Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.07.1975 - 

Ein amerikanischer Wissenschaftler schlägt Gewichthebern vor:

Hantel und Computer

CAMBRIDGE, MASSACHUSETTS - Das amerikanische Gewichtheber-Team für die Olympischen Spiele 1976 in Montreal wird - wenn es nach Gary L. Lilien, einem Professor des Massachusetts Institute of Technology (MIT), geht - nicht mehr allein mit der Hantel sondern auch mit einem Computer trainieren. Wie Lilien erklärte, können Gewichtheber ihre Leistung im Wettkampf dadurch steigern, daß sie einem Computer die Entscheidung überlassen, welches Gewicht sie als erstes auflegen lassen. Den Professor für Management Science an MIT's hochrennomierter Sloan School of Management hatte es überrascht, daß das US-Team bei den letzten Weltmeisterschaften in Havanna so schlecht abschnitt: "Einige unserer Heber fielen durch Fehlversuche ganz aus der Wertung", entrüstete er sich.

Reißen und Stoßen

Im Gewichtheben gibt es zwei Kategorien, das Reißen und das Stoßen. Beim Reißen muß das Gewicht in einem Zuge zur Hochstrecke gebracht werden, während beim Stoßen die Hantel zuerst umgesetzt und dann von der Schulter aus soweit nach oben gebracht werden muß, bis beide Arme völlig gestreckt sind. Gewertet wird in beiden Kategorien das beste Ergebnis von jeweils drei Versuchen; bei einem Fehlversuch ist es allerdings nicht möglich, das Gewicht zu verringern. Ein Gewichtheber muß sich also an dem Gewicht erneut versuchen, an dem er gescheitert ist, - er hat allenfalls die Möglichkeit, zu steigern.

Risiko bei zuviel Ehrgeiz

Bei diesen Wettkampfregeln kommt es entscheidend darauf an, das richtige Anfangsgewicht zu wählen.

Ein Heber, der zu niedrig beginnt, hat kaum noch eine Chance, zu gewinnen. Wer zuviel "Eisen" auflegen läßt, riskiert gleich beim ersten Mal einen Fehlversuch.

Lilien schlägt nun vor, daß sich ein Gewichtheber vor jedem Wettkampf fragen sollte, welches Höchstgewicht er schaffen könne, bei welcher Last er mit Sicherheit scheitern werde und bei wieviel Kilo die Chancen 50 zu 50 stehen.

Die Antworten auf diese Fragen werden - das ist der Vorschlag des Wissenschaftlers - in einen Computer eingegeben, der sie mit den persönlichen Bestleistungen des Sportlers und den Rekorden seiner Konkurrenten vergleicht. Der Computer errechnet dann das Gewicht, mit dem der Heber den Wettkampf beginnen sollte.

COMPUTERWOCHE ist nicht bekannt, ob Professor Lilien selbst jemals aktiver Gewichtheber war und wie die Muskelmänner des Olympiakaders auf seinen Vorschlag reagiert haben. (cw)