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08.08.1997 - 

Kritik an übermäßigem Financial Engineering

Handelsobjekt IBM-Aktie macht Wallstreet stutzig

Insider beobachten das rege Kaufen und Verkaufen in Armonk schon länger. Demnach haben IBM-Chef Louis Gerstner und sechs weitere Führungskräfte ihre Portfolios allein im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um Stammaktien im Wert von 28 Millionen Dollar erleichtert und dabei nach Schätzung von Börsianern durch Kursgewinne einen Vorsteuergewinn von 13 Millionen Dollar erzielt. Schon in den beiden vorherigen Quartalen hatte sich Big Blues Topmanagement von Firmenanteilen im Wert von insgesamt 33 Millionen Dollar getrennt.

Nicht wenige Analysten beurteilen das offensichtliche "Kasse machen" von Gerstner & Co. indes zwiespältig. Die IBM-Führungsspitze profitiere privat von ihren offiziellen Entscheidungen - und konterkariere selbige zugleich, heißt es. Gemeint ist die Tatsache, daß man in Armonk seit geraumer Zeit Milliarden von Dollar in den Rückkauf eigener Aktien investiert, um, wie man an der Wall Street spekuliert, durch eine künstliche Verknappung für einen zusätzlichen Kursanstieg zu sorgen. Angeblich hat IBM in den zurückliegenden 18 Monaten für rund 14,4 Milliarden Dollar acht Prozent aller im Umlauf befindlichen Aktien aufgekauft. Allein im zweiten Quartal 1997 wurden hierfür noch einmal 1,6 Milliarden Dollar aufgewendet.

Ohne dieses Investment hätte sich der Gewinn pro Aktie allenfalls auf Vorjahresniveau bewegt, rechnen Börsianer vor. Ihr Rat an das Management in Armonk: Das Unternehmen sollte strengere Richtlinien für private Transaktionen seiner Mitarbeiter verabschieden und sich ansonsten wieder stärker auf das "Computer Engineering" anstelle des "Financial Engineerings" konzentrieren. Zum Beispiel auch dadurch, daß man die durch einen Stopp weiterer Aktienrückkäufe frei werdenden Mittel zusätzlich in Forschung und Entwicklung investiert.