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22.02.1985 - 

Deutsches Außenhandelsvolumen auf dem DV-Sektor nahm in drei Jahren um 75 Prozent zu

Handel mit Japan entwickelt sich stürmisch

MÜNCHEN (CW) - Das deutsche Außenhandelsvolumen auf dem Datenverarbeitungssektor hat sich zwischen 1980 und 1983 um 75 Prozent auf 16241 Millionen Mark vergrößert. Damit beträgt der Anteil des DV-Sektors am gesamten Außenhandel der Bundesrepublik im Bereich "Maschinenbau und elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge" nunmehr auf über 5 Prozent gegenüber 4,2 Prozent im Jahre 1980.

Der Importzuwachs an DV-Systemen und Geräten betrug im genannten Zeitraum 74 Prozent, der Exportzuwachs erreichte hingegen 77 Prozent. Dies führte zu einer geringfügigen Verringerung des Außenhandelsdefizits der Bundesrepublik gemessen am Außenhandelsvolumen auf diesem Sektor von 7,3 Prozent auf 6,6 Prozent.

Die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und ihren wichtigsten Außenhandelspartnern auf dem Sektor der Datenverarbeitung seit 1980 verdeutlichen die Tabellen 1 und 2. Die Daten wurden aus Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden entnommen und geben die Importe und Exporte der Bundesrepublik an Hardware, gemäß dem "internationalen Warenverzeichnis für den Außenhandel" (SITC) wieder. Die aufgeführten 13 Länder stellten 1983 94 Prozent aller deutschen Importe und konsumierten mehr als 90 Prozent der deutschen Exporte.

Exportüberschüsse erzielte die Bundesrepublik in den zwei Produktgruppen "Kompakteinheiten der digitalen Technik" und "Zentralspeicher der digitalen Technik". In der letzten Produktgruppe stiegen die deutschen Exporte - bei nahezu gleichbleibendem Importvolumen - von 27 auf 613 Millionen Mark.

Außenhandelsdefizite von jeweils 550 bis 600 Millionen Mark wurden hingegen in den Produktgruppen "Zentraleinheiten der digitalen Technik", "Periphere Einheiten" und "Teile für Rechenmaschinen, DV-Maschinen" verzeichnet. Einen geringen Defizit wurde auch in der weniger bedeutenden Produktgruppe "Offline-DV-Anlagen" verzeichnet.

Außenhandelsdefizite im DV-Sektor verzeichnet Deutschland gegenüber den USA (2480 Millionen Mark), Japan (629 Millionen Mark) und der Republik Irland (172 Millionen Mark). Der deutsche DV-Handel mit anderen Staaten des Fernen Ostens, wie beispielsweise Singapur und Hongkong ist ebenfalls defizitär; er ist jedoch nur von untergeordneter Bedeutung.

Die deutsche Außenhandelsbilanz mit den übrigen Industrieländern und mit den Ländern der Dritten Welt ist durchweg positiv. Der Handel mit den EG-Ländern erhöhte sich in den letzten 4 Jahren um 70 Prozent auf 8682 Millionen Mark. Hier erzielte die Bundesrepublik einen Exportüberschuß von einer Milliarde Mark.

Bezogen auf einzelne Länder sind die USA mit einem Handelsvolumen von 3579 Millionen Mark nach wie vor der größte Außenhandelspartner der Bundesrepublik. Sie stellen 35 Prozent der deutschen DV-Importe und konsumieren 7 Prozent der deutschen Exporte: Das Importvolumen aus den USA nahm in den letzten 4 Jahren um 46 Prozent das Exportvolumen der Bundesdeutschen in die USA nahm hingegen um knapp 200 Prozent zu. Dadurch verringerte sich das deutsche Handelsdefizit gegenüber den Vereinigten Staaten gemessen am gesamten Handelsvolumen beider Länder auf dem DV-Sektor von 85 Prozent auf 69 Prozent in 1983.

Auffallend ist ferner, daß das Handelsvolumen mit den Vereinigten Staaten im genannten Zeitraum nur um 57 Prozent und damit langsamer zunahm als das gesamte Außenhandelsvolumen Deutschlands auf diesem Sektor. Entsprechend ging der US-Anteil am gesamtdeutschen DV-Außenhandel von 24,6 Prozent im Jahre 1980 auf 22 Prozent im Jahre 1984 zurück.

