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04.02.1983 - 

Herstellung von externen Datenträgern nicht mehr die entscheidende Schwierigkeit.

Handling der Speichermedien schafft Probleme

04.02.1983

Während die Produktion von magnetischen Datenträgern heute keine technischen Probleme mehr aufwirft, gibt es Schwierigkeiten beim Anwender durch falsches Handling der hochempfindlichen Produkte. Doch sind diese Schwierigkeiten, die oft zum Ausfall der Datenträger führen, nur zum Teil auf die Sorglosigkeit der Benutzer zurückzuführen. Auch die Hersteller und Anbieter von Platten, Disketten und Bändern tragen ihren Teil dazu bei: Sie lassen die Anwender in den meisten Fällen allein.

Die Qualitätsunterschiede bei den heutigen magnetischen Datenträgern wie Platte, Diskette oder Band sind nicht mehr besonders groß. Das liegt zum einen daran, daß die technischen Probleme des Trägerterminals und der Beschichtung dieser Datenspeicher weitgehend gelöst sind, zum anderen, daß sich die Zahl der Hersteller bei magnetischen Datenträgern - besonders bei den Disketten - auf einige große Hersteller beschränkt, die mehr oder weniger denselben Qualitätsstandard produzieren. Die restlichen Anbieter sind in der Regel Kunden dieser Hersteller und verkaufen deren Produkte nur unter eigenem Namen.

Bei den Disketten ist der Preis heute kein Kriterium für bessere oder schlechtere Qualität der Produkte, während bis vor kurzer Zeit die sogenannte "Billigdiskette" durchaus

manchen Anwender seine Daten nicht wiederfinden ließ. Die Preisgestaltung ist eben auf der Grundlage einer durchweg gleichen Qualität bei der Herstellung nur ein Mittel der Anbieter, gegen die Konkurrenz größere Marktanteile zu erobern. Auch sollte sich der Anwender nicht von langen Herstellergarantien (fünf Jahre und mehr) der kleinen Scheiben irritieren lassen. Diese beziehen sich immer auf Herstellungsfehler, und die merkt jeder Benutzer beim ersten Einlegen der Diskette in sein Laufwerk. Vielmehr sollte er beim Kauf darauf achten, daß das Produkt seiner Wahl bei der Produktions-Endkontrolle "Stück-geprüft" wurde.

Fehler, die in der Herstellung auftreten, sind hauptsächlich Mängel in der Beschichtung der Datenträger. Entstehen hier Unregelmäßigkeiten, kann der Datenspeicher an bestimmten Stellen nicht mehr korrekt magnetisiert werden und damit keine Informationen mehr aufnehmen. Auf den Platten und Disketten sind für diesen Fall Ersatzspuren angelegt, die für die kaputte Normalspur "einspringen". Aber erst, wenn diese Ersatzspuren vollgeschrieben sind, merkt der Benutzer, daß sein Datenträger nicht in einwandfreiem Zustand ist. Er sollte deshalb nur Produkte kaufen, die den Vermerk "Error-free" tragen. Dieser Vermerk garantiert, daß der Datenträger und alle seine Datenspuren in Ordnung sind. Ein Beschichtungsfehler läßt sich nachträglich nicht reparieren.

Eine andere Fehlerquelle, die zum Ausfall des externen Speichermediums führen kann, liegt nicht im Datenträger selbst, sondern ist im Laufwerk begründet. So kann beispielsweise ein nicht richtig justierter Schreib-/Lesekopf einer Platte zum "Headcrash" führen, da der Abstand zwischen Platte und Abtastkopf nur etwa einen Mikrometer beträgt. Auch durch eine vorübergehende Schwankung in der Stromversorgung sind durch sinkende Umdrehungszahlen Schwingungen in der Platte möglich, was ebenfalls zum Headcrash führt.

Im Fall des Ausfalles einer Magnetplatte oder Diskette liegt der Grund jedoch allzu oft beim Anwender selbst. Er geht mit dem Datenträger nicht richtig um. Obwohl ein solcher Schaden gravierende Folgen haben kann, wird mit den gerade gegenüber Umwelteinflüssen äußerst empfindlichen Speichermedien sehr sorglos umgegangen. Die typischen Fehler sind hierbei die Verunreinigung der Datenträger durch Staub -oder Rauchpartikel, die mangelnde Wartung (regelmäßiger Austausch des Luftfilters der Plattenstationen oder Reinigung der Datenträger) sowie falsche Lagerung und Transport. Ist erst einmal ein Headcrash passiert oder eine Diskette verschmutzt, sind die darauf gespeicherten Daten in den meisten Fällen verloren. Denn es ist nicht möglich, Daten von einem. auch nur an einer Stelle beschädigten Speichermedium zu lesen, da durch den Nicht-Zugriff auf diese Stelle die gesamte Organisation und Initialisierung des Datenträgers zerstört ist. Es gibt zwar spezielle Technik-Programme, die Hardware-orientiert auf die

Informationen zugreifen können, jedoch dürften die Zerstörungen nicht allzu groß sein.

Die Reparatur zerstörter magnetisther Datenträger lohnt sich nur bei Plattenstapeln. Bei den anderen Medien steht der technische und finanzielle Aufwand in keinem Verhältnis zum Neupreis. Doch auch bei Plattenstapeln lohnt sich eine Reparatur nur in bestimmten Fällen. Es dürfen nicht allzu viele einzelne Platten ausgefallen und das Produkt nicht zu alt sein. Als Limit der Reparaturkosten kann etwa der halbe Neupreis angesehen werden.

Doch das mangelhafte Handling mit magnetischen Datenträgern passiert nicht nur aus Sorglosigkeit beim Anwender. Weder Hersteller noch Anbieter liefern mit ihren Produkten Betriebsanleitungen mit, die, dem Anwender mitteilen, wie ein reibungsloser Einsatz zu bewerkstelligen ist. "Sie haben einen gute Kauf getätigt, und viel Glück bei der Arbeit", lautet meist der lapidare Hinweis des Herstellers. Und dieses Glück braucht der Benutzer zweifellos: Nach dem Kauf steht er allein und muß selbst sehen, wie er seine Daten im (Zu-)Griff hat.

Bernd Weeser-Krell