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20.02.1998 - 

ERP-Pakete im Mittelstand (Teil 2 und Schluß)

Hardware, Software und Service zum Festpreis

BAAN

Die Baan Company, Menlo Park, Kalifornien, bietet eine "Take-out"-(Mitnahme-)Version ihrer ERP-Lösung "Baan IV". Das "Ready-to-go"-Paket wird gemeinsam mit Hewlett-Packard erstellt und umfaßt Software und Hardware. Die Softwerker planen, das Produktbündel an mittelständische Unternehmen zu verkaufen, die einen jährlichen Umsatz zwischen 50 und 500 Millionen Dollar erzielen. Ready-to-go kostet ab 500000 Dollar. In den USA ist die Software bereits verfügbar und soll von rund 25 Händlern vertrieben werden. Hierzulande ist die Company noch auf der Suche nach geeigneten Vertriebspartnern. Details über das neue Mittelstandspaket "Baan on Board" möchte die Softwareschmiede erst zur CeBIT bekanntgeben.

J.D. Edwards

J.D. Edwards zielt seit über 20 Jahren auf den Mittelstand. Einen Bedarf für vorkonfigurierte Systeme mit Hardware, Systemsoftware und standardisierten Geschäftsprozessen sehen die Softwerker aus Denver, Colorado, nicht, und werden auch keine speziellen Lösungen für dieses Segment anbieten. Statt dessen bietet das Unternehmen vorkonfigurierte branchenspezifische Lösungen auf Basis seiner Anwendungs-Suite "One World" etwa für die Konsumgüterindustrie, die Metallverarbeitung, Energieversorgungsunternehmen und Pharmahersteller an.

Ab der CeBIT soll der "Composer", ein Tool, mit dem sich Geschäftsprozesse konfigurieren lassen, die Einführung unterstützen. Er basiert auf der Rapidly-Economically-Predictably-(REP-) Methode. Der Composer bietet mit "Best Practice Models" Standardreferenzmodelle für unterschiedliche Branchen. Die Systemkonfiguration wird dynamisch unterstützt, und die Einstellungen können laut Hersteller automatisch übernommen werden. Die Systemeinstellungen werden sowohl von Partnern als auf Wunsch auch von J.D. Edwards selbst vorgenommen.

Oracle

Oracle hat in Deutschland laut eigenen Angaben bisher rund 50 Mittelstandskunden, die "Oracle Applications" benutzen. "Fast-Forward", die Lösung für kleinere und mittlere Unternehmen, umfaßt den Haupteil der "Oracle Applications 10", die hauseigene Datenbank, Hardware von Hewlett-Packard, Sun und IBM sowie Unterstützungsleistungen bei der Implementierung und Schulungen. In den USA ist Fast Forward seit Mitte des letzten Jahres verfügbar, hierzulande soll es zur CeBIT '98 vorgestellt werden.

Beim Implementierungsansatz greift die Ellison-Company auf die "Application Implementation Methodology" (AIM) zurück, die die Projektdauer auf etwa sechs Monate begrenzen soll. Zu den Projektphasen gehören die Vorinstallation, Projektplanung und Definition, Betriebsanalyse, Implementierung, Datenumstellung, Benutzerschulung und der Live-Betrieb des Paketes.

Oracle will das Angebot modular aufbauen und für die einzelnen Bausteine Festpreise bestimmen. Jedes Modul beinhaltet Software, Hardware und Dienstleistungen. Kunden können die einzelnen Komponenten dann entsprechend ihren Anforderungen zu einer Gesamtlösung zusammenstellen. So sollen beispielsweise fünf verschiedene Finanzmodule sowie Personal-Management, Einkaufs-, Bestellwesen-, Konstruktions- und Fertigungsbausteine zur Verfügung stehen. Es ist geplant, branchenspezifische Bündel für den Handel und die Industrie zu schnüren. Die Preise für Fast Forward sollen auf der CeBIT bekanntgegeben werden. In den USA betragen die Einstiegskosten für die Finanzsoftware etwa 360000 Dollar bei 20 Benutzern, die maximale Benutzerzahl gibt Oracle mit 75 an.

