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04.05.2001 - 

Schwächelnder Mobilfunkmarkt trifft Anbieter hart

Handy-Geschäft von Siemens in den roten Zahlen - 6100 Entlassungen angekündigt

MÜNCHEN (CW/vwd) - Der lahmende Mobilfunkmarkt, rasant nachlassende Handy-Verkäufe und der periodisch wiederkehrende Preisverfall der Halbleiter zwingen die Siemens AG zu einer modifizierten Umsatz- und Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2000/01 (Ende: 30. September). Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass es insgesamt 6100 Mitarbeiter entlassen werde.

Es trifft nicht nur Siemens: In den vergangenen Monaten häuften sich die Negativmeldungen aus der Mobilfunkbranche. Weltweit stehen rund 100000 Entlassungen an. Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer gab auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens keine Entwarnung für die nähere Zukunft: "Wir erwarten, dass das Umfeld in den nächsten Monaten noch schwieriger wird." Deutlichere Worte fand laut der "Süddeutschen Zeitung" Hans Geyer, Vizepräsident der Handy-Sparte von Intel: "Wir stehen vor der Situation, dass eine Industrie auf den Bankrott zusteuert."

Im zweiten Quartal verkaufte Siemens 6,9 Millionen Handys, ein beträchtlicher Rückgang gegenüber dem ersten Quartal, in dem noch 9,3 Millionen Mobiltelefone über den Ladentresen gegangen waren. Das Unternehmen musste in diesem Geschäftsbereich einen Verlust von 143 Millionen Euro hinnehmen.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres hat Siemens seine Ziele nur bedingt erfüllt. Das Konzernergebnis ohne die Infineon Technologies AG stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 562 (Vorjahr: 516) Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich im gleichen Zeitraum auf 19,2 (17,8) Milliarden Euro. Bezieht man Halbleiterhersteller Infineon ein, stieg der Umsatz ebenfalls um acht Prozent, das vergleichbare Ergebnis hingegen ging um elf Prozent zurück auf 578 (653) Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/01 erzielte Siemens ohne Infineon einen Gewinn nach Steuern (nach US-GAAP) von 1,363 (7,761) Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) betrug in den ersten sechs Monaten 1,938 (1,367) Milliarden Euro, der Umsatz lag im gleichen Zeitraum bei 38,3 (33,3) Milliarden Euro. Infineon eingerechnet, erreichte Siemens im ersten Halbjahr ein Ergebnis nach Steuern (nach US-GAAP) von 1,578 (8,031) Milliarden Euro.

Im Bereich Mobilfunktelefone werden nach von Pierers Angaben von den weltweit 8500 Stellen allein in Deutschland zusätzlich zu den bereits abgebauten 600 Arbeitsplätzen weitere 2000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren.

In der Geschäftssparte Information and Communication Networks (ICN) werden von weltweit 23 000 Arbeitsplätzen im Firmenkundengeschäft 3500 abgebaut. Allein in Deutschland verlieren hier 1400 Mitarbeiter ihren Job.