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05.12.2007 - 

Hersteller schielen auf Umsatzbeteiligung

Handy-Branche steht nach iPhone-Urteil vor Umwälzung

Die deutsche Mobilfunkbranche steht nach dem Urteil im Streit um das iPhone-Vertriebsmodell vor einer Umwälzung. Denn die Handy-Hersteller schielen neben dem reinen Verkaufspreis künftig auf eine Beteiligung an den Umsätzen, die mit Daten und Sprache erzielt werden.

Eine Vorreiterrolle nimmt dabei der US-Konzern Apple ein, der Monat für Monat von T-Mobile rund ein Drittel der mit den iPhone-Handys erzielten Umsätze erhält. Im Gegenzug erhält die Telekom die Exklusivrechte für das neue Apple-Handy. Ansprüche meldete nun auch Weltmarktführer Nokia an - der Konzern will künftig mit eigenen Diensten vom Boom des mobilen Internet profitieren.

Um den Begehrlichkeiten der neuen Spieler einen Riegel vorzuschieben, hatte Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen Klage beim Landgericht Hamburg eingereicht. Das Gericht verwarf den Antrag der Düsseldorfer, wogegen der weltgrößte Mobilfunkkonzern Berufung einlegen kann. Den freien Verkauf des iPhone will die Telekom nun so schnell wie möglich wieder einstellen, kündigte T-Mobile-Manager Philipp Humm an. Bislang ist das iPhone-Vertriebsmodell ein Novum für die Branche, kein Hersteller konnte eine Beteiligung an den Umsätzen durchsetzen.

"Das iPhone-Vertriebsmodell ist ein innovativer Ansatz, der Auswirkungen auf die gesamte Branche hat", sagt Nikolaus Mohr, Experte bei Accenture. Ein Mobilfunkmanager schränkt allerdings ein: "Auch in Zukunft werden die meisten Mobiltelefone ohne eine exklusive Bindung verkauft." Nur bei Verkaufsrennern würden die Hersteller künftig wohl eine Beteiligung einfordern. Wichtig ist dafür neben Technik und Design das Image des Herstellers. So profitiert Apple beim Einstieg in das Mobilfunkgeschäft von seiner starken Marke. "Jeder fünfte neue Vertragskunde entscheidet sich derzeit für ein iPhone", sagt ein T-Mobile-Sprecher. Das Apple-Gerät entwickelt sich damit zu einem der am besten verkauften Mobiltelefone.

Die Bedeutung des eigenen Image hat auch Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo erkannt: "Wir wollen zur besten Marke der Welt werden", kündigte er am Dienstag an. Mit dessen Zugkraft will er die eigenen Dienste wie das mobile Internetportal Ovi zum Erfolg führen. Apple, Nokia und andere Hersteller wollen am erwarteten Boom des mobilen Internets teilhaben. Mit mobilen Breitbandzugängen werden die weltweiten Mobilfunkanbieter nach Einschätzung von Nokia zum Ende der Dekade rund 100 Milliarden Euro umsetzen. Davon wollen sich die Handy-Hersteller eine Scheibe abschneiden.

Accenture-Experte Mohr bescheinigt den Finnen gute Chancen dafür: "Nokia hat eine starke Marke. Aber auch der Einstieg von Unternehmen wie Google oder Microsoft in das Geschäft ist möglich." Der Konflikt um das iPhone ist für T-Mobile noch nicht zu Ende. Die Bundesnetzagentur untersucht nach einer Beschwerde von debitel, ob das Vertriebsmodell nicht gegen die Mobilfunklizenzvereinbarung verstößt. Bis wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. Der Streit um das iPhone geht also weiter. (dpa/tc)

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