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02.08.1985

Hannover-Messe: Plädoyer für das CeBIT

02.08.1985

Nachdem bereits 1984 mit 6700 Ausstellern und 740000 Besuchern die Grenzen der Infrastruktur der Hannover-Messe aufgezeigt wurden, gab es 1985 nochmals eine deutliche Steigerung aller Zahlen dieser größten Investitionsgütermesse der Welt. Mit 850000 Besuchern war das Gelände berstend voll. Das Messegeschehen wurde zunehmend bestimmt von Hektik, überfüllten Ständen, Raumnot und der Unmöglichkeit eines geordneten beratenden Gesprächs.

Deshalb traten die Deutsche Messe- und Ausstellungs AG und die Fachverbände sehr frühzeitig in Gespräche ein, wie man den Messeablauf künftig besser gestalten könne. Hierzu wurden von der Messe-AG Hannover mehrere Alternativen erarbeitet, die mit den Fachverbänden eingehend diskutiert wurden.

Die Aufgabe aller Beteiligten bestand darin, für Aussteller und Besucher ein transparentes Medium Messe zu erhalten, auf dem es möglich ist, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue zu schaffen und zugleich den besonderen Ereignischarakter der Hannover-Messe zu bewahren.

Abzuwägen waren hierbei Effizienz und Transparenz gegenüber Gigantonomie und langen Wegen. Das Ergebnis der intensiven Gespräche zwischen Messe-AG und Ausstellerbeiräten ist die Neukonzeption ab 1986 Unter dem einheitlichen Dach der Hannover-Messe wird im März die Hannover-Messe CeBIT - Welt-Centrum der Büro- Informations- und Kommunikationstechnik und im April die Hannover-Messe - Welt-Centrum für industrielle Technologien durchgeführt werden.

Durch die Neukonzeption wird die seit Jahren immer länger werdende Warteliste für Aussteller, denen die Messegesellschaft bislang keine Ausstellungsfläche anbieten konnte, abgebaut. Mit dem zusätzlichen Angebot von Ausstellungsflächen werden zugleich auch die Standerweiterungswünsche derzeitiger Aussteller befriedigt werden können.

Weitere Hallen stehen für künftige Messen zusätzlich zur Verfügung und sichern damit dieses neue Konzept auch für die neunziger Jahre ab. Insbesondere wird Raum geschaffen für die Aussteller, die derzeit noch in anderen Messebereichen ansässig sind, jedoch zunehmend am Integrationsprozeß zwischen Informations- und Kommunikationstechnik teilnehmen. Das sind besonders die Anbieter der nachrichtentechnischen Industrie, die ab 1986 einen neuen Schwerpunkt in der Hannover-Messe CeBIT im März bilden werden.

Es ist weiter zu erwarten, daß die Aussteller, weit mehr als in den vergangenen Jahren, sich dem beratenden Verkauf widmen können, und zwar in einer Atmosphäre, die nicht primär von Zeitdruck und Raumnot geprägt ist. Den Ausstellern bietet sich nun die Gelegenheit, ihr gesamtes Produktionsspektrum auf ihren Ständen zu präsentieren, und dazu gehört das Beratungsgespräch jenseits von Störeinflüssen. Dies ist wiederum genau das, was die Fachbesucher erwarten - ein vollständiges Marktangebot in transparenter Gliederung, die Demonstration der Ausstellungsgüter in voller Funktion und die Gelegenheit zum umfassenden Informationsgespräch.

Durch die Verbesserung des Angebotes seitens der Aussteller und der Messe-AG auf der einen Seite wie auch der Entlastung der gesamten Infrastruktur andererseits ist eher mit einem Ansteigen als mit einem Absinken der Zahl der wirklichen Fachbesucher zu rechnen; mit Sicherheit kann man aber von einer längeren Verweilzeit der Besucher auf dem Messegelände ausgehen, was für beide Partner - Aussteller wie Besucher - einen höheren Nutzen bringt.

Bei einer so gewichtigen Entscheidung wie sie die Neukonzeption der Hannover-Messe nun einmal darstellt, ist es ausgeschlossen, daß sie bei so vielen Beteiligten - weit unter 7000 Aussteller und 850 000 Besuchern - jedem nur Vorteile bringt.

So wird eine Reihe von Ausstellern, die im Schnittstellenbereich der beiden Messen liegen, künftig zweimal nach Hannover kommen - das gleiche kann auf Besucher mit übergreifendem Interesse zutreffen. Bei Abwägung aller Chancen und Risiken, aller Vor- und Nachteile ist das Votum für die Neukozeption eindeutig.