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21.07.2000 - 

Microsoft und Oracle ausgebootet

Handel wählt Web-Lösung von IBM, I2 und Ariba

MÜNCHEN (CW) - 22 der weltgrößten Einzelhandelsunternehmen wollen ihre Beschaffungsvorgänge über einen gemeinsamen Internet-Markt erledigen. Die Technik stammt von IBM, I2 Technologies und Ariba. Auch Oracle und Microsoft hatten um den Auftrag gebuhlt.

Im Geschäft mit den Online-Börsen ist das Team um Big Blue gut positioniert: Eigenen Angaben zufolge hat es bereits 100 von ihnen auf die Sprünge geholfen, darunter dem Elektronikmarkt e2open und der Volkswagen-Beschaffung.

Auch die Infrastuktur für den Kunststoff-Markt Omnexus (siehe CW 26/00, Seite 4) basiert auf dem Systemintegrations-Know-how von IBM, den für Modellierung und Betrieb von Lieferketten ausgelegten "Tradematrix"-Tools von I2 sowie den von Ariba zur Verfügung gestellten Werkzeugen für Kostenkalkulation, elektronische Bezahlung etc. Diesmal setzte sich das Anbieterkonsortium gegen ein Konzept von Microsoft und Ariba-Konkurrent Commerce One durch - nachdem ein Angebot von Oracle und General Electric Presseberichten zufolge schon aus dem Rennen war.

Die Startkosten des Projekts sind mit 100 Millionen Dollar budgetiert. 22 Handelsriesen, darunter Kmart, Safeway und Walgreens in den USA, Marks & Spencer in Großbritannien, Royal Ahold in den Niederlanden, Auchan und Casino in Frankreich, El Corte Inglès in Spanien sowie Dairy Farm International in Hongkong, investieren diese Summe, um die Internet-Beschaffungsbörse Worldwide Retail Exchange (WWRE) zu installieren.

Das gleichnamige Unternehmen existiert seit März dieses Jahres. Sein Geschäftsziel besteht darin, den Mitgliederfirmen eine prozess- und damit kostenoptimierte, aber unabhängige Abwicklung von E-Commerce-Beziehungen zu ermöglichen. Mitte August soll die Handelsplattform ihre Arbeit aufnehmen.

Wie der Branchendienst "Computergram" meldet, verpflichten sich die WWRE-Betreiber, über den Web-Marktplatz keine Waren zu beschaffen, die zur Veräußerung an Endabnehmer bestimmt sind. Auf diese Weise hoffen sie, Konflikten mit den Kartellbehörden aus dem Weg zu gehen.

Die Entscheidung für IBM, I2 und Ariba begründet WWRE vor allem damit, dass die Anbieterallianz "als Einheit" auf die Anforderungen reagiert habe. Hier treten wohl die Vorteile eines eingespielten Teams zutage. Andere Anbieter suchen ihr Heil in wechselnden Allianzen. So kooperiert der Business-to-Business-Experte Commerce One bei Covisint, dem Beschaffungsmarkt der Automobilbranche, mit Oracle, während er sich für WWRE mit Microsoft zusammentat.

Die an WWRE beteiligten Handelsketten repräsentieren einen Jahresumsatz von 450 Milliarden Dollar und betreiben rund 50000 Ladengeschäfte. Doch das Prädikat "First Mover" müssen sie Global Netxchange überlassen, einem Joint Venture des US-Unternehmens Sears Roebuck & Co., der französichen Carrefour S.A., des britischen Handelsriesen J. Sainsbury und der deutschen Metro AG.

Global Netxchange hat, so rühmt sich das Unternehmen auf seiner Webpage, in den ersten vier Monaten seines Bestehens bereits Geschäftstransaktionen in einer Umsatzhöhe von 100 Millionen Dollar abgewickelt. Maßgeblicher Technologiepartner ist hier Oracle, das mit einer Minderheitsbeteiligung in das Vorhaben eingestiegen ist, also das unternehmerische Risiko mitträgt.