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16.11.1984

Hardware Roundup '84

Nach den IBM-Systemen und den kompatiblen Mitbewerbern ist im zweiten Teil des diesjährigen COMPUTERWOCHE-Hardware-Roundup die "Horde" an der Reihe. Damit wer den in den USA alle Anbieter nicht IBM-kompatibler Mainframes bezeichnet. Der Begriff ist eine Übersetzung des amerikanischen. "Bunch", der für Burroughs, Univac NCR, Control Data und Honeywell steht. So ganz klappt das inzwischen nicht mehr, denn Univac heißt mittlerweile nur noch Sperry. Damit ist der Witz hin.

Nichts zu lachen gab es in diesem Jahr für die Mainframer, die Kunden außerhalb der IBM-Schiene suchen: Nach der letzten Diebold-Statistik (Stichtag 1. 1. 84) mußten fast alle Anbieter derartiger Systeme Marktanteilsverluste hinnehmen. So verlor Sperry, immerhin auf Platz 4 der bundesdeutschen Top-Twenty, sieben Prozent und blickt jetzt auf einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Honeywell Bull büßte acht Prozent ein (von 4,9 Prozent per 1. 1. 83 auf 4,5 Prozent), ist aber immer noch Fünfter nach installiertem Wert.

Control Data rutschte um 10 Prozent auf jetzt 0,9 Prozent Anteil ab (Platz 18), während NCR und ICL sich behaupten konnten (oder stagnierten, je nach Blickwinkel). Am Großrechnergeschäft lag das jedoch weder bei NCR noch ICL.

Digital Equipment konnte seinen Marktanteil hierzulande laut Diebold um rund 17 auf jetzt 3,4 Prozent ausdehnen - aber nicht durch Geschäfte im Mainframe-Bereich. Den beiden Maschinen, die in diesen Bereich fallen (DECsystem 10 und 20), gilt kein besonderes Augenmerk mehr. Mit der Ankündigung der "Venus"-VAX 8600 in Verbindung mit dem Cluster-Konzept machte DEC allen die es noch nicht begriffen hatten klar, wo es in Zukunft beim Minimarktführer lang geht. Immerhin übertrifft die neue VAX die bisherigen Top-Modelle der DEC-Palette in der Leistung um gut das Doppelte. Da hilft den 10/20-Anwendern auch nicht, daß sie mit diesen Maschinen sehr zufrieden sind.

Kurz nach IBMs 4361- und 4381-Ankündigung kam Burroughs mit der neuen A-Serie heraus. Die drei Modelle dieser Familie leisten 1,2 bis 2,4 Mips und liegen damit im Bereich der 4361-5 bis 43181-2. Die auf ECL-Technik (Emitter Coupled Logic) basierenden Prozessorkomplexe lösen die alte Burroughs-Modellfamilie 6900 ab.

Im Spätsommer meldete die Eschborner Gesellschaft, daß die A9-Serie vom Markt "gut aufgenommen" worden sei und man auf das Großcomputergeschäft setze. Ende Oktober kündigte das Unternehmen dann Einstiegsmodelle in die A-Serie an.

Ihre komplette Rechnerserie 170 ersetzte Control Data im Mai dieses Jahres durch die neue Reihe 180. Diese hauptsächlich im technischwissenschaftlichen Bereich angesiedelte Familie soll CDC zufolge ein Leistungsspektrum "vom Supermini bis zum 32-MB-Doppelprozessor" bieten.

Erweiterungen bei der DPS-7-Familie standen auf dem Ankündigungsprogramm der Honeywell Bull AG. Den Einstieg in diese Rechnerserie kann der Anwender jetzt mit 300 000 Mark schaffen. Am oberen Ende steht dem Benutzer Herstellerangaben zufolge dann die 35fache Leistung zur Verfügung.

Schwierigkeiten, Mainframes an den Mann zu bringen, plagten den britischen Computerhersteller ICL. Wegen mangelnden Erfolges entschlossen sich die Manager, den Vertrieb von Fujitsu-Großrechnern wieder einzustellen. Siemens hat wieder Ruhe. Den Service für die fünf von ICL verkauften Rechner übernahm Amdahl, neben Siemens der andere Vertriebspartner von Fujitsu in Deutschland.

Ruhe herrscht bei NCR, zumindest was die Großrechner angeht. Die Augsburger halt en sich lieber an andere Produkte. Ankündigungslos verlief dieses Jahr auch bei Siemens im Hardwarebereich der 7.500 Serie. Nicht anders bei Sperry: Kein Blätterrauschen im 1100-Wald.

Tandem dagegen versuchte sich mit Spracheingabe bei den Nonstop-Systemen, senkte die Einstiegspreise und überraschte vor rund drei Wirken mit einem IBM-kompatiblen Mikro, soweit das unter dem Betriebssystem MS-DOS möglich ist. Die Arbeitsplatzcomputer der Serie 654X sollen an den Nonstop-Systemen, aber auch als selbständige Stationen arbeiten.

In der nächsten Woche nimmt das Hardware-Roundup die Superminis unter die Lupe.