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Beispielhafte E-Government-Projekte gekürt


06.04.2001 - 

Hansestadt Hamburg ist in der Breite Spitze

HANNOVER (qua) - Unter 50 Bewerbungen haben der Netzspezialist Cisco Systems und das Beratungsunternehmen KPMG die Gewinner des Wettbewerbs "E-Government in Bundes- und Landesverwaltungen" ausgewählt. Einen Sonderpreis erhielt die Hansestadt Hamburg, die mit neun eingereichten Projekten den umfassendsten Ansatz demonstrierte.

"Wir sind ein kleines Land und müssen ständig aufpassen, dass wir von den anderen nicht gefressen werden", scherzte die Hamburger Finanzsenatorin Ingrid Nümann-Seidewinkel, als sie am vorletzten CeBIT-Tag den Preis entgegen nahm. Aus diesem Grund habe die Freie und Hansestadt frühzeitig versucht, das Internet für die eigene Arbeit und den Kontakt zu den Bürgern einzusetzen. Die Jury unter Vorsitz von Werner Jann, Professor an der Universität Potsdam, lobte nicht nur die Fülle der Einzelprojekte, sondern auch die Gesamtstrategie des zweitkleinsten Bundeslandes.

Der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, sollte dreierlei bewirken:

- die Anwendung von Internet-Technologien bei der Verwaltungsmodernisierung stärken,

- die Qualität und Effizienz der Behörden erhöhen und

- die Zufriedenheit der Bürger aber auch der Mitarbeiter verbessern.

Zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2000 waren alle deutschen Behörden aufgerufen, ihre Web-Projekte einzureichen - sofern diese auf eine Modernisierung zielten, kurzfristig realisierbar waren und sich nicht nur auf Einzelaktionen konzentrierten, sondern wiederholen oder übertragen lassen würden.

Ausgezeichnete ProjekteInsgesamt gingen 50 Bewerbungen fristgerecht ein. Unter diesen Vorschlägen wählten Cisco und KPMG diejenigen aus, die sie für besonders gelungen hielten. Bewertungskriterien waren vor allem der jeweilige Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung, das organisatorische und technische Lösungskonzept - einschließlich des Sicherheitsaspekts - und die Realisierbarkeit des Vorhabens.

Zusätzlich zum Hamburger Gesamtpaket wurden drei Projekte ausgezeichnet:

- das Projekt "E-Strategie" des Bundesverwaltungsamtes (BVA) in Köln, das dem Aufbau eines Informations- und Wissens-Management-Systems dienen soll; als erste erfolgreiche Umsetzung kann die BVA die Online-Bearbeitung von Bafög-Anträgen vorweisen;

- die "Internet-Wahlen", die das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg in Potsdam entwickelt hat; das System wurde bereits in einer simulierten Personalratswahl erprobt und soll im kommenden Jahr zum Echteinsatz kommen;

- das "Bürgerportal Arbeitsschutz NRW" als Beitrag aus der staatlichen Arbeitsschutzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf; damit will die Behörde die Betriebe und Beschäftigten flächendeckend über das Thema Arbeitsschutz informieren sowie Beratung und Dienstleistungen online zugänglich machen.

Das erste der Hamburger Projekte - und gleichzeitig die Basis für die anderen acht - heißt "FHHinfonet". Über dieses vom Landesamt für Informationstechnik (LIT) betriebene Netz sollen 23 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senats miteinander und nach außen kommunizieren.

Von Dokumenta bis InezAußerdem gingen aus der Hansestadt folgende Vorschläge ein:

-"Elektronischer Rechtsverkehr" vom Finanzgericht,

-System zur Erstellung von Senatsdrucksachen von der Finanzbehörde,

-"Dokumenta", eine Lösung für das elektronische Dokumenten-Management und die Archivierung, eingereicht von der Behörde für Inneres,

-"Inez", ein integriertes Verfahren für die Erfassung und Bearbeitung von Zuwendungen öffentlicher Gelder, aus der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales (BAGS),

-Prozessunterstützung bei Wahlen mit den Funktionen "Beantragung von Briefwahlunterlagen" und "Wo ist mein Wahllokal?" vom Senatsamt für Bezirksangelegenheiten,

- die Internet-Präsentation des Verwaltungsgerichts Hamburg,

-der Hamburger Metadatenkatalog (HMDK) zu Geo-Informationen, erstellt im Auftrag der Baubehörde sowie

-das Stadtportal und der Gesamtauftritt www.hamburg.de.