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26.03.1999 - 

Halbleitersparte soll als "Infineon" an die Börse

Halbleitersparte soll als "Infineon" an die Börse Siemens IC kündigt weitere Bereinigung des Portfolios an

HANNOVER (CW) - Die Siemens AG verstärkt in ihrem Geschäftsbereich Information and Communications (IC) das Portfolio-Management. Der Elektronikkonzern kündigte auf der CeBIT die Übernahme einer weiteren US-Internet-Company sowie den Verkauf der Division Nachrichtenkupferkabel an. Bereits vergangene Woche hatten die Münchner mit der Ausgliederung ihrer Halbleitersparte überrascht.

Nach der Bündelung aller Internet-Aktivitäten in der neuen US-Tochter Unisphere Solutions, in der die kürzlich übernommenen US-Firmen Argon Networks und Castle Networks sowie die Beteiligung an Accelerated Networks integriert wurden, könne man nun mit dem Kauf des IP-Routing-Spezialisten Redstone Communications eine weitere Akquisition melden, teilte Volker Jung, im Siemens-Zentralvorstand für IC verantwortlich, auf der CeBIT mit. Statt Milliardenbeträge durch große Deals zu binden, verfolge man den erfolgversprechenderen Weg des Einkaufs von Spezial-Know-how, verteidigte Jung seine "Perlenketten"-Strategie

Prinzipiell bleibe es dabei, daß jeder IC-Bereich "alleine die Chance zum dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg" nachweisen müsse. Wo das nicht möglich sei, müsse man über andere Lösungen nachdenken. Der IC-Chef kündigte in diesem Zusammenhang weitere "Anpassungen" an. So suchen die Münchner für ihr Geschäft mit Nachrichtenkupferkabel einen Käufer. Bei den Kassen- und Selbstbedienungssystemen, die derzeit im Bereich Siemens-Nixdorf Retail and Banking Systems geführt werden, prüfe man Optionen, die "auch einen Börsengang einschließen". Alle Smartcard-Aktivitäten des Konzerns werden, so der Siemens-Manager, demnächst in einem "internen Joint-venture" gebündelt.

Bereits vergangene Woche hatte Siemens die Auslagerung seiner defizitären Halbleitersparte (HL) angekündigt. Das Unternehmen soll ab dem 1. April unter der Bezeichnung Infineon Technologies AG rechtlich selbständig sein und Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres an die Börse gebracht werden. Trotz eines Umsatzes von umgerechnet rund 6,8 Milliarden Mark und damit einem Wachstum von mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr mußten die Münchner 1998 hier aufgrund des Preisverfalls bei Speicherbausteinen einen Rekordverlust von 1,2 Milliarden Mark hinnehmen. Offiziell werden "das rasante Wachstum" und der damit einhergehende enorme Kapitalbedarf als Gründe für den "größten High-Tech-Spin-off der europäischen Industrie" genannt.

Insgesamt konnte IC, wie Jung auf der CeBIT weiter ausführte, trotz der "kräftebindenden Neuorganisation und der derzeitigen Schwäche in wichtigen Marktsegmenten" nach fünf Monaten in puncto Auftragseingang und Umsatz mit 19,4 beziehungsweise 18,0 Milliarden Mark die vergleichbaren Vorjahreswerte (19,2 und 17,2 Milliarden Mark) übertreffen.