Der zweitwichtigste Handelspartner der BRD auf dem DV-Sektor nach den USA ist Frankreich. In den letzten vier Jahren stiegen die deutschen Importe aus Frankreich um 78 Prozent auf 1353 Millionen Mark und die deutschen Exporte nach Frankreich um 85 Prozent auf 1731 Millionen Mark. Das Handelsvolumen mit dem Nachbarland betrug im Jahre 1983 3084 Millionen Mark beziehungsweise 19 Prozent des gesamten deutschen DV-Außenhandelsvolumens.

In der Produktgruppe "Zentraleinheiten der digitalen Technik" verzeichnete die Bundesrepublik gegenüber Frankreich ein Defizit von 357 Millionen Mark. In den übrigen Produktgruppen verläuft der Handel mit Frankreich durchweg positiv.

Die DV-Importe aus Großbritannien, dem drittwichtigsten Außenhandelspartner auf diesem Sektor, nahmen im besprochenen Zeitraum um 48 Prozent auf 1093 Millionen Mark die deutschen Exporte nach Großbritannien um 81 Prozent auf 1200 Millionen Mark zu. Damit entwickelte sich die Außenhandelsbilanz zwischen beiden Ländern von 73 Millionen Mark Defizit auf 108 Millionen Mark Überschuß positiv für Deutschland. Ein Handelsdefizit von 165 Millionen Mark verzeichnet die Bundesrepublik gegenüber Großbritannien in der Produktgruppe "Periphere Einheiten".

Eine geradezu stürmische Entwicklung durchliefen die deutsch-japanischen Handelsbeziehungen in den letzten vier Jahren. Dabei gleicht der Hardwarehandel zwischen beiden Ländern beinahe einer Einbahnstraße. So nahmen die japanischen Exporte in der BRD von 124 Millionen Mark im Jahre 1980 auf 685 Millionen Mark im Jahre 1983 um 452 Prozent zu, die deutschen Exporte nach Japan im gleichen Zeitraum stiegen hingegen von 30 auf 56 Millionen Mark nur unwesentlich an.

Wie bereits erwähnt, decken diese Zahlen nur den Hardwarebereich. Bei Hinzunahme des Softwarebereiches würde die Handelsbilanz zwischen beiden Ländern etwas günstiger für Deutschland ausfallen. Ein beachtlicher Anteil der japanischen Exporte wird im Rahmen von Kooperationsverträgen zwischen Firmen beider Länder getätigt, nach denen die Japaner die Hardware (insbesondere Großrechner) liefern und die Deutschen die Systeme mit der erforderlichen Software ausstatten. Die im Rahmen solcher Verträge erbrachten Leistungen deutscher Unternehmen erscheinen nicht als Exportgut in den vorliegenden Daten.

Trotz des rasanten Anstiegs des deutsch-japanischen DV-Handels nimmt Japan nur Platz sieben unter den Außenhandelspartnern der BRD auf diesem Sektor ein, hinter Schweden und den Niederlanden. Die japanischen DV-Produkte finden jedoch auf dem deutschen Markt unvermindert starken Absatz, so daß ihr Anteil entsprechend weiter ansteigen wird. Hinzu kommt, daß die Japaner den deutschen Exporteuren auf Drittmärkten harte Konkurrenz liefern und in einigen Ländern Asiens den Weg für deutsche DV-Exporte verbauen können.

Überdurchschnittlich haben sich die Handelsbeziehungen der BRD mit Schweden (+ 192 Prozent), mit der Republik Irland ( + 151 Prozent) und mit den Niederlanden (126 Prozent) entwickelt. Während sich die Importe und Exporte von beziehungsweise nach Schweden die Waage halten, verzeichneten die Deutschen einen Handelsüberschuß von 233 Millionen Mark gegenüber den Niederlanden. Irland konnte hingegen einen Exportüberschuß von 172 Millionen Mark gegenüber der Bundesrepublik verbuchen.

Die deutschen Importe aus Drittländern, die in Tabelle 1 nicht aufgeführt sind, stiegen innerhalb eines Jahres um 200 Prozent an - von 177 Millionen im Jahre 1982 auf 537 Millionen Mark im Jahre 1983. Dieser Trend ist auf die verstärkten Importe aus den sogenannten Schwellenländern des Fernen Ostens und Lateinamerikas zurückzuführen. So haben Singapur, Hongkong und Taiwan ihre Importe in die BRD im genannten Jahr von etwa 40 auf knapp 200 Millionen Mark um das Vielfache gesteigert. Es ist damit zu rechnen, daß sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzt.