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21.01.2000 - 

Domino-Services für Outlook angekündigt

Halbherzige Bekenntnisse auf der Lotusphere

MÜNCHEN (IDG) - Enttäuschung zum Auftakt der Lotusphere. Statt der erwarteten Produktoffensive erschöpften sich die Eröffnungsreden der Lotus-Manager auf ihrer jährlichen Hausmesse in Orlando in allgemeinen Strategieaussagen. Im Mittelpunkt standen dabei der Knowledge-Management-Server "Raven" und die Anbindung von Microsofts E-Mail-Client "Outlook" an "Domino".

Über 50 Millionen Anwender weltweit setzen inzwischen die Groupware von Lotus ein. Dennoch hat die IBM-Tochter keine Zeit, sich auszuruhen: Das Unternehmen muss Microsofts neuen "Exchange Server" für Windows 2000 fürchten. Einen Ausweg sieht die Company darin, ein möglichst breites Spektrum von "Notes"-Clients, dazu gehören auch nicht PC-basierte Endgeräte, an Domino anzubinden. Doch entsprechende, im Vorfeld der Lotusphere erwartete Ankündigungen blieben zumindest zum Auftakt der Veranstaltung aus.

Halbwegs konkret wurde der nur noch für kurze Zeit amtierende Chairman und CEO Jeffrey Papows lediglich bei "I-Notes", einem Resultat der schwierigen Verhandlungen mit Microsoft zur Outlook-Integration. Dabei handelt es sich um ein Browser-basiertes Frontend mit Outlook-Features, das auch PC-Anwender ohne Notes-Client an Domino anbindet. Lotus'' Chefstratege Mike Zisman betonte jedoch, dass dies keineswegs den schleichenden Abschied des Herstellers von der eigenen Arbeit am Notes-Client oder der Messaging-Kompetenz des Herstellers bedeute. Mit Outlook werde Endanwendern lediglich eine weitere Option geboten.

Nach Anfragen an die bezüglich technischer Details sonst wortkargen Lotus-Manager stellte sich ohnehin heraus, dass Outlook nicht als Alternative zum Notes-Client gelten kann.

Die Integration beschränkt sich auf Mail- und Kalenderfunktionen des Microsoft-Produkts. Hinzu kommen offensichtlich noch MAPI-Unterstützung und die Bereitstellung des Active X Controls "Domino Offline Services for Outlook" zur Datenreplikation.

Als ein strategisches Schlüsselelement auf der Server-Seite positioniert Lotus die für Mitte 2000 vorgesehene Knowledge-Management-Lösung Raven. Die Suite soll Schnittstellen und Tools bieten, mit denen sich Geschäftsportale sowie Informationskanäle zu verschiedenen Datenquellen aufbauen lassen. Als Neuheit des bereits zur Berliner Lotusphere im vergangenen Herbst vorgestellten Produkts präsentierte der Hersteller Spracherkennungstechniken, die von Lotus selbst kommen sollen, allerdings zu "IBM Viavoice", dem Produkt der Konzernmutter, kompatibel sind. Ein Clou der Lotus-Variante soll sein, dass die Nachrichten in Landessprache verfasst werden können und für die Empfänger anderer Nationalitäten jeweils übersetzt werden.

Dennoch gab es auch zu Raven wenig technische Aussagen, ebenso zum weiteren Vorgehen von Mutter und Tochter bei anderen Server-Strategien. Den Ankündigungen zufolge wollen IBM und Lotus ihre Produkte "Websphere" und Domino näher zusammenbringen, wenn nicht gar bündeln, um die Transaktionsstärken der einen Plattform mit den flexiblen Groupware-Funktionen der anderen zu kombinieren. Doch mehr als Absichtserklärungen waren zu Beginn der Lotusphere auch dazu nicht zu vernehmen.

Diese Situation wird sich ändern, so vermuten Branchenkenner, wenn Papows wie gemeldet seinen Stuhl zum 1. Februar räumt. Sein Nachfolger wird der langjährige IBM-Manager Al Zollar, der den Ruf eines avancierten Technikers genießt.