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18.03.1988

Hannover-Messe CeBIT: Ein Tag reicht aus

Tips am Wegesrand mitnehmen, die Sprüche der Händier abklopfen, Tendenzen erkennen, für konkrete Probleme gezielt Lösungen suchen, Integrationskonzepte begutachten: Mit diesen Vorstellungen besuchen CW-Leser die Hannover-Messe CeBIT. Reiner Gratzfeld, Leiter des Benutzerservice von Henkel, Düsseldorf, bedauert, daß die Aussteller auf den Messen in erster Linie Vertriebsleute auf dem Stand haben. Das Gespräch mit den Fachleuten müsse sich daher in jedem Fall an die Messe anschließen. Und Karl-Heinz Lach von der Karstadt AG, Essen, verdeutlicht die Gefahr von Mammutmessen nach Hannover-Art: Ohne Konzept ist ein Besuch verlorene Zeit.

Reiner Gratzfeld

Leiter des Benutzerservice, Henkel KGaA, Düsseldorf

Die CeBIT ist immer noch eine Veranstaltung, auf der man einige Tendenzen erkennen kann, auch wenn ich nicht glaube, daß dort Problemlösungen serviert werden. In der Regel erhält man Anregungen und sieht Neuentwicklungen früher, als sie in der Presse und von Herstellern bekanntgegeben werden. Das Problem auf der CeBIT und ähnlichen Messen ist jedoch, daß die Aussteller in erster Linie Vertriebsleute am Stand haben, die dann bei tiefergehenden Fragen nicht mehr weiterhelfen können Deshalb gilt es, diese Anregungen im Anschluß an die Messe in Gesprächen mit den Fachleuten der Hersteller so umzusetzen, daß sie zur Problemlösung beitragen können.

Um in dem Messetrubel nicht unterzugehen, setzt jeder Mitarbeiter vorab seine Themenschwerpunkte und plant dementsprechend seine Besuche bei den Ausstellern

Adalbert Schehr

DV-Leiter, Kunststoffwerk Kutterer GmbH & Co. KG,Karlsruhe

Messebesuche sollten immer mit einem bestimmten Erfolg verbucht werden. Um dies zu garantieren und sich im Dschungel an Hard- und Softwareangeboten zurechzufinden, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Eine davon ist, gezielt nach praxisgerechten Problemlösungen zu suchen, die innerhalb des Betriebes angestrebt werden. Durch die Information der Medien wie Computerzeitungen über Hard- und Softwareaussteller können die entsprechenden Angebote rechtzeitig ausgewählt werden.

Durch die ständige Weiterentwicklung und Modernisierung unseres Betriebes auf technischem wie auf kommerziellem Gebiet ist es unbedingt wichtig, immer über den neuesten Stand der Entwicklung informiert zu sein. Diese Information muß sich sowohl auf Hard- als auch auf Softwareneuerungen beziehen. Da wir mehrere größere Projekte in Arbeit haben, suchen wir hauptsächlich spezielle Ideen und Anregungen im Bereich der Software. Da die Angebotspalette sehr umfangreich und vielseitig ist, kann auch anhand des Messekatalogs gezielt der entsprechende Anbieter angesteuert werden.

Gleichzeitig interessiert uns dieses Jahr das Nachfolgemodell des IBM-Systems 5360. Hierüber erhoffen wir nähere Informationen. Eine offizielle Bekanntgabe seitens der IBM ist jedoch noch nicht erfolgt.

Der Messebesuch bietet nebenbei auch die Möglichkeit zu Diskussionen. Man darf allerdings den Erwartungshorizont nicht zu hoch schrauben. Die Wunschvorstellungen lassen sich nicht immer in jeder Hinsicht realisieren.

Klaus Manhart

DV/Org.-Leiter für Controlling und Ausbildung, R + V Versicherungsgruppe, Wiesbaden

Seit etwa einem Jahr führen wir in unserem Hause ein Führungskräfte-Nachwuchsprogramm des Ressorts Org. /DV durch, das sich aufgliedert in einen fachspezifischen Teil und ein Exkursionsprogramm. Letzteres hat zum Ziel, den Mitarbeitern hin und wieder Gelegenheit zu geben, über den DV-Tellerrand hinauszuschauen. Hierzu zähIen Besuche bei genossenschaftlichen Verbundunternehmen und bei unseren Filialdirektionen, Workshops mit Fachbereichen etc. Innerhalb dieses Programms ist unter anderem auch ein Tag für einen CeBIT-Besuch eingeplant. Der Führungskräftenachwuchs hat dabei Gelegenheit, Neuentwicklungen zu sehen, wobei vor allem der PC-Sektor und

der Bereich individuelle Datenverarbeitung interessant sein werden, und Gespräche mit den Herstellern zu führen. Das Besuchsprogramm werden wir in einen gemeinsamen und einen individuell gestaltbaren Teil aufsplitten, damit sich jeder einzelne auf seinem Fachgebiet informieren kann.

