Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.11.1989 - 

Betriebsrat fordet konzeptionelle Überlegungen

Hamburger Philips-Forschung soll nach Aachen umziehen

HAMBURG (CW) - Die Philips GmbH will ihr Hamburger Forschungslabor schließen und nach Aachen verlagern. Die meisten Mitarbeiter wollen jedoch an der Elbe bleiben. Der Betriebsrat schlägt eine Zusammenarbeit der Philips-Forschung mit dem geplanten Mikroelektronik-Applikationszentrum (MAZ) des Hamburger Senats vor.

Die Philips-Forschung beschäftigt in Hamburg 345 Mitarbeiter. Der Umzugsplan, so Unternehmenssprecher Gerd Goetz, betrifft 220 bis 250 Forscher; die in der Medizintechnik (ehemals Röntgen-Müller) tätigen Mitarbeiter werden in der Hansestadt bleiben. Eine Umfrage ergab, daß nur 20 Mitarbeiter bereit sind, von der Elbe ins Dreiländereck zu gehen, wie Betriebsrat Jürgen Schwake der CW sagte.

Die Philips-Unternehmensleitung begründet die geplante Standortverlagerung mit höherer Effizienz und mit Synergie-Effekten, die durch die Konzentration der Forschung in Aachen, also in der Nähe des holländischen Philips-Stammsitzes Eindhoven, zu erwarten seien. Vor dem Hintergrund eines harten internationalen Wettbewerbes könne man darauf nicht verzichten.

Der Betriebsrat sieht das anders. Schwake: "Forschung kann man überall betreiben; das ist nicht an eine Fabrik gebunden. Vielmehr habe die Anbindung der Forschung an die Entwicklung und Produktion nicht funktioniert. Das, so Schwake, sei das Ergebnis einer im Auftrag des Betriebsrates durchgeführten Untersuchung. Hiernach fehle es Philips an einer wirkungsvollen Abstimmung von Forschung, Entwicklung und Produktion. Ein neues Strukturkonzept müsse her, das die ganze GmbH betreffe und nicht an einzelne Standorte gebunden sei.

Im Zusammenhang mit der Ankündigung des Hamburger Senats, ein Anwendungszentrum für Mikroelektronik zu gründen, schlägt der Hamburger Philips Betriebsrat vor, die Ressourcen der Philips-Forschung darin aufgehen zu lassen.

Laut Schwake bietet sich diese Lösung an, weil Philips die Einrichtungen, die im MAZ erst geschaffen werden müßten, zur Verfügung hat. Es sei sinnlos, diese abzubauen, nur damit sie in jahrelanger Arbeit neu entwickelt werden müßten. Der Vorschlag des Betriebsrates geht dahin, daß etwa 80 Mitarbeiter durch Fluktuation, Frühverrentung und Wechsel in andere Hamburger Philips-Bereiche ausscheiden, der Hamburger Standort jedoch erhalten bleibt und mit dem MAZ zusammenwachsen soll.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, so Schmake, daß der Hamburger Senat das MAZ-Konzept auch für die Industrie öffnet, anstatt es, so die bisherige Absichtserklärung, den Hochschulen vorzubehalten. Außerdem müsse Philips sich damit einverstanden erklären, daß die Manpower eines solchen Forschungszentrums nicht für eigene Zwecke reserviert sei, sondern "industrieübergreifend" genutzt werde. Unter den gegebenen Voraussetzungen will Schmake allerdings "nicht darauf wetten", daß Philips und der Hamburger Senat auf den Vorschlag eingehen.