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28.10.1994

Hardware-Auswahl steht noch bevor MVS muss bei Hoechst SAPs R/3-Welt weichen

MUENCHEN (hv) - Die Frankfurter Hoechst AG plant, ihre IBM-Host- basierte zentrale Datenverarbeitung bis zur Jahrtausendwende konzernweit durch eine offene Client-Server-DV abzuloesen. Mehr als 30 000 Arbeitsplaetze sollen zunaechst allein in Europa neu gestaltet und mit dem R/3-System der SAP AG, Walldorf, ausgestattet werden.

Gegenwaertig laeuft nahezu die gesamte kommerzielle Datenverarbeitung von Hoechst auf IBM-Mainframes unter dem Betriebssystem MVS. In der Frankfurter Zentrale betreibt der Konzern zumeist Eigenentwicklungen, im Ausland setzt Hoechst die SAP-Grossrechnerloesung R/2 ein. An dieser IT-Umgebung wollen die Hessen nur noch mittelfristig festhalten - parallel wird inzwischen eine neue Client-Server-Welt aufgebaut.

"Die Grundsatzentscheidung fuer SAP ist getroffen, der Vorstand hat zugestimmt", bestaetigt Ulrich Bos, Leiter der Abteilung Informatik und Kommunikation (I+K). Man gehe jetzt in die Phase der Feinplanung. Spaetestens 1998 sollen erste Geschaeftsbereiche die Standardsoftware produktiv nutzen. Auf welches DV-Equipment Hoechst dann setzen wird, ist noch voellig offen. Man wolle eine Vielzahl von "R/3-Factories" einrichten, die jeweils individuell ueber Hardware-Anschaffungen befinden koennten. "Wir werden fuer eine Uebergangszeit beide Welten parallel betreiben", erklaert der DV- Verantwortliche. Langfristig soll jedoch die gesamte Logistikkette weltweit mit der R/3-Software gesteuert werden. Hoechst wird dabei saemtliche R/3-Module einsetzen - nicht nur in der Frankfurter Zentrale.

Auch in den zahlreichen Beteiligungsgesellschaften, darunter unter anderem die Behringwerke AG, Berlin, die Jade Kosmetik GmbH, Frankfurt, die Marbert GmbH in Duesseldorf oder die Sigri-Lakes- Carbon-Gruppe in Wiesbaden, soll die Client-Server-Produktpalette der baden-wuerttembergischen Softwareschmiede zum Einsatz kommen.

Um einen optimalen Know-how-Transfer zwischen Hoechst und der SAP sicherzustellen, hat der Chemiekonzern in seiner 550-Mitarbeiter- Abteilung Informatik und Kommunikation ein R/3 Competence Center eingerichtet. Diese Abteilung soll die uebergangsweise notwendige Kompatibilitaet zwischen der Mainframe- und der verteilten Client- Server-Welt sicherstellen. Bislang hatte SAP sogenannte Komepetenzzentren nur gemeinsam mit Beratungs- und Technologiepartnern betrieben.

Spezialisten des Softwarehauses werden die Hoechst-Angestellten in einem eigens dafuer eingerichteten Schulungszentrum in Frankfurt unterrichten. Die so vorbereiteten Mitarbeiter sollen spaeter die Anwender im Konzern schulen und an diversen Projekten teilnehmen. Allerdings ist auch eine Reihe von externen Beratungspartnern der SAP in das Projekt eingebunden.

Macht sich der Hoechst-Konzern komplett von der SAP abhaengig? Zu solch "politischen" Ueberlegungen mag sich Bos nicht aeussern. Er stellt lediglich fest, dass informationstechnische Abhaengigkeit schon immer unvermeidlich war - frueher habe eben allein die IBM die Standards gesetzt. Auch die Kosten des Projekts haelt der Hoechst-Mann unter Verschluss. Wie sich jeder denken koenne, gehe es hier um "Zig-Millionen-Betraege".