat, der sich in die Sharepoint Team Services einklinkt."

In diese Strategie passen auch die Neuerungen bei der Peer-to-Peer-Groupware Groove. Die gleichnamige Firma des Lotus-Notes-Erfinders Ray Ozzie, in die sich Microsoft mit 51 Millionen Dollar eingekauft hat, will im Herbst ein "Integration Kit" für Sharepoint bringen. Damit sollen die Stärken beider Produkte kombiniert werden: Groove ermöglicht die Peer-to-Peer-Kommunikation von Teams über Firewalls hinweg mit Online- und Offline-Funktionen. In Verbindung mit dem Server-basierenden Sharepoint ist unter anderem die Erstellung von Eins-zu-eins-Kopien kompletter Team-Websites möglich. Eine Integration der beiden Produkte, die durchaus Sinn ergeben würde, ist derzeit jedoch nicht geplant.