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13.01.1995

Hancock, LaBant und Zuckerman treten zurueck Topmanager fallen erneuter IBM-Reorganisation zum Opfer

ARMONK (CW/IDG) - IBM-Chef Louis Gerstner hat sich offenbar entschieden, mit welchen Topmanagern er in Zukunft zusammenarbeiten will. Im Zuge einer grossangelegten Reorganisation des weltweiten Vertriebs und der Software-Division draengte er den US-Vertriebschef Robert LaBant sowie Ellen Hancock zum Ruecktritt, die fuer Netzwerke und Teile der Softwaredivision verantwortlich zeichnete. Ausserdem verlaesst mit Frederick Zuckerman der Chef der Finanzabteilung das Unternehmen.

LaBant warf dem "Wall Street Journal" zufolge Ende vergangener Woche das Handtuch, nachdem Gerstner nicht ihm, sondern Ned Lautenbach die Verantwortung fuer die neugeschaffene weltweite Vertriebsorganisation uebertragen hatte.

LaBants Demission erfolgt gleichzeitig mit dem Ruecktritt von Ellen Hancock, die vor acht Monaten die Abteilung "Software Solution and Network Systems" uebernahm. Laut IBM verlaesst die langjaehrige Big- Blue-Managerin das Unternehmen in "gegenseitigem Einvernehmen". Eine unternehmensnahe Quelle fuehrte den Schritt allerdings auf Gerstner zurueck, der mit den Leistungen der Hancock-Abteilung nicht zufrieden war. Ausserdem soll die Software-Division ebenfalls restrukturiert und ein neuer Mann an ihre Spitze gestellt werden.

Ueber die Gruende, aus denen Zuckerman sein Amt niederlegte, wurde nichts bekannt. Der Schritt des Managers, den Gerstner erst vor 18 Monaten von RJR Nabisco geholt hatte, sei persoenlich begruendet, erklaerte ein IBM-Sprecher. Zuckermans Nachfolger wird Jeffrey Serkes, der schon zu Nabisco-Zeiten sein Assistent war.

Mit dem Revirement in der obersten Etage nimmt Gerstner erstmals auch die Manager aufs Korn, die IBMs Niederlagen der letzten Jahre mitzuverantworten haben. Laut "Wall Street Journal" muessen noch weitere hochrangige IBMer um ihre Jobs fuerchten. So wollen unternehmensnahe Quellen wissen, dass sich auch Chefstratege James Cannavino auf duennem Eis bewegt. Die Zukunft von Lee Reiswig, dem Chef der OS/2-Entwicklung, haenge ganz entscheidend vom Erfolg der letzten Version des 32-Bit-Betriebssystems OS/2-Warp ab.

Ob die erneute Reorganisation, mit der Gerstner die Konsolidierung und Abstimmung der verschiedenen IBM-Aktivitaeten vorantreiben will, Erfolge bringt, bleibt abzuwarten. "Umstrukturierungen in Unternehmen sind mit einem Trainerwechsel bei einem Fussballverein zu vergleichen. Sie sind eine Sache der Hoffnung", erklaerte Howard Anderson, Managing Director der Yankee Group, gegenueber dem amerikanischen Wirtschaftsblatt.