Karl-Heinz Lach

Stellv. Leiter Systemprogrammierung, Karstadt AG, Essen

Derzeit beschäftige ich mich damit, PCs und insbesondere PS/2-Systeme als intelligente Arbeitsplatzrechner einzusetzen. Dabei stehen die Integration solcher Systeme in konventionelle Dialoge (IMP, ADF, CICS), der Einsatz von Großrechnersystemen als Server für solche Terminals und die Vernetzung von PS/2-Systemen innerhalb von lokalen Netzen im Vondergrund. Ich hoffe, auf der CeBIT Lösungen in dieser Richtung und natürlich auch die entsprechenden Karten sowie Kommunikationssoftware und Serversoftware zu sehen. Im Vorfeld der Messe sortiere ich eingehendes Material von Herstellern danach, was mich interessiert, denn ohne ein Konzept ist ein Messebesuch verlorene Zeit.

Friedhelm Holtz

Leiter Org. und Betriebawirtschaft, AHC Oberflächentechnik, Kerpen

Im technischen Bereich unserer DV-Anwendungen planen wir längerfristig, ein Produktions-Planungs- und -Steuerungssystem zu realisieren. In erster Linie interessiert uns daher auf der diesjährigen CeBlT oder Industriemesse der Bereich Betriebsdatenerfassung. Ein Unterpunkt hiervon ist die Meßwerterfassung, in unserem Fall die Übernahme der im Produktionsbereich anfallenden Daten in die zentrale DV. Dafür suchen wir Analog-Digital-Wandler auf PC-Basis. In der näheren Zukunft sollen dann noch Steuern und Regeln hinzukommen. Unklar ist noch, ob wir uns heuer überhaupt die Zeit nehmen, nach Hannover zu fahren. Im Grunde genommen sind für dieses Thema spezialisierte Fachmessen interessanter.

Willi Große Dahlmann

DV-Leiter, H. Blederlack GmbH & Co. KG, Greven

Ich bin in diesem Jahr insbesondere interessiert an Software im Bereich der Produktfertigung. Es geht um Sichtung möglichst vieler auf dem Markt angebotener Produkte, die für diese Problemstellung in Frage kommen. Einige Unternehmen, von denen vor der Messe Prospektmaterial eingegangen ist, werde ich gezielt aufsuchen. Zudem werde ich mich auch bei den Großen der DV-Branche über Neuigkeiten informieren. Wichtig ist dabei noch das Thema Datenfernübertragung, da unsere Tochter in den USA Daten-austausch auf elektronischem Wege mit ihren Kunden beginnen möchte.

Dirk Steinhoff

Geschäftsführer, Wallstein-Verlag GmbH, Göttingen

Die CeBIT bietet mir als Anwender neben der Systems und der Orgatechnik die einzige Möglichkeit, bei Hard- und Softwareherstellern, deren Produkte in unserer Firma eingesetzt werden, Informationen aus erster Hand zu erhalten, die für uns relevant sein könnten. Dazu zählen nicht nur die klassischen Messeneuheiten, sondern zum Beispiel auch Lieferzeiten, "Post-Messe-Preise" für bereits eingeführte Produkte und die Überprüfung von Aussagen lokaler Händler auf ihre Richtigkeit.

Wird diese Kontaktpflege vor der Messe entsprechend geplant, reicht ein Tag meist aus und kostet insgesamt weniger Zeit als die Gespräche auf lokaler Ebene mit Gebiets-vertretern oder Händlern. Oft ist sogar noch Gelegenheit, "am Wegesrand" - per Zufall oder über einen Tip auf der Messe - die eine oder andere interessante Neuigkeit zu entdecken, über deren Existenz man noch nicht informiert war.

Rabinder Nayar

Leitung der Abt. CAD/CAE-Verfahren, Siemens AG,

Kraftwerk-Union, Offenbach

Zur CeBIT fahren wir aus mehreren Gründen. Einmal möchten wir herausfinden, was es auf dem Massenspeichergebiet Neues gibt, welche Möglichkeiten bestehen, von Magnetbändern auf Jukebox-Systeme umzusteigen, damit künftig nicht mehr so viele Panzerschränke (Data Safes) benötigt werden. Als nächstes werden wir Ausschau halten nach Low-Cost-CAD-Lösungen auf PC-Basis, da Siemens auf diesem Gebiet selbst eine Lösung anbietet. Drittens interessieren uns Rechner-Rechner-Kopplungen innerhalb der PC-CAD-Welt und auch die Anbindung von PCs an VAX- beziehungsweise an Siemens-Rechner (BS2000).

Wir möchten auch die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Zeichnungsumsetzung in CAD-Modelle verfolgen. Zu diesem Zweck werden wir Scanner bezüglich ihrer Auflösung unter die Lupe nehmen und Raster/Vektor-Umsetz-Software auf ihre Qualität hin ansehen. Schließlich stellt sich für uns auch die Frage nach der Weiterbehandlung von Zeichnungen, vor allem im Hinblick auf den praktischen Einsatz und die Wirtschaftlichkeit dieser Produkte in Zusammenhang mit ZUCAD (Zeichnungsumsetzung in CAD-Modelle) beziehungsweise "Knowledge-based Drawing Conversion"-Systemen. Einen Kollegen aus meiner Abteilung werden wir zur Industriemesse schicken mit der Vorgabe, schwerpunktmäßig nach Integrationsmöglichkeiten von CAD und CAM innerhalb von CIM zu recherchieren.