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11.04.1986

Hannover-Resümee: Ja zum Marktplatz CeBIT

Jörn Peter Stielow Stielow GmbH & Co KG, Norderstedt

Mit einer gewissen Spannung habe ich der Nach-CeBIT-Ausgabe der COMPUTERWOCHE entgegengesehen und wurde nicht enttäuscht. Ihre Einstellung zur bedeutendsten nationalen und internationalen Messe der Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik ist traditionell negativ.

Obgleich ich aus langjähriger Erfahrung weiß, daß sich hieran auch in Zukunft nichts ändern wird, möchte ich Ihnen als Aussteller, als stellvertretender Vorsitzender der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im VDMA sowie als Vorsitzender des Messeausschusses CeBIT folgendes entgegenhalten:

Das neue Konzept wurde von der deutschen und internationalen Industrie der Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik voll akzeptiert. Ausstellerzahl und Netto-Ausstellungsfläche stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent auf 2150 Aussteller und 205 000 Quadratmeter. Eine große Mehrheit der Aussteller hat im übrigen nicht Einjahresverträge, sondern Vierjahresverträge abgeschlossen.

Geradezu sensationell positiv war die Reaktion der Anwender. Angesichts der Teilung der Hannover-Messe in zwei Phasen und angesichts des neuen, ungewohnten Termins hat niemand in seinen kühnsten Träumen zu hoffen gewagt, daß wir mehr Besucher im CeBIT begrüßen konnten als im Vorjahr. Tatsächlich steigerte sich die Besucherzahl um über 20 Prozent auf mehr als 350 000 Besucher.

Selbstverständlich verteilten sich die Besucher auf mehr Aussteller und mehr Standfläche. Rein rechnerisch ist es also völlig logisch, daß der einzelne Aussteller trotz erheblich gestiegener Besucherzahl weniger Besucher auf dem einzelnen Stand begrüßte. Interessant ist, daß dennoch zahlreiche Aussteller über mehr Besucher berichteten, viele Aussteller aber auch einen Besucherrückgang feststellten. Hier spielt ganz sicherlich der Bekanntheitsgrad eines Ausstellers oder die Aktualität seines Programms oder die Qualität der Messe-Vorbereitung eine wichtige Rolle.

Daß Sie als Ergebnis Ihrer CeBIT-Umfrage zu der Feststellung "Eine Messe ohne Entscheider" kommen, ist mehr als verwunderlich. Gerade die Qualität der Besucher und der geführten Gespräche wurde immer wieder hervorgehoben, insbesondere auch von Ausstellern, welche einen Besucherrückgang konstatierten. Auch Stielow stellte einen Besucherrückgang fest, wir hatten aber offensichtlich mehr "Entscheider", denn unsere Abschlüsse lagen um 40 Prozent über dem Vorjahr.

Übrigens dürfte es auch von großem Interesse sein, daß die regelmäßig und im großen Umfang durchgeführten Besucherbefragungen ergaben, daß der Fachbesucheranteil von 80 Prozent auf mehr als 90 Prozent gestiegen ist, und daß der internationale Charakter der Hannover-Messe CeBIT nicht nur durch mehr als 700 Auslandsaussteller, sondern auch durch 24 Prozent Besucheranteil aus dem Ausland erneut unterstrichen wurde.

Darüberhinaus erscheint es mir bemerkenswert, daß sich die auf Anhieb erreichte neue Basis von mehr als 350 000 Besuchern in den nächsten Jahren positiv weiterentwickeln wird, weil neuer Termin und neues Konzept im In- und Ausland noch bekannter sein werden, weil sich darüber hinaus herumgesprochen haben wird, daß die infrastrukturellen Probleme (Unterbringung, Gastronomie, Verkehr) als gelöst betrachtet werden können. Aus diesem Grund wird sich auch die durchschnittliche Verweildauer der CeBIT-Besucher verlängern, was dann auch die Besucherzahl pro Ausstellungsstand merklich erhöhen wird.

Es ist selbstverständlich damit zu rechnen, daß der eine oder andere Aussteller seine Standfläche verkleinert oder überhaupt nicht mehr an der Hannover-Messe CeBIT teilnimmt. In einem solchen Falle würde sich eine mit Sicherheit noch steigende Besucherzahl auf weniger Aussteller verteilen und eine Halle weniger wäre ganz sicherlich kein Beinbruch. Tatsächlich wird aber damit zu rechnen sein, daß die Wünsche nach Flächenerweiterungen überwiegen, und daß ein Verlust von bisherigen Ausstellern mit Sicherheit durch neue Aussteller, insbesondere aus dem Ausland, kompensiert wird.