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Profitabilität im Jahr 2001 "ein Muss"


30.03.2001 - 

Haitec: Schmückt sich die Braut?

MÜNCHEN - Trotz des starken Umsatzwachstums schrammte die Münchner Haitec AG im Geschäftsjahr 2000 erneut am Break even vorbei. Bis zum Jahresende soll das Münchner Systemhaus bei einem nur geringen Umsatzwachstum jetzt vor allem auf Profitabilität getrimmt werden - und mit diesem Schritt mittelfristig für einen starken Partner interessant werden. Von Andrea Goder*

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Vorstandschef Axel Feldhoff auf das Geschäftsjahr 2000 zurück. Vorläufigen Zahlen zufolge (das Testat der Wirtschaftsprüfer liegt noch nicht vor) konnte der Umsatz mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 66 Prozent auf 104,9 Millionen Euro stärker zulegen als ursprünglich geplant. Die Umsatzwarnung vom Herbst letzten Jahres war somit überflüssig. Vor allem das traditionell bei Systemhäusern starke vierte Quartal konnte mit Einnahmen in Höhe von 41,8 Millionen Euro die zwischenzeitlichen Bedenken wettmachen. Dennoch musste Feldhoff, seit April 2000 amtierender CEO, auf der Bilanzpressekonferenz in München einräumen, das Planziel in puncto Profitabilität nicht erreicht zu haben. Nach einem Jahresfehlbetrag von 5,3 Millionen Euro 1999 konnte der Verlust im letzten Geschäftsjahr allerdings auf zwei Millionen Euro reduziert werden.

Kerngeschäft SystemintegrationRelativ konstant blieb dagegen die Umsatzverteilung in den einzelnen Business-Sparten. Die wichtigste Einnahmenquelle ist mit rund 50 Prozent nach wie vor der Bereich Systemintegration, wo Haitec klassische Services wie Netzaufbau oder ERP-Implementierung anbietet. Auf das angestammte Kerngeschäftsfeld CAE-Lösungen - als Partner der IBM vertreibt das Unternehmen die Konstruktionssoftware "Catia" des französischen Herstellers Dessault Systems - entfielen 35 Prozent der Einnahmen. Die nach wie vor kleinste, allerdings mit einem Plus von über 50 Prozent am schnellsten wachsende Sparte sind E-Business-Lösungen.

Mit einem Handelsgeschäft von 77 Prozent am Umsatz ist das Münchner Systemhaus zudem eine noch immer stark Hardware-getriebene und bis zu einem gewissen Grad auch herstellerabhängige Company. Rund die Hälfte der Einnahmen wurde noch im letzten Jahr mit Produkten von IBM erzielt. Mehr versprochen hatten sich die Münchner vom margenstarken Dienstleistungsgeschäft, das auf 23 Prozent ausgebaut werden konnte. Insgesamt konnten die Serviceeinnahmen zwar auf 24 Millionen Euro verdoppelt werden. "Wir wollten mehr umsetzen", gab Feldhoff aber zu und nannte als Grund für das Nichterreichen des entsprechenden Planziels die verhaltene Entwicklung im vierten Quartal.

Um im Geschäftsjahr 2001 wieder auf die Gewinnerspur zu wechseln, will der CEO den Dienstleistungsanteil "signifikant erhöhen". High-Value-Services sollen bis zum Jahresende 27 Prozent zum Umsatz beisteuern. Die Basis hierfür hat der Münchner IT-Dienstleister mit dem starken Personalausbau (rund 300 der insgesamt 500 Mitarbeiter wurden seit dem Börsengang im Juli 1999 angeheuert) und dem Aufbau so genannter Competence-Center bereits gelegt. Ziel ist es nach den Worten Feldhoffs jetzt, "diese PS auf die Straße zu bringen".

In Sachen Umsatzwachstum scheinen die Bayern allerdings fürs Erste den Zenit überschritten zu haben. Noch im letzten Jahr stammten beispielsweise 37 Millionen Euro (35 Prozent) aus externem Wachstum. Konsolidiert wurden in der Jahresbilanz Einnahmen aus der rückwirkend zum Juli 1999 akquirierten IPC GmbH in Ludwigsburg. Mit der in Kulmbach ansässigen Update GmbH übernahmen die Münchner im letzten Jahr einen weiteren IT-Dienstleister. Beide Zukäufe müssen jetzt integriert werden. "Unsere Planung ist nicht primär auf Umsatzwachstum ausgerichtet", betonte auch Feldhoff. Für 2001 sind Einnahmen in der Größenordnung von 110 Millionen Euro angepeilt - also ein Plus von nur gut fünf Millionen Euro.

Expansionspläne auf Eis gelegtKeine Kompromisse gibt es für die Münchner dagegen beim Thema Profitabilität. "Der Turnaround 2001 muss geschafft werden", betonte Feldhoff unmißverständlich. Diese Zielsetzung dürfte für Haitec mithin eine der wichtigen Voraussetzungen sein, um mittelfristig als Übernahmekandidat oder Fusionspartner an Attraktivität zu gewinnen. "Wir könnten uns vorstellen, in drei oder vier Jahren an der Seite eines starken Partners zu leben", gab sich Feldhoff vor der Presse in München vielsagend. Für diese Überlegungen spricht auch das bis dato geringe Engagement im Ausland, das entgegen den noch beim Börsengang skizzierten ehrgeizigen Expansionsplänen nicht mehr forciert werden soll.

*Andrea Goder ist freie Journalistin in München