Peoplesoft

Mit "Peoplesoft Select" stellen die Softwerker der Peoplesoft Inc., Pleasanton, Kalifornien, seit Herbst letzten Jahres in den USA ein Produktbündel aus Hardware, Software und Einführungsunterstützung zur Verfügung. Eine Entscheidung ob und wann Peoplesoft Select hier zur Verfügung stehen soll, machen die Softwerker von einer positiven Marktentwicklung in den USA abhängig. Analysten der Gartner Group rechnen mit einem Rollout in Europa nicht vor 1999.

Fest steht jedoch, daß Peoplesoft im Gegensatz zu den Konkurrenten, im Sinne eines "One Stop Shop", das Produkt in Eigenregie und nicht über Partnerkanäle verkauft und entsprechende Dienstleistungen anbietet.

In den USA umfaßt Peoplesoft Select ein Finanzpaket, Software zur Steuerung von logistischen Prozessen sowie eine Anwendung zum Personal-Management. Eine Lösung für Fertigungsunternehmen soll Ende des Jahres folgen. Die Software wird auf Microsofts Betriebssystem Windows NT laufen und ist wahlweise mit dem "SQL Server" oder einer "Oracle"-Datenbank erhältlich. Als Hardwareplattformen stehen Systeme von Hewlett-Packard oder Compaq zur Auswahl. Das Paket soll inklusive einer drei- bis sechsmonatigen Einführungsunterstützung rund 500 000 Dollar kosten. Als begleitende Projektmethode wird Peoplesofts "Select Path" angewendet. Nach Angaben der Gartner Group haben rund 100 Kunden in den USA das Select-Paket im Einsatz.

SAP

Die SAP AG stellt "Ready to Run R/3" (RRR), eine Lösung für den Mittelstand, vor. Die bekanntermaßen langen Implementierungszeiten sollen sich damit auf maximal sechs Monate begrenzen lassen. Auf Basis von Ready to Run erstellen die mehr als 20 R/3-Systemhäuser vordefinierte branchenspezifische Festpreispakete. Diese beinhalten die vorinstal- lierte R/3-Software, Hardware von Compaq, Hewlett-Packard, NCR, Sun, Siemens-Nixdorf und Digital Equipment mit dem Betriebssystem Windows NT sowie IBMs AS/400 unter OS/400. Als Datenbank stehen Informix, der "SQL Server" von Microsoft und DB2/400 zur Verfügung.

Ferner ist das Netzwerk sowie das R/3-Basissystem vorkonfi- guriert. Als Front-ends können Anwender zwischen Windows-95- und -NT-PCs wählen. Ready to Run gibt es als sogenannte "Compact Packages" für 25, 50 und 100 Benutzer. Zudem sollen "Growth Packages" 100, 150 und maximal 200 Anwender unterstützen.

Nach einer zweitägigen Analyse, in der die abzulösenden DV-Systeme analysiert und die fachlichen Anforderungen mit der Grundfunktionalität der Einführungspakete abgeglichen werden, soll der fixe Preis für das Projekt feststehen. Im Rahmen der Einführung setzt SAP seine "Accelerated-SAP"-(Asap-)Methode sowie den "Business Engineer" (BE) ein.

SSA

Mit dem Ziel, die Einführungszeiten weiter zu senken und die Gesamtprojektkosten für den Kunden kalkulierbarer zu machen, plant die Systems Software Association (SSA), Chikago, im ersten Halbjahr 1998 vorkonfigurierte Pakete auf Basis von "BPCS 6.0" für den Mittelstand anzubieten. Erste Ergebnisse aus den USA zeigen, daß die Projektdauer damit unter sechs Monaten liegen kann.

Bestandteile des Bündels, welches für 24 oder 40 User angeboten wird, sind die Produktlinie BPCS 6.0 mit den für die jeweilige Branche relevanten Softwareprodukten sowie Komponenten für das Rechnungswesen. Dazu werden entsprechende Voreinstellungen, die Abbildung der wichtigsten Kernprozesse, die technische Infrastruktur (Server, Datenbank) und ein vorher definiertes Dienstleistungsspektrum für Beratung und Schulung angeboten. Als Hardwarepartner sind derzeit IBM, HP und DEC im Gespräch. Das Programm soll sowohl über Partner als auch im Direktvertrieb vermarktet werden.

Teil 1 und 2

Teil 1 fragte (CW Nr. 7 vom 13. Februar 1998, Seite 15) nach den Vorteilen und Nutzen von Festpreispaketen für Anwender. Hier in Teil 2 ist das Angebot der Hersteller skizziert.